Beschreibung der Beschaffung
Das Orangerieschloss wurde 1851-1864 unter Friedrich Wilhelm IV. in mehreren Bauabschnitten im Stil der italienischen Renaissance (u. a. durch Ludwig Persius, August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse) errichtet.
Teilbereiche der Gebäudehülle wurden in den vergangenen Jahren bereits saniert, dazu zählen die beiden südlichen Pavillons, die westliche Pflanzenhalle, die Südseite der östlichen Pflanzenhalle sowie der Turmbereich des Mittelbaus.
Zum Abschluss der Hüllensanierung des Gesamtensembles und der Sanierung der Pfanzenhallen sollen die Leistungen der Objektplanung für Gebäude und Innenräume gem. § 34 HOAI Leistungsphasen 2-9 soweit erforderlich (s. Unterlagen Bewerbung C. Leistungsbeschreibung, 0.0 Aufgabenstellung Abschn. 4) sowie ausgewählte Besondere Leistungen (s. Unterlagen Bewerbung C. Leistungsbeschreibung, 0.0 Aufgabenstellung Abschn. 6) vergeben werden.
Die zu vergebenden Leistungen (s. Unterlagen Bewerbung C. Leistungsbeschreibung 0.0 – 0.3) beziehen sich auf:
a) die sanierungsbedürftigen Fassaden des Mittelbaus und des Säulenhofs, beide nördliche Kopfbauten mit den Verbindungsloggien sowie die Nordseite der östlichen Pflanzenhalle;
b) die Dächer des Säulenhofs, der nördlichen und südwestlichen Kopfbauten, der Verbindungsloggien und der östlichen Pflanzenhalle;
c) die Innenraumsanierung der beiden Pflanzenhallen u. den Bereich des Nordost-Pavillons als Besucherempfang für Veranstaltungen herzurichten.
Schwerpunkt der Planungsaufgabe ist der Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude, verbunden mit einem behutsamen Umgang mit originaler Bausubstanz, die Entwicklung eines Planungskonzeptes, das im Zusammenspiel des Erscheinungsbildes der bereits fertig gestellten Bauabschnitte des Gesamtensembles funktioniert, mit Fragen zu Instandsetzungs-, Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, unter Berücksichtigung des laufenden Betriebs einzelner Gebäudeabschnitte.
Für die Pflanzenhallen kommen weiterhin Fragen des Brandschutzes i. V. m. der sommerlichen Veranstaltungsnutzung als Versammlungsstätte hinzu sowie die Modernisierung vorhandener technischer Anlagen wie Heizung, Sanitärbereiche, Wasserversorgung, Elektro und Sicherheitstechnik.
Im Zuge der Dachsanierungen sind die besonderen Arbeitsschutzbedingungen im Umgang mit gesundheitsgefährdenden Holzschutzmitteln zu berücksichtigen. Sämtliche Dachstühle der Gesamtanlage sind kontaminiert, in unterschiedlichen Konzentrationen.
Die Maßnahme soll planerisch in einem zusammenhängenden Projekt bearbeitet warden, die Realisierung erfolgt in Bauabschnitten:
1. BA: Nordwest-Pavillon u. westl. Verbindungsloggien (Dach, Dachbalustrade, alle Fassaden); Südwest-Pavillon (Dach, Dachbalustrade)
2. BA: Mittelbau (Fassaden Nord, Ost, West); Säulenhof (Dach u. Dachbalustrade, alle Fassaden, Gewölbe, Bodenfläche)/ Nordloggia (Fassaden Ost, Süd, West, Gewölbe, Bodenfläche)
3. BA: Östl. Pflanzenhalle (Dach, Nordfassade, Innenraum); Nordost-Pavillon (Dach u. Dachbalustrade, alle Fassaden, Innenraum EG u. KG)/ Östl. Verbindungsloggien (Dach u. Dachbalustrade, alle Fassaden)
4. BA: Westl. Pflanzenhalle (Innenraum EG, Empore und KG).
Die Vergabe der restauratorischen Fachberatung (Architekturfassung, Naturstein, Holz und Metall) erfolgt in einem separaten Vergabe-Verfahren. Die Federführung obliegt der Objektplanung Gebäude.
Die Betreuung der Auslagerung und der Konservierung des mobilen Kunstguts ist nicht Gegenstand dieser Vergabe.
Derzeit geschätze Bauwerkskosten: Kgr 300 netto ca. 12,1 Mio. EUR, KGr 400 netto ca. 2,6 Mio. EUR.
Zeitl. Ablauf nach derzeitiger Planung voraussichtlicher: Beauftragung bis Ende 2018, Planungsbeginn Anfang 2019 (EW-Bau; Erstellung ES nach RBBau nicht erforderlich), Baubeginn 2021, Gesamtbauzeit 8 Jahre. Die Vergabe erfolgt stufenweise (s. Ziff. II.2.11).