Beschreibung der Beschaffung
Der Auftraggeber Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung.
Im Betrieb einer eigenen Krankenhausapotheke entsprechen die Lagerhaltung und das aktuell manuelle Kommissioniersystem im Bereich der Fertigarzneimittelausgabe dem Stand der Erstausstattung.
Zur Erfüllung diverser neuer Aufgabenstellungen sowie insbesondere der Vorgaben spezifischer gesetzlicher Neubestimmungen ist das bestehende Lager- und Kommissioniersystem ungeeignet und durch eine funktionsgerechte Anlage zur halbautomatischen Kommissionierung von Fertigarzneimitteln zu ersetzen.
An die Leistungsfähigkeit der Anlage werden folgende Anforderungen gestellt:
1) Lagersystem
a) Durchlaufregale (Aufstellbreite bis insgesamt maximal 26 m)
—— Fachbodentiefe 2 m,
—— Lagerfläche insgesamt ca. 260 qm,
—— Anzahl Materialkanäle mind. 350,
—— Maximale Traglast je Regalebene mind. 300 kg.
b) Bereitstellungsregale (Aufstellbreite bis insgesamt ca. 175 m)
—— Fachbodentiefe 80 cm,
—— Anzahl Materialkanäle mind. 1 300,
—— Maximale Traglast je Regalebene mind. 200 kg.
c) Regaltechnik
—— Beschreibung allgemeiner Eignungskriterien,
—— spezifsche Eignung zur Lagerung von Arzneimittel wie z. B. übersichtliche Lagerhaltung, problemlose Reinigungsmöglichkeit, „first in first out“-Realisierung, schnelle Entnahme, kurze Zugriffswege, ergonomische Gestaltung des Griffbereichs, problemlose Anbindung an die fördertechnische Anlage, Unterstützung des reibungslosen Durchlaufs der Ware von der Ein- zur Auslagerungsseite (z. B. mittels Rollenleisten),
—— bedarfsgerechte Ausstattung mit geeigneten Trennleisten bzw. Lagerbehältern zur Einlagerung kleinvolumiger Materialien o.ä., Eitikettenhaltern (Vorder- und Rückseite je Regalfach),
—— Ausstattung mit einer visuell unterstützenden Kommissionierhilfe (pick by light) je Kanal.
2) Fördertechnik:
a) Automatischer Transport der an der am Materialkanal entnommenen Ware mit Hilfe eines regalständigen Förderbandsystems;
b) Zuführung zu einer endständigen automatischen (maschinellen) Ausgangskontrolle;
3) Automatische Erfassung und Kontrolle des Warenausgangs mit anschließender automatisierter Sortierung:
a) Die Kontrolle des Warenausgangs erfolgt automatisch mit Hilfe eines maschinellen Systems zur optisch-elektronischen Erfassung von Barcodes (PZN oder Code 39 oder EAN oder UPC-A) und DataMatrix-Codes sowie durch die Möglichkeit einer Bilderfassung;
b) Mit Hinweis auf eine zeitnahe Arzneimittelversorgung bedingen die UMG-internen Prozessabläufe einen notwendigen Maschinentakt von 3000 Stückausgaben/h.
4) Systemseitige Voraussetzungen:
a) Möglichkeit einer Batch-Kommissionierung;
b) Automatische Sortierung der einzelnen Kommissionieraufträge im Anschluss an die automatische Erfassung und Kontrolle des Warenausgangs auf zeitgleich möglichst bis zu 16 bereitgestellte Transportbehälter.
5) Ergänzende mobile Kommissioniervorgänge
Möglichkeit einer Kommissionierung in dezentralen Lägern (z. B. Kühlware, BtM, Infusionslösungen etc.) mit Hilfe eines tragbaren Datenscanners/Handhelds zur:
— Batch-Kommissionierung,
— Direktkommissionierung,
— Sammelkommissionierung,
— Vorkommissionierung,
— Optional: Etikettenkommissionierung.
6) Systemumgebung (Hard- und Software)
a) Ausstattung mit der erforderlichen EDV-Hardware wie z. B. zentrale sowie ggf. dezentral erforderliche Rechner, geeignete Drucker (Packlisten etc., ggf. Etiketten), Bildschirme etc…
b) Spezifische Software zur Anlagensteuerung bzw. Steuerung und Verarbeitung der Kommissioniervorgänge inkl. möglicher Retourenbearbeitung (Wiedereinlagerung), Chargendokumentation (dokumentationspflichtige Produkte gem. ApBetrO wie insbes. Blutprodukte) und einer elektronischen Wareneingangserfassung
c) Möglichkeit der Zwischenspeicherung erforderlicher Daten
d) Vollständiger und fehlerfreier Datenaustausch mit dem in der UMG verwendeten Warenwirtschaftssystem SAP-MM