Manufacturing Execution System (MES) für die Radsatzwerkstätten der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH
Neben dem Auftraggeber beider Rahmenverträge (Rahmenvertrag für Kauf und Pflege von Software und Rahmenvertrag für IT-Beratung):
DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH
Weilburger Str. 22
60326 Frankfurt am Main
sind folgende Unternehmen bestellberechtigt:
DB Systel GmbH
Jürgen-Ponto-Platz 1
60329 Frankfurt am Main
für den „Rahmenvertrag für IT-Beratung“
und
DB Systel GmbH
Lizenzmanagement
Marktstraße 8
10317 Berlin
für den „Rahmenvertrag für Kauf und Pflege von Software“
Die DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (DB FZI) erbringt in 13 Werken mit rund 8400 Mitarbeitern Leistungen im Bereich der schweren Instandhaltung von Schienenfahrzeugen. In zunächst vier Werkstätten der Radsatzaufarbeitung der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH soll ein Manufacturing Execution System (MES) eingeführt werden.
Zur Abbildung und Optimierung der Aufbereitungsprozesse in den Radsatzwerkstätten wird eine Verbesserung der IT-Unterstützung in Form einer „integrierten IT-Unterstützung der Produktion und ihrer Prozesse“ gesucht. Darüber hinaus soll die integrierte IT-Lösung zur Integration der Maschinenebene und zur Konsolidierung der heterogenen IT-Landschaft führen.
Heute werden die für das MES relevanten Kernprozesse bei der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH durch ein unternehmensweit eingeführtes ERP-System (SAP ISI – Integriertes System der Instandhaltung auf SAP R/3 basierend) abgebildet. Die Fertigungsaufträge werden papiergebunden umgesetzt, dabei ist es typisch für Prozesse in der Instandhaltung, dass sich der Arbeitsinhalt im Prozess ändern kann. Bei den einfacheren Laufradsätzen handelt es sich eher um eine Fließfertigung, bei den Treibradsätzen um eine Werkstattfertigung.
Das Soll-Konzept sieht vor, dass das MES zwischen der ERP- und der Automations- und Produktions-Ebene positioniert wird. Das MES nimmt in dieser Architektur die Rolle des Bindegliedes zwischen der Unternehmens- und Automationsebene ein (vertikale Integration).
Die Aufarbeitungsprozesse in den einzelnen Werken unterscheiden sich im Umfang der Prozessschritte, vom Ablauf sind sie prinzipiell vergleichbar. Im Bereich der Fertigung unterstützt das MES die folgenden betrieblichen Funktionen, die von Werk zu Werk in Umfang und Ausprägung differenzieren können und individuell, möglichst durch die DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, den sich ändernden Bedingungen angepasst werden:
1. Daten- und Auftragsmanagement
2. Feinplanung und Fertigungssteuerung der Werkstatt
3. Materialverfolgung in der Fertigung
4. Personalmanagement
5. Datenerfassung
6. Reporting
7. Informationsmanagement
8. Instandhaltung der Maschineninfrastruktur
9. Mess- und Prüfmittelmanagement
10. Message-System
Das Daten- und Auftragsmanagement dient dazu, an zentraler Stelle die im MES vorhandenen Daten zu verwalten. Dabei werden alle im MES vorhandenen sowie in der Systemlandschaft der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH entstandenen und mit dem MES ausgetauschten Daten aufgenommen bzw. zwischengepuffert.
Das MES ist für die direkte Steuerung und Planung der Produktion und Produktionsanlagen vorgesehen. Das MES erhält aus dem ERP-System die auftragsrelevanten Daten. Die Feinplanung beinhaltet die tagesgenaue Planung der Fertigungsprozesse. Sie schließt alle Planungsaktivitäten ein, die den Produktionsfluss durch Zuordnung der Ressourcen (Maschinen, Anlagen, Fördereinrichtungen), Material und Personal zu den Aufträgen unter Berücksichtigung der Fertigungsziele (z.B. Wirtschaftlichkeit, Qualität) steuern.
