Ersatzneubau Heißwassererzeugeranlage im HW Altchemnitz Los 2- Referenznummer der Bekanntmachung: eins/17/HWE im HWA

eins energie in sachsen GmbH & Co. KG

Gesamtüberblick über die Maßnahme
Los 1: Heißwassererzeugeranlage (HWE)
Die Heißwassererzeugeranlage besteht aus 3x33 % Heißwassererzeugern. Die
DIN EN 12953 ist anzuwenden. Die Heißwassererzeuger sind als 3-zügige Großwasserraumkessel
mit je zwei Flammrohren auszuführen. Der Heißwassererzeuger muss entsprechend
konstruiert werden, dass sowohl ein Parallelbetrieb als auch ein Einzelbetrieb
der Flammrohre fahrbar ist. Der Heißwassererzeuger ist für BOB gemäß DIN EN 12953 für
einen ordnungsgemäßen Betrieb vollständig mit Armaturen auszurüsten.
Weiterhin müssen die 3 Heißwassererzeuger unabhängig voneinander bei verschiedenen
Lasten gefahren werden können bzw. einzelne Heißwassererzeuger komplett außer Betrieb
genommen werden können. Die komplette Anlage ist so zu betreiben, dass diese aus
betrieblicher Sicht optimal genutzt wird (d. h. möglichst hoher Anlagenwirkungsgrad; möglichst
geringer Lebensdauerverbrauch usw.). Eine wasserseitige Warmhalteeinrichtung ist
vorzusehen.
Der Heißwassererzeuger ist mit einer Feuerung für Erdgas mit allen erforderlichen Armaturen,
Zubehör, Zündeinrichtung, Flammenwächter und Brennstoffmengenmessung auszurüsten.
Die Emissionsgrenzwerte der 13. BImSchV sind in allen Lastfällen sicher zu unterschreiten.
Es ist kein Economiser vorzusehen (nur als Option). Der HWE ist allerdings so
zu konstruieren, dass jederzeit ein Economiser nachgerüstet werden kann.
Sowohl die Rauchgaskanäle, als auch die Schornsteine (1x je HWE) mit Emissionsmessbühne
sowie allen erforderlichen Stutzen für die Emissionsmessungen gemäß
13. BImSchV für kontinuierliche Messung und Prüfmessungen sind vorzusehen.
Ist die Temperatur des Rücklaufs zu niedrig, wird über eine Rezirkulationspumpe (1x100 %
je HWE) die Anhebung der Rücklauftemperatur umgesetzt.
Das Los Heißwassererzeugeranlage (HWE) besteht im Wesentlichen aus den Bauteilen:
— Heißwassererzeuger (3x33 %)
— Feuerung (Erdgas) und Gasverteilung Erdgas (ab Gas-Druckregel- und Messanlage)
— Rezirkulationspumpe (1x 100 % je HWE)
— Anlagentechnischer Stahlbau
— Rauchgaskanal, Schornsteine
Los 3: Bau (BAU)
Für die Um- und Neubauvorhaben im Heizwerk Altchemnitz sind basierend auf der Genehmigung
und den existierenden Konzepten sämtliche erforderliche Ingenieurleistungen
im Leistungsumfang des Auftragnehmers des Los 3.
Im Zuge des Projekts werden u.a. folgende Maßnahmen an der bestehenden Anlage erforderlich:
— Herstellung der Fundamente für die 3 Heißwassererzeuger inkl. Abbruch der bestehenden
Bodenplatte, Sockel, Fundamente und Kanaldeckel
— Ertüchtigung oder Herstellung von Fundamenten für Pumpen; Entfernung von Fundamenten;
Erstellung der Fundamente für die Schornsteine; Herstellung der Fundamente
für die Aufstellung eines Schaltanlagencontainers/Kompaktstation
— Herstellung Fundamente für die Druckhaltung inkl. Abbruch der bestehenden Bodenplatte
— Herstellung verschiedener Öffnungen in Wänden und Dach
— Komplette Errichtung des Unterstandes für das Stickstofflager
— Verschließen der durch den Abriss des Heißwassererzeuger 1 (HWE1) entstandenen
Öffnung in der Nordfassade mit einer Fassadenkonstruktion aus Trapezblech
— bauliche Ertüchtigung bzw. Sanierung der vorhandenen Abwassersammelbecken
und Nebenanlagen
— Pflasterung der Zuwege
— Kabelleerrohrtrassen; bauseitige Maßnahmen für die Erdverlegung der Gasversorgung
— Entrauchung des Heizwerkblocks über natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte;
Einbau von Zuluftöffnungen einschließlich Schalldämpfer, Heizregister und Heizungsverrohrung
Im Zuge des Projekts werden im Wesentlichen die Gewerke Massivbau, Stahlbau, Technischer
Stahlbau, Ausbau, Sanierungsarbeiten, HKL, Sanitär, TGA, Fassade/Dach, Tiefbauarbeiten,
Außenanlagen, Abdichtungsarbeiten und Vermessungsarbeiten erforderlich.
