Rahmenvertrag für die Entwicklung von Software und Dienstleistungen beim Bundesamt für Justiz

Bundesamt für Justiz

Das Bundesamt für Justiz (BfJ) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Als zentraler Dienstleister der Bundesjustiz und als Ansprechpartner für den internationalen Rechtsverkehr erfüllt das BfJ vielfältige Aufgaben. Dafür sorgen am Dienstsitz Bonn rund 1 000 Beschäftigte an derzeit 3 Standorten. Das BfJ betreibt mehrere zentrale Registerverfahren, die durch externe Dienstleister gepflegt und weiterentwickelt werden. Diese Verfahren sind nicht Gegenstand dieser Ausschreibung. Ergänzend hierzu wurden in der Vergangenheit zur Unterstützung von Geschäftsprozessen zahlreiche kleinere und mittlere Fachverfahren entwickelt. Sie wurden in Java und .Net implementiert. In .Net implementierte Fachverfahren (u. a. Client-Server-Architektur) werden gegenwärtig vom BfJ in Eigenleistung ohne externe Unterstützung gepflegt und weiterentwickelt. Diese Fachverfahren integrieren teilweise die Software DOMEA® der Firma Open Text als Dokumentenmanagementsystem. DOMEA® wird seitens des Herstellers nicht mehr als strategisches Produkt geführt. Die Weiterentwicklung wurde eingestellt und es wird im Laufe der nächsten Jahre mit Einschränkungen im Support gerechnet. Das BfJ ist Pilotbehörde für den Basisdienst E-Akte des Bundes. In ausgewählten Fachverfahren wurden in der Vergangenheit bereits Komponenten für eine serviceorientierte Architektur (SOA) implementiert. Gegenwärtig wird hier Sopera ASF in der Version 3.3 als Integrations-Framework eingesetzt, welches jedoch nicht mehr weiterentwickelt wird. Geplant ist hier ein Wechsel auf Open-Source Standards wie JAX-WS/JAX-RS unter Nutzung des Apache CXF Frameworks bzw. der Java EE (JBoss). Perspektivisch sollen Aspekte der Geschäftsprozesssteuerung untersucht werden. Das BfJ hat in einem Proof-of-Concept (PoC) bereits erste Geschäftsprozesse mittels BPMN 2.0 erfolgreich modelliert. Die Lucom Interaction Platform (LIP) ist eine Bundeskomponente, die im BfJ bislang in einzelnen Fachverfahren als Formularmanagementsystem (FMS) eingesetzt wird. Dabei wird die Webservice-Schnittstelle zur Integration in umliegende Prozesse genutzt. Eine Integration der LIP und der Java EE als Front-end bei der Entwicklung oder Umstellung von Fachverfahren auf SOA-Basis wird angestrebt (siehe PoC). Das BfJ benötigt dazu auf die zukünftigen Zielplattformen zugeschnittene Unterstützung für den gesamten Lebenszyklus der Softwareentwicklung, beginnend bei der Modellierung und Planung der Software bis zur Unterstützung bei der Implementierung, der Inbetriebnahme und dem weiteren Betrieb. Es ist daher geplant – Werkleistungen zur Erstellung neuer Software und zur Migration und Anpassung bestehender Software, – Dienstleistungen (z. B. Schulungen, Wissenstransfer und Betriebsunterstützung) sowie – die optionale Pflegeleistung der neu erstellten Software an einen Auftragnehmer zu vergeben. Die Leistungen sollen ohne Abnahmeverpflichtung des Auftraggebers aus einem Rahmenvertrag abgerufen werden. Weitere Informationen können dem Teilnahmeantragsschreiben entnommen werden.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-11-17. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-10-17.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2016-10-17 Auftragsbekanntmachung
2016-11-04 Ergänzende Angaben
2016-12-30 Ergänzende Angaben