Beschreibung der Beschaffung
Die IAA Haken krümme liegt östlich der Stadt Aue, in einer ehemaligen Flussschleife des Schwarzwassers. Die IAA erstreckt sich auf das Gebiet der Städte Aue und Lauter. Im Bereich der IAA Haken krümme wurde seit 1947 Uranerzbergbau durch die SAG Wismut betrieben.
Nach Einstellung des Bergbaus im Jahr 1952 wurde der Bereich Haken krümme bis 1957 als Absetzanlage für Rückstände der Uranerzaufbereitung durch die SAG/SDAG Wismut weiter genutzt. Bis Anfang der 1980er Jahre wurde die ehem. IAA als Deponie nachgenutzt. Mitte der 1970er Jahre wurden im südwestlichen Bereich der ehem. IAA 3 Becken zur Fäkalienablagerung angelegt. Nach Einstellung der Nutzung als Deponie erfolgte eine Abdeckung mit Bauschutt, teilweise erfolgte eine Befestigung mit Betonplatten.
Aufgrund der Nutzungsgeschichte handelt es sich bei der IAA Haken krümme um eine Mischaltlast. Die vorhandene Abdeckung genügt den heutigen Anforderungen an eine Sanierung nicht. In Randbereichen liegt radioaktives Material z. T. unabgedeckt.
Über den Damm der IAA verläuft ein (Rad-) Wanderweg. Die eigentliche IAA ist derzeit eine Brachfläche, die vom Damm aus durch einen Zaun gegen unbefugtes Befahren gesichert ist. Sanierungsbedarf besteht aus radiologischer Sicht und aufgrund der konventionellen Altlast. Darüber hinaus sind Maßnahmen notwendig, um die Standsicherheit des Dammes langfristig zu sichern. Mit der Sanierung der IAA Haken krümme werden die Voraussetzungen geschaffen, damit zukünftig eine gefahrlose forstwirtschaftliche und touristische Nutzung der jetzigen Brachfläche erfolgen kann. In Vorbereitung der Sanierung werden im 1. Halbjahr 2019 erforderliche Fällarbeiten im Bereich der Sanierungsfläche und der Baustellenzufahrt durchgeführt. Parallel dazu werden in den als Biotop ausgewiesenen Flächen angetroffene Amphibien umgesiedelt.
Die ab September 2019 durchzuführende Sanierung der IAA Haken krümme beinhaltet folgende, wesentliche Arbeitsschritte:
Baufeld freimachen, inkl. Müllberäumung und Stubbenrodung; Herstellen der Baustraße; Herstellen/Einrichten des Bereiches der Baustelleneinrichtung; Abflachung des Dammes; Umlagerung von Material aus den Randbereichen in den Zentralteil der IAA; Aufbringen der Abdeckung; Bau von Gräben, Kanälen und Drainagen zur Fassung/Ableitung von unbelastetem Oberflächenwasser; Bau von Wegen mit Anbindung an das vorhandene Wegenetz; Beräumen der Baustelleinrichtung; Begrünung und Bepflanzung, inkl. anschließender 5-jähriger Pflege.
Die Größe der Sanierungsfläche beträgt ca. 8,8 ha. Die Dauer der Sanierung ist lt. Planung mit ca. 2 Jahren angesetzt. Nach Abnahme der erforderlichen Bauleistungen schließt sich ein 5-jähriger Gewährleistungszeitraum an. Während dieses Zeitraumes werden Pflegemaßnahmen auf der sanierten Fläche durchgeführt.
Bedingungen für ein späteres Angebot und die vertragliche Umsetzung:
Grundleistungen des Leistungsbildes Ingenieurbauwerke (§ 43 HOAI), Honorarzone III, mit anrechenbaren Kosten nach Kostenberechnung (LPh 3) 2.918.960,31 Euro netto; Leistungsphasen 8-9;
Besondere Leistungen:
— örtliche Bauüberwachung,
— Koordinierung von Sicherheit und Gesundheitsschutz nach Baustellenverordnung,
— Strahlenschutztechnische Begleitung,
— Überwachung von Pflegeleistungen,
— Sanierungserfolgsmonitoring.
Mögliche Zuschläge zu den Planungsanforderungen hat der Bieter in seinem Angebot sichtbar zu kennzeichnen.
Für Bewerber mit Sitz in Deutschland:
Bieter können die nach HOAI für die jeweiligen Leistungsphasen vorgesehenen Honorarsätze mit entsprechender Begründung ändern. Die Unterschreitung der Mindesthonorarsätze darf nur in Ausnahmefällen erfolgen (§ 7 Abs. 3 HOAI) und bedürfen einer Begründung des Bieters im Angebot. Bedingungslose Preisnachlässe, die zur Unterschreitung der Mindestsätze nach § 7 Abs. 1 HOAI führen, sind unzulässig.