Projektentwicklung „Wasserstadt Oberhavel Spandau“
1. Auftraggeber:
Die Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin ist ein städtisches Wohnungsunternehmen und öffentliche Auftraggeberin im Sinne des § 98 Abs. 2 GWB. Gemeinsam mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Gewobag WB Wohnen in Berlin GmbH und deren Tochterunternehmen Gewobag PB Wohnen in Prenzlauer Berg GmbH (alle 3 Unternehmen gemeinsam im Folgenden „Gewobag“ genannt) verfügt sie über einen Bestand von ca. 58 000 Wohneinheiten und ca. 1 500 Gewerbeeinheiten.
2. Gegenstand der Leistung:
2.1 Beschreibung Gesamtvorhaben:
Vor dem Hintergrund der Wachstumsstrategie und der damit einhergehenden Neubauoffensive plant die Gewobag auf dem Areal der Wasserstadt Oberhavel ein neues großflächiges Wohnquartier mit ca. 2.140 Wohnungen zu errichten. Die Teilflächen des gesamten Entwicklungsgebietes befinden sich östlich und westlich der Havel. (Die Gewobag übergibt einen Übersichtsplan mit dem Formblatt „Teilnahmeantrag“.) Es handelt sich hierbei derzeit um 18 Grundstücke mit Grundstücksgrößen zwischen rd. 800 m² und rd. 37 600 m².
Der Baubeginn des ersten Bauabschnitts (Grundstücke 13/14/17) wird für das Jahr 2017 angestrebt. Bis 2022 soll das Quartier fertiggestellt sein.
Das zu realisierende Quartier soll in Berlin als Vorbild für ganzheitliche, zielgruppenorientierte und nachhaltige Stadtentwicklung stehen. Neben Wohnungsbau für breite Schichten der Bevölkerung sollen auch wesentliche infrastrukturelle Aspekte Berücksichtigung finden. Ziel ist ein städteräumlich funktionierendes, attraktives Wohnquartier, bei welchem der Verantwortung für eine nachhaltige Wohnumfeld-Entwicklung und regionale Stadtentwicklung Rechnung getragen wird.
Hier sollen Leben, Arbeit und Freizeit in innovativen Wohnformen verknüpft werden, Synergien genutzt werden, und aus Wohnorten nachhaltige Lebensräume entstehen. Es sind daher verschiedenste Wohnformen zu schaffen – u. a. Kleinraumwohnungen, familiengerechte Wohnungen, Wohnformen für Studenten und Künstler. Des Weiteren sind im Rahmen der Gesamtplanung Folgeeinrichtungen für die Nahversorgung sowie für die soziale Infrastruktur und die verträgliche Einbindung in die bereits vorhandene Nachbarschaft einzubeziehen.
Zu berücksichtigen sind weiterhin:
— Schaffung von Einrichtungen wie Nachbarschaftstreffpunkten, Gemeinschafts- und Begegnungsflächen, Schaffung von Ruhe- und Kommunikationsplätzen in wassernaher Lage,
— Nutzungsmix in Anlehnung an die Ergebnisse des Nutzungskonzeptes (Das Nutzungskonzept wird den zur Angebotsabgabe/zu den Verhandlungen aufgeforderten Bewerbern mit den Vergabeunterlagen zur Angebotsphase übergeben.),
— Vernetzung, Anwendung neuer intelligenter Medien, innovative Aspekte wie E-Mobility, quartiersbezogene Versorgung mit Energie unter Einsatz regenerativer Energien und Kraftwärmeanlagen,
— Einbindung und Integration bereits vorhandener Wohnquartiere und ihrer Bewohner unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes,
— Einbindung des Bestandes in die Neuplanung, um die Abläufe zu verzahnen und Synergieeffekte zu erreichen,
Zielsetzung ist eine gesamtheitliche Entwicklung des Areals.
2.2 Leistungen des Projektentwicklers
Für die Entwicklung und Begleitung der Umsetzung des o. g. Projektes will die Gewobag einen Projektentwickler mit den für den Projekterfolg notwendigen Leistungen beauftragen. Diese Leistungen umfassen insb. folgende in das Gesamtprojekt integrierte Leistungen:
— Erstellung eines Gesamtkonzeptes in Form einer Machbarkeitsstudie,
— Optimierung bestehender Bebauungspläne und tw. Schaffung des Planungsrechts bis zur Vorlage bestandskräftiger Bebauungspläne,
— Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs für einen abgrenzbaren Teil des Gesamtareals (optional),
— Erbringung sämtlicher Planungsleistungen der Lph. 01 – 04 HOAI 2013 (Generalplanung),
— Steuerung und Überwachung der für die Baumaßnahmen und die Erbringung der Leistungen Lph. 05 – 08 HOAI 2013 gebundenen Generalübernehmer (Projektmanagement/Projektsteuerung),
— Erstellung und Mitwirkung bei der Umsetzung eines Vermarktungskonzepts.
Es ist die Errichtung von mehrgeschossigen Gebäuden mit überwiegend 2-, 3- und 4-Raum-Wohnungen mit zeitgemäßem Ausstattungsstandard in barrierefreier Gestaltung geplant. Hierbei sollen verschiedenste Wohnformen geschaffen werden – u.a. Kleinraumwohnungen, familiengerechte Wohnungen, Wohnformen für Studenten und Künstler.
Die Gewobag wird zeitnah zu der Ausschreibung des Projektentwicklers eine Ausschreibung zur Findung und vertraglichen Bindung von Generalübernehmern als Rahmenvertragspartner der Gewobag durchführen. Der AG beauftragt mit der Ausführung ab der Leistungsphase 5 HOAI Objektplanung Gebäude und weitere, für die unterschiedlichen Bauabschnitte (ca. 4-5 insgesamt; je Bauabschnitt durchschn. 400-500 WE) einen Generalübernehmer, der aus einem Wettbewerbsverfahren zwischen den Rahmenvertragspartnern hervorgegangen ist. Der Projektentwickler soll diese Wettbewerbe initiieren und steuern. Auf Grund der bereits erfolgten Abstimmung mit dem Bezirksamt Spandau hinsichtlich des Bebauungsplanes der Grundstücke 13/14/17 (Bauabschnitt 1) und dem avisierten Baubeginn in 2017 ist dieser Bauabschnitt prioritär zu behandeln.
Konstruktion und Ausrüstung der Gebäude sind unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit, der Verwendung erneuerbarer Energien und der Erzielung minimaler Bau- und Betriebskosten zu planen und zu steuern. Gebäudehülle und technische Ausrüstung sind unter Einhaltung von EnEV, EE-WärmeG (aktueller Stand z. Zeitpunkt der Angebotsabgabe), sowie den Förderrichtlinien zum KfW-Effizienzhaus 55 zu konzipieren.
3. Abschnittsweise Beauftragung:
Die Gewobag beabsichtigt die abschnittsweise Beauftragung der Leistung. Mit dem Zuschlag erfolgt die Vergabe des Bauabschnitts 1 (Grundstücke 13/14/17). Die Gewobag behält sich vor, die jeweils folgende Stufe auch vor Abschluss der jeweils vorherigen Stufe zu beauftragen. Ein Rechtsanspruch auf die Übertragung der Gesamtleistung (alle Stufen) besteht jedoch nicht.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-03-08.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-02-05.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2016-02-05
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Auftragsbekanntmachung
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