Kurze Beschreibung
Die Schwerpunkte der ingenieurtechnischen bzw. planerisch zu bearbeitenden bergtechnischen Arbeiten liegen auf:
- der Herstellung der dauerhaften Abwetteröffnungen Schacht 76, Türk-Schacht, Schacht Adam Heber und Bremsberg Querschlag 6 (wird bereits als Abwetteröffnung betrieben) mit der Anforderung des Ersatzes der Abwetteröffnung des Querschlags 6 durch den Schacht 76,
- der notwendigen Grundherrichtung von Wetterwegen, hauptsächlich auf dem Sohlenniveau des Tiefen Fürstenstolln (vorrangig im Bereich Neustädtel) und des Oberen Fürstenstolln (vorrangig im Bereich Stadtberg) sowie der Aufwältigung der notwendigen Anschlussgrubenbaue der Wetteröffnungen an die Grubenbaue der Grundherrichtung,
- der Einbeziehung der offenen Grubenbaue der darüber liegenden tagesnahen Sohlen sowie die offenen Grubenbaue der Markus-Semmler-Stolln-Sohle,
- der wettertechnischen Ausstattung der Tagesöffnungen (Lüfteranlagen, Ableitbauwerke, Tagesanlagen) und
- der Einbeziehung von Synergien durch die laufenden bergmännischen Projekte (Komplexes Sanierungsareal Kirchplatz St. Wolfgang Kirche -KSA 2-, Sanierung Markus-Semmler-Stolln zur Sicherstellung einer dauerhaften Wasserlösung) und anderer Maß-nahmen zur Gefahrenabwehr aus altem Bergbau in Schneeberg.
Zu den notwendigen Arbeiten im Wetterprojekt Schneeberg gehören auch der anschließende wettertechnische Verschluss von offenen Tagesverbindungen zur Vermeidung von Fremdwetterzutritten sowie der Umgang mit dem Lehr- und Besucherbergwerk Weißer Hirsch und anderen Nutzungen in der Schneeberger Grube. Die strikte Trennung der Bewetterungssysteme der Gruben Schneeberg (Altbergbau) und Schlema-Alberoda (Wismut GmbH) ist ebenso zu gewährleisten.
Um die angeführten Schwerpunktaufgaben bearbeiten zu können, sind folgende ingenieur-technische Leistungen zu erbringen:
-Berechnung und Umsetzung eines Wetternetzes in der Grube Schneeberg,
- Berechnung und Konzipierung von Lüfteranlagen und Ableitbauwerken,
- Ausbreitungsrechnungen für die Ableitbauwerke von gas- und aerosolförmigen radioaktiven Auswürfen,
- Überwachung und Kontrolle der zulässigen zusätzlichen Belastungen im Umfeld der Ab-leitbauwerke, Bewertung der Strahlenexposition durch radioaktive Auswürfe unter Berücksichtigung des ALARA-Prinzips und der Einhaltung des Richtwertes von 1 mSv/a für die Bevölkerung,
- Konzipierung und Überwachung der wettertechnischen und den Strahlenschutz betreffen-den Maßnahmen und Anlagen unter Beachtung der strahlenschutzrechtlichen Bestimmun-gen bei bergtechnischen Arbeiten,
- Erarbeitung der erforderlichen Strahlenschutzrechtlichen Genehmigung bzw. Sanierungs-plan, Umsetzung der entsprechend beauflagten Überwachungsmessungen und sonstigen strahlenschutzrechtlichen Auflagen,
- Konzipierung, Umsetzung und Auswertung von Bewetterungsversuchen einschließlich Tracergasuntersuchungen in der Grube Schneeberg,
- Projektierung von Wetterleiteinrichtungen, Wettertüren etc. im Rahmen des Projektes,
- Identifizierung von Fremdwetterzutritten und Projektierung von Gegenmaßnahmen,
- Überwachung der grubenbedingten Radonbelastungen von Gebäuden einschließlich Erfolgskontrolle des Projektes und
- Planung von gezielten Maßnahmen zur Radonsanierung von Gebäuden bei Erfordernis auf der Grundlage entsprechender messtechnischer Untersuchungen.
Aufgrund der Größe und Komplexität des Projektes hält der Auftraggeber bei der weiteren Planung und Umsetzung nur ein schrittweises Vorgehen für erfolgversprechend. Die schrittweise Projektplanung und -umsetzung bietet die Möglichkeit der Erfolgskontrolle nach jedem Projekt-schritt und einer technischen und ökonomischen Optimierung der nachfolgenden Projektschritte.
Des Weiteren erwartet der Auftraggeber die enge Koppelung zwischen der projektbegleitenden Planung und der Bauüberwachung. Die projektbegleitende Projektierung ist jederzeit eng mit der Steuerung der Wetterführung und der radiologischen Überwachung zu verbinden. Insoweit erwartet der Auftraggeber für die gesamte Projektdauer eine stabile interdisziplinäre ingenieurtechnische Begleitung.
Der Auftraggeber hält weiter zu Beginn der Umsetzungsphase und nach jeder wesentlichen Bearbeitungsetappe experimentelle Untersuchungen zu den wettertechnischen Auswirkungen und den Auswirkungen auf die grubenbedingte Radonsituation in Häusern für erforderlich. Die Untersuchungen dienen der Erfolgskontrolle, der technischen Optimierung und der Kostenoptimierung des Wetterprojektes.
Der Auftragnehmer hat in die Projektbearbeitung fortlaufend die Ergebnisse des Basis-Messprogramms zur Erfassung der Radonkonzentrationsverhältnisse in den Häusern einzubeziehen.