Für die operative Steuerung der Fertigung selber beinhaltet das MES eine Fertigungssteuerung, die die Fertigungseinheiten und -anlagen vor Ort steuert.
Um einen reibungsfreien Auftragsdurchlauf durch die Fertigung zu gewährleisten, ist es notwendig die benötigten Materialien rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Ein wichtiges Kriterium in dieser Hinsicht ist der Zeitpunkt, zu dem die Materialverfügbarkeit berücksichtigt werden soll. Die dazu notwendigen Informationen werden vom ERP-System geliefert (Status, Zeitpunkt der Verfügbarkeit) und in der Planung restriktiv berücksichtigt.
Die Schichtplanung wird in der Feinplanung berücksichtigt. Dadurch wird gewährleistet, dass die richtige Anzahl an Mitarbeitern mit der richtigen Qualifikation zur Abarbeitung der geplanten Aufträge zur Verfügung steht.
Während die Planung sich mit zukünftigen Zeithorizonten beschäftigt, dokumentiert die Betriebsdatenerfassung die real eingetretene Situation in der Werkstatt. Über die Betriebsdatenerfassung werden alle notwendigen Daten aus der Planung gezielt zu den Arbeitsplätzen im Shopfloor gesteuert. Dem Werker werden die benötigten Daten zur Bearbeitung am BDE-Terminal seines Arbeitsplatzes bereitgestellt
BDE-Meldungen (wie z.B. Status, Mengenmeldungen, Zeitpunkte) sollen umgehend an den Leit-stand weitergeleitet werden, um dort die Planungssituation zu aktualisieren.
Die Maschinendatenerfassung (MDE) dient der Erfassung und Ausgabe technischer Daten in maschinenlesbarer Form mit einem Bezug zum Maschinenstatus. Die Daten werden direkt aus der Maschinensteuerung online an das MES übertragen.
Das MES muss in der Lage sein, für alle Unternehmensebenen benutzergruppenspezifisch aufbereitete Kennzahlen zur Unterstützung von Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Das Reporting filtert und aggregiert hierzu die vom MES bereitgestellten Vergangenheits- und Gegenwartsdaten. Dabei soll das MES zur Generierung der Reports und Auswertungen vorverdichtete Daten nutzen (Datawarehouse-Lösung). Ergänzt wird das Reporting um eine Cockpit-Funktion (Dashboards). Das Fertigungs-Cockpit dient dazu, definierte Key Performance Indicators (KPI) bzw. Kennzahlen darzustellen.
Im Fertigungsprozess sind dem Mitarbeiters die für die jeweiligen Prozessschritte erforderlichen Informationen, wie z.B. Richtlinien, Einbauanweisungen, technische Zeichnungen, Checklisten in einer adäquaten Art und Weise zur Verfügung zu stellen.
In der Verwaltung der Maschineninfrastruktur werden sämtliche Maschinen sowie die verschiedenen Beziehungen zwischen den einzelnen Maschinen registriert. Das Ziel ist die Beschaffung und Bereitstellung genauer Informationen und Dokumentationen über Maschinen der Produktion.
Mess- und Prüfmittel sind für die Aufarbeitung von Radsätzen von besonderer Bedeutung. Die einzelnen Tätigkeiten im Rahmen des Aufarbeitungsprozesses müssen revisionssicher dokumentiert werden, das schließt die Erfassung der verwendeten Mess- und Prüfmittel mit ein.
Als unterstützende Komponente innerhalb des MES soll dieses über ein Message System verfügen. Mitarbeiter können damit vom Arbeitsplatz / Werker-Terminal Nachrichten empfangen und Nachrichten absenden.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-04-13.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-03-07.
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2016-03-07
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Auftragsbekanntmachung
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2016-03-24
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Ergänzende Angaben
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2016-04-05
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Ergänzende Angaben
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2016-04-07
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Ergänzende Angaben
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