Beschreibung der Beschaffung
Die Bauleistungen dienen dem Gesamtumbau, der Modernisierung und Sanierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor, der sich in zentraler Lage im Münchner Zentrum befindet und im Münchner U-Bahnnetz einen zentralen Knoten darstellt. Die Baumaßnahmen finden unter laufendem U-Bahnbetrieb und laufendem Betrieb an der Oberfläche in verschiedenen Bauphasen statt. Ziel der Gesamtbaumaßnahme ist die betriebliche, brandschutztechnische und bau- und anlagentechnische Ertüchtigung des U-Bahnhofs. In den öffentlichen Bereichen des U-Bahnhofs werden auf den 3 Etagen des U-Bahnhofs Wand- und Bodenbelagsarbeiten in Naturstein durchgeführt. Die gesamte Baumaßnahme erfolgt während des laufenden Betriebs in entsprechenden Teilabschnitten. Der einzusetzende Naturstein besitzt den Handelsnamen „Bianco Cristal“. Die Wandverkleidung teilt sich in den oberen mit Emaille verkleideten sowie den unteren mit Naturstein verkleideten Bereich. Die Emailleverkleidung ist nicht Teil dieser Vergabeeinheit, hier ergibt sich jedoch die größte Schnittstelle zu einem Fremdgewerk. Darüber hinaus entstehen weitere Schnittstellen zu Fremdgewerken, wie z.B. zu den Gewerken Glasbau, Metallbau und Elektro. Im Bauwerk gibt es Bereiche, die keine Wandverkleidung in Naturstein erhalten, hierzu gehören der Hauptraum des Sperrengeschosses sowie Übergangsbereiche. Die Verankerung erfolgt in Stahlbeton, Mauerwerk sowie an bauseits gestellten Stahlstützen. Eine Ausnahme hiervon bildet die SU-Ebene, in der die für die Verankerung erforderlichen Stahlstützen Teil dieser Vergabeeinheit sind. Den Übergang Wand/Boden bildet eine Sockelleiste. Die Sockelleiste erhält eine Fräsung sowie eine kontrastierende Beschichtung. Die Sockelleiste ist auch im Sperrengeschoss vorhanden, wird hier jedoch mit einem anderen Stein sowie ohne Fräsung und Beschichtung ausgeführt. Aufgrund der schwarzen Verkleidung in diesem Geschoss wird ein anderer Naturstein, „Nero Assoluto“, eingesetzt. Dieses bildet die einzige Ausnahme zum Einbau des oben genannten „Bianco Cristal“. Der Bodenbelag aus Naturstein wird auf Zementestrich als Verbundestrich verlegt. Zudem ist eine Abdichtung mit einer flexiblen, zementären Dichtschlämme vorzusehen. Aufgrund des Bauablaufs und des Bauens unter laufendem Betrieb wird ein Schnellzementestrich ausgeführt. Es muss an diverse Einbauteile, Unterkonstruktionen etc. angearbeitet werden. Es ist eine entsprechende Untergrundvorbereitung durchzuführen sowie eine Vorbereitung für die Verlegung der Natursteinplatten im Buttering-Floating-Verfahren. Diverse Leitsysteme sind einzubauen. Im Sperrengeschoss befindliche Vermarktungsflächen werden ohne Natursteinbelag allein mit Abdichtung und Estrich versehen. Im Bauwerk sind diverse Treppen vorhanden, welche ebenfalls einen Natursteinbelag sowie eine Kehrrinne einschl. Sockelleiste in Naturstein erhalten. Treppen, welche zur Oberfläche führen, werden beheizt ausgeführt. Hier sind Fräsungen im Naturstein für die Heizschleifen sowie Abstellungen für das Einlegen von Leerrohren einzuplanen. Das Heizsystem selbst ist nicht Teil dieser Vergabeeinheit. An den Aufgängen zur Oberfläche bildet ein umlaufenden Natursteinkeil den Abschluss der Brüstung. Zudem wird an der Außenwand auch eine Natursteinverkleidung einschl. Hinterfüllung ausgeführt.
— Wandverkleidung ca. 950 m,
— Brüstung Naturstein ca. 150 m,
— Sockelleiste ca. 1 850 m,
— Bodenbelag ca. 6 250 m,
— Bodenbelag Mieterräume ca. 1 100 m,
— Treppen Naturstein ca. 520 Stufen.
Des Weiteren wird die technische Bearbeitung, insbes. die statische Bemessung der Wandverkleidung sowie die Erstellung eines Verlegeplans mit Darstellung aller Schnittplatten, Fugen und Aussparungen und den dafür notwendigen Aufmaßen vor Ort, Teil der Ausschreibung sein.
Schnittstellen zu anderen Gewerken sowie deren Koordination und aller übriger Austausch hat in deutscher Sprache zu erfolgen. Die Verfügbarkeit entsprechender und kompetenter Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen muss hierfür über den gesamten Bauablauf sichergestellt sein.