Los 4: E- Technik (ELT)
Der Liefer- und Leistungsumfang (LuL) inkl. sämtlicher erforderlichen Planungsleistungen
beinhaltet im Wesentlichen:
— einen begehbaren E-Technik-Container zur Außenaufstellung mit Heizung/ Klimatisierung/
Doppelboden, Gießharz-Transformatoren (10/0,4kV, 2 MVA), einer Niederspannungsschaltanlage
und einer USV-Kompaktanlage mit Gleichrichter, Wechselrichter,
Batterien und Verteilung
— Beleuchtungs- und Steckdosenanlage inkl. Außenbeleuchtung; Licht- und Steckdosen-
Unterverteilungen
— Kabeltrassen, Installationsrohre, Kabel
— Erdung, Blitzschutz, Potenzialausgleich
— Erweiterung der bestehenden Gaswarnanlage
Die Einspeisung der Transformatoren erfolgt aus einer in der Nähe aufgestellten Kompaktstation
(bauseits) des Netzbetreibers; die dafür erforderlichen Mittelspannungskabel gehören
zum ELT-Los.
Aus der Niederspannungsschaltanlage werden alle Verbraucher eingespeist, wobei die
HWE des Loses 1 und die Druckhaltung des Loses 2 mit eigenen Niederspannungs-
Unterverteilungen (Lieferumfang des Loses 1 bzw. Loses 2) ausgeführt werden.
Optional wird auf diese Niederspannungs-Unterverteilungen verzichtet; in diesem Falle sind
alle Verbraucher einzeln aus der Niederspannungsschaltanlage des Loses ELT einzuspeisen.
Erdung, Blitzschutz und Potenzialausgleich sind an die Bestandsanlage anzubinden.
Die elektrischen Betriebsmittel werden durch die Leittechnik (Los 5) überwacht und gesteuert;
dafür ist die entsprechende Signalschnittstelle inklusive der entsprechenden Aufgabenstellung
für das Los 5 zur Verfügung zu stellen.
Los 5: Leittechnik (HLT)
Die neue Heißwassererzeugeranlage einschließlich aller zugehörigen Komponenten soll
über ein Siemens SPPA-T3000-Leitsystem überwacht und gesteuert werden. Die Anlage
ist für einen 72h-Betrieb ohne manuelle Eingriffe vorgesehen.
Das Leitsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
— Application-Server nicht redundant, Automation-Server redundant
— kombinierte Bedien- und Engineeringstation
— Ein- und Ausgabebaugruppen (SIM) zur Anbindung der Feldgeräte, Schaltanlagen
und Frequenzumrichter
— Bus-Schnittstellen zur Ankopplung der Steuerungen der Heißwassererzeuger und der
Druckhaltung (optional Integration der Steuerungen in das Leitsystem SPPA-T3000
mit Verteilung auf mindestens zwei Automation-Server)
— Netzwerktechnik, GPS-Uhr zur Zeitsynchronisierung
— Schränke zum Einbau der Geräte
— interne Verkabelung.
Das Leitsystem ist an das Bestands-Leitsystem SPPA-T3000 im HKW Nord II anzubinden.
