Beschreibung der Beschaffung
Der Auftraggeber finanziert die Maßnahme im Rahmen des Operationellen Programms Sachsen für die EFREFörderperiode 2014-2020 im Vorhaben „Prävention von Risiken des Altberg-baus". Für die Bauleistungen liegt eine Kostenberechnung aus dem Jahre 2013 in Höhe von rund 3,5 Mio. € netto vor. Als Bauzeit plant der Auftraggeber etwa 28 Monate.
Der „Tiefe Wolf Stolln“ verläuft unter dicht bebautem Siebenlehner Stadtgebiet mit kommunalen Straßen und Wegen, sowie unter einer Hauptverkehrsstraße (S 195). Nach den Angaben in der Bergschadenkundlichen Analyse (BSA) wird der Stollen bzw. der Siebenlehner Bergbau bis an den Rand (westliche Begrenzung) des Zellaer Waldes, erstmals 1320 in einer Belehnung Markgraf Friedrichs des Freidigen an den Abt des Klosters Altzella und weitere Gewerken genannt. Er dient heute als der Hauptentwässerungsstollen für alle angeschlagenen Grubenbaue im Stadtgebiet von Siebenlehn und darüber hinaus. Die derzeit bekannte Stollenlänge unter bebautem Stadtgebiet beträgt ca. 1 300 m (Ende des 19. Jh.). Der „Tiefe Wolf Stolln" war nach den vorliegenden historischen Unterlagen mit dem „Romanus Stolln" im gesamten Siebenlehner Grubenfeld bis 1875 in Betrieb. Das ehemalige, teilweise verbrochene Mundloch des Tiefen Wolf Stolln befindet sich am Mühlgraben der mittlerweile devastierten „Beier" – Mühle, parallel zur Freiberger Mulde am östlichen Stadtrand von Siebenlehn.
In Siebenlehn hinterließ der historische Silberbergbau zahlreiche Halden im Stadtgebiet. Die meisten davon wurden im Lauf der Jahrhunderte devastiert. Auf der großen Halde des „Roma-nus“-Treibeschachtes ist ein Buswendeplatz sowie ein PKW – Parkplatz angelegt. Die große Halde des „Sohr" – Schachtes befindet sich im Zustand der Einstellung des Bergbaus. Als Was-serlösestollen fungieren der weitestgehend verbrochene "Tiefe Wolf Stolln" und der „.Romanus Stolln", der aber keine direkte Anbindung an den Vorfluter mehr besitzt, weil er im Mundlochbereich total verbrochen ist und mit Massen überkippt wurde. Beiden Stollen kommt für das ehemalige Siebenlehner Altbergbaugebiet die zentrale und bedeutende Rolle im Hinblick auf die Gewährleistung eines geordneten Wasserabtrages zu. Die Mundlöcher der beiden Stolln liegen innerhalb des bebauten Ortsgebietes.
Die vorangegangenen Untersuchungen haben ergeben, dass beide Wasserlösestollen verbrochen sind. Die Verbrüche lassen sich auf alte bis zur Tagesoberfläche reichende Grubenbaue sowie Lichtlöcher/Schächte zurückführen und sind durch Masseeinläufe aus Abbauhohlräumen in die Stollenprofile charakterisiert, welche den vollständigen Querschnittsverschluss bewirken. Hieraus resultiert ein stark gestörtes und eingeschränktes Abflussbild des Grubenwassers aus dem Siebenlehner Altbergbau. Dieser Sachverhalt bildet sich Übertage insbesondere im Verlauf des „Bruno Morgenganges“ ab. Auf bzw. über diesem Siebenlehner Hauptgang mit seinen zahlreichen Schächten sind immer wieder Tagebrüche mit einer für die urbane Bausubstanz erschreckenden Schadensbilanz zu verzeichnen.
In der jüngeren Vergangenheit, d. h. seit 1954, traten 36 Schadensereignisse auf, etwa die Hälfte davon seit 1993. Auffällige Häufungen von Schadenereignissen waren jeweils nach den Hochwässern bzw. Starkniederschlagsereignissen von 2002 und 2013 zu verzeichnen.