Beschreibung der Beschaffung
b) Anlass und Zielstellung des Projektes
Die Gesamtliegenschaft ist mit Ausnahme des Hauses B bereits bis 2011 saniert worden – hier die Häuser A, D, C und die KITA. Um 1993 wurde auch das Haus B im Inneren bereits in Stand gesetzt und modernisiert, wobei konstruktive Bauteile im Wesentlichen nicht saniert wurden. Es erfolgte zudem ein Anbau von zweigiebelseitigen Fluchttreppenhäusern in einer offenen verzinkten Stahlkonstruktion.
Das Gebäude verfügt über einen störanfälligen und nicht anforderungsgerechten Aufzug. Das Dachgeschossdiente ehemals der Wohnnutzung und ist im Zuge von Schadstoffbeseitigungsmaßnahmen etwa um das Jahr 2000 vollständig entkernt worden. Das Dachtragwerk und die Dachkonstruktion weisen zum Teil erhebliche Bauschäden auf. Nunmehr ist geplant, dass Haus B zu sanieren und mit ergänzenden Funktionen für die Häuser A, D, C auszustatten.
Aufgrund geänderter Nutzungsanforderungen (Ablauf und Funktion) werden besonders die WC-Bereiche im Haus B umgestaltet und behindertengerecht ausgebildet. Zielstellung ist, eine klare Trennung der Funktionen Schule, Kita und Internat innerhalb der Gesamtliegenschaft zu erreichen,
c) Das Bestandsgebäude Haus B
Das Gebäude Haus B ist Bestandteil der Gesamtanlage ÜFZ SEHEN M-V.
Das Entstehungsjahr des Gebäudes B datiert auf ca. 1864 (Errichtung der Gesamtanlage als Großherzoglich-Mecklenburgische Landesblindenanstalt). Das Gebäude ist voll unterkellert und hat 4 Vollgeschosse – EG, 1. OG, 2. OG, DG. Das Dachgeschoss ist entkernt und wird zurzeit nicht genutzt. Die Decke über dem KG ist eine Massivdecke – alle übrigen Decken sind als Holzbalkendecken ausgebildet. Diese sind sanierungsbedürftig. Das Dachtragwerk ist eine Holzkonstruktion (Kehlbalkendach). Zu beachten ist, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Die entsprechende denkmalpflegerische Zielstellung ist zu beachten;
d) Aufgabenstellung
Das Haus B soll umgebaut und saniert werden. Das Haus B bildet zusammen mit den Gebäuden A, D und C ein städtebauliches Gesamtensemble und darf in seinem äußeren Erscheinungsbild nicht umgedeutet werden. Alle Maßnahmen an der Fassade und am Dach haben sich am historischen Vorbild zu orientieren. Mauerwerksstrukturen, Fugenbilder, Fenstergesimse, Laibungen sind diesem nachzuempfinden. Wärmedämmverbundmaßnahmen sollen als Innendämmung erfolgen, um die schützenswerte Ansicht zu erhalten. Die Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen sind nach der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung zu planen. Die Wärmeversorgung erfolgt über den Energieträger „Fernwärme“.
Hinsichtlich des Instandsetzungsumfanges sind für den Bauherrn, insbesondere folgende Maßnahmen von Bedeutung:
— Instandsetzung außen: Sockel, Fassade, Dach,
— Umbau innen: alle Geschossebenen vom Keller bis zum Spitzboden inklusive Erneuerung Heizung, Sanitär, Elektro, Tischler,-/Maler-, Bodenbelags- und Trockenbauarbeiten,
— Feuchtigkeitssanierung Keller,
— Komplettausbau des Dachgeschosses,
— Fahrstuhlerneuerung inklusive Fahrstuhlschacht.
Während der Bauzeit wird das Haus B freigezogen (in Container).
f) Raumprogramm
Die Schülerkapazität für das Haus B beträgt maximal 50 Schülerinnen / Schüler (angemeldet für das Schuljahr 2016/2017 sind 39 Schülerinnen / Schüler). Die Klassenstärke soll maximal 9 Kinder bzw. Jugendliche (bis 21 Jahre) betragen,
g) Leistungsbestandteile/Auftragsumfang
Neben den Grundleistungen der Tragwerksplanung sind als Besondere Leistung das Erstellen einer Planung des Schallschutzes im Hochbau (Schallschutzgutachten) ebenso gefordert wie die Erstellung eines Holzschutzgutachtens. Optional behält sich der Auftraggeber vor, das Mitwirken bei der Überwachung der Ausführung der Tragwerkseingriffe bei Umbauten und Modernisierungen zu beauftragen.