Beschreibung der Beschaffung
In Rheinland Pfalz wurde mit der Novellierung des Landesgesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz und des Landesgesetzes über den Rettungsdienst sowie den Notfall- und Krankentransport die Schaffung von Integrierten Leitstellen (ILS) in Rheinland-Pfalz vom Land festgelegt.
Bei der Umsetzung dieser Landesvorgaben ging die ILS Trier als integrierte Leitstelle im November 2000 in Betrieb. Der Zuständigkeitsbereich umfasst: Stadt Trier, Landkreis Trier-Saarburg, Landkreis Bernkastel-Wittlich, Landkreis Vulkaneifel, sowie Landkreis Bitburg-Prüm, damit ca. 530 000 Einwohner auf einer Fläche von 4 923 km.
Die in der ILS Trier eingesetzte Technik zur Notrufabfrage und Funkvermittlung muss aufgrund des Alters aller Komponenten dringend erneuert werden. So treten heute speziell im Falle von hohem Notrufaufkommen bei Großschadenslagen vermehrt technische Probleme auf, die eine sichere Annahme und Bearbeitung aller Notruf- und Hilfeersuchen erschweren. Darüber hinaus sind auch die Anbindung der neuen digitalen BOS-Funktechnik und der voll digitalen Telefonanschlüsse der Netzanbieter der mit der aktuellen Leitstellentechnik nicht mehr realisierbar.
Dazu soll in der ILS die landesweit einheitliche Technik zur Abfrage- und Vermittlung mit der Projektbezeichnung zAVT eingeführt werden. Zur Sicherstellung des Leitstellenbetriebes ist eine kommunikationstechnische Anlage als Rückfallebene anzuschaffen. Diese dient bis zur Einführung von zAVT dem Interimsbetrieb die bestehende Abfrage- und Vermittlungstechnik der ILS Trier muss zur Sicherstellung des Leitstellenbetriebs und der Aufgabenwahrnehmung bereits vor der geplanten Ausrüstung mit dem zentralen Abfrage- und Vermittlungstechnik (zAVT) ersetzt werden. Die wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Übergangslösung zur Erhaltung der Betriebsbereitschaft ist der Einsatz einer sogenannten AVT-Rückfallebene im temporären Dauerbetrieb. Somit muss die AVT-Rückfallebene so ausgeführt werden, dass diese für einen längerfristigen Dauerbetrieb geeignet ist.
Entsprechend der Konzeption der Ausrüstung der BOS-Leitst. in Rheinland-Pfalz und den Anforderungen der ILS Trier werden folgende Betriebsebenen der Kommunikationstechnik umgesetzt:
1) Den Regelbetrieb in der ILS Trier übernimmt die zAVT-Systemtechnik, die lokale technische Anschaltung an Digitalfunkgeräte, Telekommunikationsleitungen und Fremdsysteme ist die sogenannte öAVT;
2) Den Rückfallbetrieb in der ILS Trier übernimmt die mit dieser hier vorliegenden Ausschreibung zu beschaffende AVT-Rückfallebene;
3) Den Notbetrieb in der ILS Trier übernimmt für die Telekommunikation die Haus-TKAnlage der Feuerwache, die digitale Funkkommunikation wird über ein VoIPBediensystem des Herst. Reichert durchgeführt, die analoge Funkkommunikation erfolgt über die manuelle Bedienung von analogen Funkgeräten.
Mit der vorliegenden Ausschreibung werden ein Teil der kommunikationstechnischen Ausrüstung der Leitstelle und deren Nebenräume beschafft. Das vorliegende Leistungsverzeichnis beschreibt die dazu notwendigen Anforderungen. Die wesentlichen Bestandteile der Leitstellentechnik sind: Leitstellenkommunikationssystem mit den Komponenten: Funk-/Draht Abfrage-Vermittlungseinheit (AVT), Leitungs-/Notrufumschalter (ByPass-/FailOver-System), Störmelde- und Kontaktsteuerungssysteme, Überwachungssysteme, integrierte Dokumentationsanlage; Datennetz-Verkabelung des Technikraumes mit den Leitstellen und Nebenräumen; Uhrenanlage; Wetter- und Pegelinformationssysteme nicht Bestandteil dieser Beschaffung sind folgende Systeme, die über geeignete Schnittstellen integriert werden müssen: Einsatzleitsystem Hard- und Software, Gegensprech- und Alarmdurchsageanlage, Digitale Funksysteme mit Notebene, Analoge Funksysteme mit Notebene, Alarmierungssysteme, Analoge Funkalarmierung, Wachenalarmierung, Gefahrenmeldeanlage weiter wird ein unterbrechungsfreies Energieversorgungssystem bauseits beigestellt, das die komplette Leitstellentechnik versorgt.