Beschreibung der Beschaffung
Seit den 1950er Jahren gehört die tägliche Schaufütterung der Seelöwen zu den Hauptattraktionen beim Zoorundgang. Mittlerweile ist die Anlage „in die Jahre“ gekommen und bedarf einer dringenden strukturellen und technischen Erneuerung. Eine Erneuerung der Robbenanlage dient in erster Linie der Besucherbindung, durch eine attraktive Gestaltung wird die Gesamtattraktivität des Zoos gesteigert.
Daher soll die Aufgabe der Generalfachplanung einem erfahrenen Generalplanungsteam mit guter Expertise in der Zoogehegeplanung, insb. im Bereich von Meeresraubtieren, übertragen werden.
Der Auslober beabsichtigt, die folgenden Leistungen in einem Paket an einen Generalplaner zu vergeben.
— § 34 i.V.m. Anlage 10.1 der HOAI für Gebäude und Innenräume,
— § 51 i.V.m. Anlage 14.1 der HOAI für die Tragwerksplanung,
— § 55 i.V.m. Anlage 15.1 der HOAI für die technische Ausrüstung,
— § 39 i.V.m. Anlage 11.1 der HOAI für Freianlagen.
Hinweise:
Die gut funktionierenden tierhalterischen Aspekte der gegenwärtigen Anlage müssen erhalten bleiben bzw. übertragen werden.
Einschränkend bei Planung und Bau wirken sich folgende Vorgaben aus:
1) Aufgrund der erheblichen (auch wirtschaftlichen) Bedeutung der Schaufütterung der Seelöwen im Zoo Dortmund kann während der Bauphase nicht auf diese verzichtet werden. Daher muss sichergestellt sein, dass die bisherige Anlage ungestört weiter betrieben werden kann;
2) Der Sprungfelsen in der bestehenden Robbenanlage hat große traditionelle und identitätsstiftende Bedeutung. Er ist daher zu erhalten.
Die Struktur der bestehenden Anlage soll vorbildlich für die neu zu schaffende Anlage sein. Neben einem Hauptbecken mit direkter Verbindung zu einem Nebenbecken werden zwei Stallgebäude) und ein Aufzuchtbecken hinter dem Hauptstall (außerhalb des Besucherbereichs benötigt. Zwischen Haupt- und Nebenbecken befindet sich eine Schleuse.
Nebenbecken = bisheriges Becken nach Sanierung!
Zur Gestaltung der Außenanlagen:
Der Uferbereich wird dem natürlichen Lebensraum der Seebären gemäß mit Felsenstruktur (kein Sandstein; Granit oder Kunstfels, trittfest!; siehe z. B. Zoo Münster) gestaltet. Felsenstruktur ausbruchsicher! Pflanzinseln sollen vorhanden sein. Es eignen sich beispielsweise Büsche. Baumstämme und Wurzelwerk ergänzen das Bild. Der Landteil soll möglichst eben sein, das Hauptbecken soll eine organische Form erhalten.
Die Gestaltung der Begrenzung zum Besucherbereich sollte auch flache Unterwassereinsicht (vgl. Pinguinanlage Zoo Dortmund) ermöglichen. An wenigstens einer Stelle soll auch eine tiefe Unterwassereinsicht vorhanden sein. Hierzu soll in diesem Bereich der Besucher in eine unterirdische Höhle geführt werden, von wo er Einblick in den Unterwasserbereich des Hauptbeckens hat. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Unterwasserscheiben leicht und problemlos zu reinigen sind. Unterwassereinsicht ist ein wesentliches Kriterium einer modernen Robbenanlage und erfordert entsprechend aufwendige Filtertechnik.
Auf der besucherabgewandten Seite der Gesamtanlage genügt ein Metallzaun (zu beachten: Sichtschutz gegen Außenbereich!).
Der Bodengrund im Landbereich besteht aus einer Kombination von natürlichem Fels, Findlingen, Beton und Kunstfelsen.
Alle Oberflächen müssen frei von scharfen Ecken und Kanten sein, keine Kieselsteine (!).
Die Beckenböden bestehen falls möglich aus natürlichen Steinen/Felsen im Bereich der Unterwasserscheibe, sonst aus Beton mit Epoxidharz Beschichtung
Beckenfarbe:blau
Tierbesatz:
In der Anlage sollen Kalifornische Seelöwen Südamerikanische Seebären gehalten werden.
Maße (Vorgabe):
Neubau Größe: 1000 m
Hauptbecken: 640 m; Hauptbecken = 80 % der Gesamtanlage
Landfläche: 200 m
Becken Tiefe:
Hauptbecken: max. Tiefe 4m, sonst durchschn. 2,6 m, leicht ansteigend zu allen Uferbereichen, ausgedehnte Flachwasserzone in den Randbereichen
Besucherbereich:Der Vorplatz zur Robbenanlage ist themenbezogen und passend zu gestalten. Der Tribünencharakter der Vorplatzsituation soll übernommen werden.