Darüber hinaus gehören zum Los HLT
— die Messtechnik für das Los 2 BoP
— die Emissionsmesseinrichtungen nach 13. BImSchV
— die Leittechnik-Feldverkabelung inklusive ggf. erforderlicher Hilfsspannungsversorgung
und Koppelrelais
— zugehörige Planungsleistungen
Zum Leistungsumfang gehört die Erstellung der vollständigen Automatisierungssoftware
inklusive Bedienbilder auf Basis der Aufgabenstellungen der anderen Los-
Lieferanten.
Inhalt dieser Ausschreibung
Balance of Plant (BoP)
Der Liefer- und Leistungsumfang (LuL) beinhaltet im Wesentlichen die Einbindung der
3x33 % Heißwassererzeuger, die Druckhaltung, die benötigten Pumpen und erforderliche
Rohrleitungen. Die Heißwassererzeuger (nicht LuL des Auftragnehmers des Los 2) werden
aus dem Rücklaufsammler (Bestand) gespeist und stellen die erzeugte Fernwärme dem
Vorlaufsammler (Bestand) zur Verfügung. Sowohl die Anbindung an den Vorlaufsammler
als auch an den Rücklaufsammler im Bestand inkl. aller verbindenden Rohrleitungen sind
Teil der LuL des Auftragnehmers des Los 2.
Die Gesamtanlage ist für BOB (Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung) auszuführen und
die Teilanlage entsprechend vollständig für einen ordnungsgemäßen Betrieb auszurüsten.
Das Heizwassersystem dient zur Bereitstellung der in den Heißwassererzeugern erzeugten
Energie an das Fernwärmenetz. Die Heißwassererzeuger HWE (nicht LuL des Auftragnehmers
des Los 2) werden parallel eingebunden, so dass alle Energieerzeugungsanlagen
unabhängig voneinander in das Fernwärmesystem einspeisen können. Der Rücklauf zur
neuen Anlage wird dem bestehenden Rücklaufsammler entnommen und über die 4x33 %
redundant ausgeführten Umwälzpumpen (LuL des Auftragnehmers des Los 2) den Energieerzeugungsanlagen
zugeführt. Die Regelung des Massenstroms erfolgt über die Drehzahlregelung
der Umwälzpumpen, während die dem HWE nachgelagerten Regelventile die
asynchrone Fahrweise sicherstellen.
Der Vorlauf aus den Heißwassererzeugern wird zusammen dem bestehenden Vorlaufsammler
zugeführt. Die Absicherung gegen einen zu hohen Druck der Heißwassererzeuger,
welcher durch die Nullförderhöhe der Umwälzpumpen erzeugt werden kann, ist durch
den Auftragnehmer von Los 2 umzusetzen.
Zur Verhinderung von Ausdampfungen im Heißwassersystem ist eine Druckhaltung am
Standort Heizkraftwerk Nord in Betrieb und zusätzlich wird eine Redundanzdruckhaltung
am Standort Heizwerk Altchemnitz mit Einbindung in den Rücklaufsammler vorgesehen
und ist so auszulegen, dass diese auf einen Vorlaufdruck von 11 bar (ü) geregelt wird. Die
beiden Auffangbehälter sind als Expansionsvolumen für die Volumenänderungen im Fernwärmenetz
zu installieren, die sich als Folge der im System auftretenden Temperaturveränderungen
ergeben. Die Anforderungen gem. DIN EN 12953 sind einzuhalten. Die Hydraulikeinheit
stellt sicher, dass bei Unterschreitung des vorgegebene Drucks die notwendigen
Druckhaltepumpen aus den Auffangbehältern in das Fernwärmenetz nachspeisen.
Wird ein vorgegebener Druck überschritten, öffnen die Überströmventile und schleusen
Heizwasser aus dem System aus in die Auffangbehälter.
Das Los Balance of Plant (BoP) besteht im Wesentlichen aus den Bauteilen:
— Umwälzpumpen (4x 33 %)
— Anlagentechnischer Stahlbau
— Rohrleitungen zur Verrohrung der Gesamtanlage (keine UIW) inkl. Regel- und Absperrventile
und sonstige Armaturen
— Wärmeisolierung mit Verkleidung und Berührschutz
— Druckhaltung.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2017-05-22. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2017-05-05.

Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2017-05-05 Auftragsbekanntmachung
2017-05-08 Ergänzende Angaben