Kooperativer Wiesenvogelschutz in Flussniederungen des Bremer Beckens

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Bremen e. V.

Von 2016 bis 2021 soll das mit Landwirten in Bremen entwickelte und hohe Bruterfolge ermöglichende Gelege- und Kükenschutzprogramm für gefährdete Wiesenlimikolen fortgeführt werden. Neben Artenschutzmaßnahmen stehen habitatverbessernde und prädationsmindernde Maßnahmen im Fokus des kooperativen Vorhabens. Der BUND beabsichtigt die Aufgaben der Umsetzung im Gelände an gebietsbezogene qualifizierte BiologInnen oder andere geeignete FachplanerInnen zu vergeben. Der/die BewerberIn verfügt über eine sehr gute ornithologische sowie naturschutzfachliche Qualifikation, über hervorragende aktuelle Geländekenntnisse, fundierte Kenntnisse im Wiesenvogelschutz sowie kommunikative Fähigkeiten und stehen mit den vor Ort tätigen Akteuren, insbesondere mit den Landwirten und Jägern aber auch ggf. Anwohnern, Deichverbänden etc. im engen Kontakt. Durch die örtliche Vernetzung und enge Abstimmungen wird die Akzeptanz der Maßnahmen erhöht, was aufgrund der Rahmenbedingung, dass ein Großteil der Maßnahmen auf Privatland in Kooperation mit dem Eigentümer/Nutzer umgesetzt werden soll, einer der wichtigsten Punkte für den Erfolg des Programms darstellt. Zu den Hauptaufgaben gehören insbesondere folgende Tätigkeitsfelder:
— Vorplanung, Abstimmung der Maßnahmen: Mitwirkung bei zwei Abstimmungsrunden mit Landwirten (Blockland und Oberneuland) sowie bei einer Geländeexkursion für Landwirte und Jäger; Hofbesuche für Einzelgespräche mit Landwirten zur Maßnahmenabstimmung, Fortlaufendes Erstellen von Maßnahmenkarten.
— Bestandserfassung der Zielarten in den Schutzgebieten: Revierkartierungen (5 Tages -Kartierdurchgänge sowie 2 Nachtkontrollen auf potentiell besiedelbaren Flächen; Datenauswertung- und Aufbereitung (Tabelle, ArcGIS Karten) (soweit nicht vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen zur Verfügung gestellt).
— Gelege- und Kükenschutzeinsätze in den Brutgebieten:
o das Sondieren, Markieren und Sichern möglichst vieler Schutzobjekte (Brutplätze, Jungvögel) im Grünland; dabei Motivation der Landwirte für die eigeninitiative Mitwirkung,
o das Installieren von Nestschutzgittern an Brutplätzen auf Weideflächen,
o das temporäre Ausgrenzen wichtiger und empfindlicher Brutbereiche aus der Nutzung,
o das Einrichten überlebenswichtiger Fluchtstreifen bzw. Rückzugsräume für Jungvögel,
o das Organisieren, Abstimmen und Begleiten wiesenvogelfreundlicher Mähverfahren auf Flächen, die für die Kükenaufzucht von aktueller Bedeutung sind (einschließlich Begleiten der Mahd auf dem Traktor bzw. auf der Fläche),
o das gezielte Abschleppen brutverdächtiger Grünlandflächen mit langen Seilen kurz vor Durchführung der Mahd zur Lokalisierung versteckter Brutplätze v. a. von Uferschnepfen, Brachvögeln und Rotschenkeln (dafür u. a. Organisieren des Flächen-Anmähens durch den Landwirt),
o das Überwachen von Brutplätzen und wichtiger Wiesenvogel-Standorte mithilfe von in 2012 bzw. 2015 angeschafften Fotofallen/Wildkameras zur Aufklärung und Dokumentation unerwünschter Brutverluste (als Beitrag für das fortlaufende Prädationsmanagement),
o Regelmäßige Absprachen mit Jägern zum Prädationsmanagement sowie Unterstützung bei der Planung jagdlicher Sofortmaßnahmen.
— Lokales Vernässen von Grünland und Bewässern von Blänken bzw. Flutmulden als Maßnahme zur Förderung der Ansiedlungs- und Reproduktionserfolge: Umsetzung punktueller/kleinräumiger Maßnahmen zur temporären Vernässung von Grünland bzw. ausgetrockneten Blänken, Flutmulden oder Grüppen (inklusive Kooperation, Planung, Abstimmung und Beauftragung); Umfang: 25-30 ha Grünland, 15-25 Kleingewässer-standorte (Grüppen, Flutmulden, Blänken etc.).
— Biotopverbessernde Maßnahmen: Förderung offener kurzrasiger Kleingewässer-Vegetationstrukturen durch Ausmahd bedarfsabhängiger ausgewählter Standorte durch einen Lohnunternehmer. Koordination, Planung und Abstimmung der Maßnahmen.
— Biotopverbessernde Maßnahmen: Wiederherstellen weiträumiger ungestörter Offenland-Habitate durch gezieltes Entfernen von Gehölzen durch einen Lohnunternehmer. Koordination, Planung und Abstimmung der Maßnahmen.
— Zusammenarbeit mit Jägerschaft – Prädationsmanagement: Umsetzung eines bedarfsgerechten und wirksamen Prädationsmanagements in Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft Bremen bzw. den örtlichen Revierjägern.
— Koordination und Dokumentation: Berechnung und Abwicklung der Ausgleichsbeträge an die Landwirte; Erstellen von Jahresberichten mit Fototeil. Technische Anforderung an die Ergebnisdokumentation: Erstellen von Karten im ESRI ArcGis, von Tabellen im MS-Excel sowie Texte im MS-Word-Format.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-04-24. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-04-04.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2016-04-04 Auftragsbekanntmachung