Ratingdatenbank/Kreditrisikomanagement Software

NRW.BANK

Die NRW.BANK schreibt folgende Leistung aus:
1. Den Erwerb von Nutzungsrechten an einer Kreditrisikomanagement Software, in der verschiedene Risikoklassifizierungsverfahren implementiert und Ratings für Geschäftspartner und Wertpapiertransaktionen erstellt werden können. Die Software muss eine Datenbank, sowie die Möglichkeit zum Aufbau von Schnittstellen zu verschiedenen weiteren Systemen enthalten. Zudem benötigt das System eine Reportingfunktionalität.
Gefordert ist eine bestehende Standardsoftware. Die Software bzw. ihre Vorgängerversionen müssen bei mindestens drei Finanzdienstleistern im produktiven Einsatz sein (Nachweis durch Referenzen).
Der Betrieb der Software muss durch die NRW.BANK in Rechenzentren der NRW.BANK erfolgen. Der Betrieb bei einem Dritten ist nicht möglich.
Die Software muss bankübliche Standards bezüglich Datensicherheit, Berechtigungsverwaltung mit Rollen, Änderungsprotokollierung, Versionierung, Dokumentation, Datenschutz, der Möglichkeit zum Aufbau von Ausfallsicherheit und dem Entwicklungsprozess von Anpassungen erfüllen.
Sie muss geeignet sein für die Implementierung von bis zu 20 Risikoklassifizierungsverfahren (Scorecards, keine Simulationskomponenten).
Die Datenhaltung und Historienführung für jährlich bis zu 160.000 neue/aktualisierte Ratings muss möglich sein.
Die Implementierung der Verfahren sollte vorzugsweise über ein grafisches Editorensystem weitgehend ohne Programmierung von Code möglich sein.
Daten zur Nutzung: Zunächst sind 15 Risikoklassifizierungsverfahren mit insgesamt ca. 5000 aktiven Ratings geplant. Es sind ca. 200 Analysten zur Ratingerstellung und 5 Nutzer der Editoren- und Reportingfunktionalität geplant, dazu kommen ca. 2 Personen für die Administration und den Support.
Die Anbindung der Systeme der Bank für den Im- und Export von Daten muss frei konfigurierbar sein, um sowohl die Anforderungen bzgl. aktuell geplanter Schnittstellen (insbesondere SAP-GP, Limitsystem, Wertpapierstammdaten) als auch zukünftige Anforderungen erfüllen zu können. Es muss ein dateibasierter Import und Export möglich sein.
Die Erstellung der Ratings muss durch die Analysten manuell im 4-Augen Prinzip möglich sein. Eine automatisierte Massenverarbeitung sollte ebenfalls möglich sein. Die Gestaltung von Oberflächen und Arbeitsablaufen muss übersichtlich, logisch und intuitiv sein.
Eine Re-Rating-Funktionalität bei Änderung von automatisch eingeladenen Faktoren sollte vorhanden sein. Zudem muss eine Testumgebung für Auswirkungsanalysen bei Methodenänderungen der Ratingverfahren aufgebaut werden können.
Der Betrieb der Software (Serverkomponente) muss auf Windows Server Version 2008 R2 möglich sein. Als Datenbanksystem muss SQL Server 2008 oder neuer möglich sein. Die Clientsoftware muss unter Windows 2007 und perspektivisch Windows 2010 betrieben werden können.
2.
Die Einführung der Software/des Systems im Haus beinhaltet die Implementierung
a) der notwendigen Anpassungen zur Einführung des Systems im Hinblick auf den entsprechenden Workflow zur Ratingerstellung inkl. der Komponenten des Berechtigungs- und Statuskonzeptes.
b) der systemseitigen Schnittstellen zu SAP-GP, dem Handelssystem bzgl. Wertpapierstammdaten sowie dem bankeigenen Limitsystem.
c) von vier der Risikoklassifizierungsverfahren auf Basis der bestehenden Excel-Bögen und zusätzlicher fachlicher Beschreibung. Wesentliche Charakteristika:
c.i.) Tranchenbasiertes Risikoklassifizierungsverfahren mit Anbindung an das Handelssystem
c.ii.) Risikoklassifizierungsverfahren auf Basis externer Agenturratings und automatischem Re-Ratingvorschlag
c.iii.) Risikoklassifizierungsverfahren deren Ratingfestlegung in Form eines Massenupdates nach Segmenten erfolgt
c.iv.) Notenübertragung bereits erstellter/importierter Ratings
Die Umsetzung umfasst die Erstellung eines DV-Konzeptes, die Implementierung, die Begleitung des Tests, sowie die Dokumentation der durchgeführten Implementierung. Es soll eine Schulung der internen IT und Fachbereichsmitarbeiter der NRW.BANK durchgeführt werden, so dass die Erstellung weiterer Verfahren und Schnittstellen durch diese Mitarbeiter übernommen werden kann.
3.
Die regelmäßige Wartung und den Support des Systems:
a) Bereitstellung von Releases der Software
b) Unterstützung bei Nutzung und der Behebung von Fehlern (Hotline, Mailsupport)
c) Möglichkeit zur kostenpflichtigen Beauftragung der Durchführung weiterer Leistungen durch die NRW.BANK.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-05-25. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-04-15.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2016-04-15 Auftragsbekanntmachung