Beschreibung der Beschaffung
Das Hauptgebäude des FB Physik wurde als teilunterkellerter Stahlbetonskelettbau mit 2 Vollgeschossen (und einem Dachaufbau in einem Teilbereich) in den 1970er Jahren von Henning Larsen Architects A/S geplant. Die beiden gleichartigen Gebäudeteile (Grundfläche ca. 80 m x 88 m) sind durch 2 Innenhöfe in jeweils 2 Trakte untergliedert und über 2 verglaste Brückenkonstruktionen im Obergeschoss verbunden. An den das Gebäude gliedernden Fluren sind die unterschiedlichen Funktionsbereiche angeordnet: Büros, Physik- und Chemielabore, Technikräume, Werkstätten, Hörsäle, Seminarräume, eine Cafeteria sowie die Garage.
Die horizontalen Haupttrassen der Technischen Infrastruktur liegen im Deckenhohlraum der Flure zwischen sichtbarer Abhangdecke und Rohdecke, die Installationskanäle bzw. abgehängten Decken waren F30 auszubilden. Seit der Inbetriebnahme des Gebäudes 1982 wurden immer wieder Leitungen nachinstalliert. Der Querschnitt des Deckenhohlraums ist in vielen Bereichen überstrapaziert, vorhandene Trassen sind statisch überlastet, so dass Nachinstallationen kaum noch möglich sind und Deckenbereiche absturzgefährdet waren bzw. sind.
Aufgrund der Brandschutzanforderung ist die Decke nur mit wenigen Revisionsöffnungen ausgebildet worden. Revision und Nachinstallation werden dadurch behindert. Außerdem ergaben Bestandsuntersuchungen Mängel an Brandschotts, fehlende oder mangelhafte Brandschutzklappen sowie beschädigte Brandschutztüren, die dringend zu beseitigen sind.
Im Anschlussbereich des Brandschutzkoffers an die Rohdecke bzw. die Flurtrennwände befinden sich asbesthaltige Trennstreifen und eine aktuelle Schadstoffuntersuchung (Stand 28.7.2017) hat asbest- und KMF-haltige Liegestäube in den Zwischendecken im gesamten Gebäudebereich nachgewiesen.
Um den Betrieb des Hauses auch weiterhin aufrechterhalten zu können, ist zunächst der Abriss der abgehängten Decken und eine Schadstoffsanierung dringend notwendig. Im Anschluss sind die Mängel an Brandschotts, Brandschutzklappen etc. zu beheben. Die abgehängten Decken der Flure sollen ersetzt und entsprechend den neuen Anforderungen revisionierbar ausgebildet werden. Dies bedingt eine grundsätzliche Änderung des Brandschutzkonzeptes des Gebäudes. Das neue Brandschutzkonzept, das statt notwendiger Flure die Schaffung von 400 m-Nutzungseinheiten vorsieht, wurde im Frühjahr 2017 aufgestellt. Der geprüfte Brandschutznachweis liegt vor und bildet die Grundlage der geplanten Baumaßnahme. Baubegleitend sollen sämtliche Boden- Wand-, und Deckenflächen in den Fluren sowie die WC-Anlagen im Gebäude erneuert werden.
Maßnahmen Technische Ausrüstung:
Rückbau von dezentralen Feuerlöscheinrichtungen, Wandhydranten, Anpassung von Bestandsleitungen und –durchdringungen an die brandschutztechn. Erfordernisse, Flächendeckende Detektierung durch Installierung von Rauchmeldern in allen Räumen und Fluren unterhalb und oberhalb abgehängter Decken, Installation einer neuen BMZ im EG des Traktes 1, Erweiterung der Sicherheitsbeleuchtung, Änderung der Alarmierung und Evakuierung begrenzt auf Bauteile bzw. Trakte, Ertüchtigung, Erneuerung oder Ergänzung von Entrauchungsanlagen, Einbau zusätzlicher Abluftleitungen für Sicherheitsschränke/Digestorien, Brandschutztechnische Anpassung der auf dem Dach des Gebäudes befindlichen Photovoltaikanlage, sanitärtechnische Erneuerung einschl. Strangsanierung in den unmittelbar angrenzenden Leitungsbereichen von insgesamt 31 WC-Anlagen Rahmenbedingungen: Die Brandschutzsanierung der Flure soll im laufenden Betrieb erfolgen.
Größen: NGF Gebäude ca. 26 700 m, NF 1-7 ca. 14 500 m, Fläche Flure ca. 7 000 m Zeitrahmen: es wird mit einer Planungs- und Bauzeit von max. 8-10 Jahren gerechnet.
Die notwendigen Planungsleistungen für die Hochbauplanung werden separat beauftragt.