Beschreibung der Beschaffung
Die Gasometer Oberhausen GmbH beabsichtigt die denkmalgerechte Sanierung des Gasometers Oberhausen. Im Rahmen dieser Leistung sind folgende Arbeiten auszuführen:
Ent- und Neubeschichten von ca. 70 000 m Mantelfläche zuzüglich einiger Stahlbauarbeiten innerhalb einer Bauzeit von ca. 11 Monaten, teilweise als Winterbaumaßnahme.
Der Gasometer Oberhausen hat eine Höhe von insgesamt 117,5 Metern, einen Durchmesser von 67,6 Metern und einen Umfang von 210 Metern.
Die 24-eckige Außenhülle des Gasometers besteht aus einer Mantelfläche, die sich aus abgekanteten, genieteten Stahlblechen durch 24 Stahlstützen gehalten, zusammensetzt. Das Dach wird durch eine radiale Tragkonstruktion aus Fachwerkbindern getragen. Der Gasometer ist umlaufend auf Streifenfundamenten, sowie einer Sohlplatte gegründet. Außenliegend sind die 24 Stützenfüße ursprünglich mit Mauerwerk vermauert worden. Dieses Fundament wird vorab bauseitig mittels Stahlbeton erneuert.
Die Sanierung der Hülle des Gasometers Oberhausen erfolgt in 2 Bauabschnitten, zzgl. der Sanierung der Dachflächen außen wie innen.
Im ersten Bauabschnitt werden bauseitig 2 sich gegenüberliegende Gerüstbereiche hergestellt, zeitlich versetzt werden im 2. Bauabschnitt 2 weitere Bereiche hergestellt, so dass die hier anzubietenden Leistungen kontinuierlich durchgeführt werden können. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Baustelleneinrichtungs-, Lager – und Rangierflächen während der Montage der Gerüstabschnitte 2 a und 2 b eingeschränkt zugänglich sein können.
Die gesamte Beschichtung sämtlicher Außen- und einiger Innenbauteile des Gasometers sind im Laufe der Zeit durch Korrosion mittel bis stark beschädigt worden. Die Korrosion hat ebenso an verschiedenen Stahlbauteilen und deren Verbindungselementen Schäden hinterlassen, die auch Auswirkungen auf deren
Tragfähigkeit haben. Im Rahmen dieser Sanierungsmaßnahme wird die gesamte Beschichtung der äußeren Mantelfläche einschließlich der Anbauteile und der Dachflächen mitsamt der noch vorhandenen Walzhaut mittels Trockenstrahlen entschichtet. In Teilen im Bereich von Dachflächen ist ein Sweepverfahren vorgesehen, an den inneren Dachflächen erfolgt die Vorbereitung der Neubeschichtung mittels Handentrostung.
Da die ursprüngliche, noch vorhandene Beschichtung des Gasometers mit Schadstoffen (wie z. B. Blei) versetzt ist müssen die Arbeitsbereiche als „Schwarz-Weiß-Bereiche“ unter Einhaltung der anzuwendenden TRGS ausgeführt werden.
Im Rahmen der Ent- und Beschichtungsarbeiten werden Stahlbauarbeiten erforderlich. Diese Stahlbauarbeiten sind Teil der anzubietenden Leistungen.
Durch anhaltende Korrosion ist es an vielen Stellen zu Materialabtrag, bis hin zu Durchrostungen gekommen. Im Zuge der Sanierung werden Stahlbauteile repariert oder nach historischem Vorbild ersetzt. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz. Um bestmögliche Qualität und eine lange Haltbarkeit zu erzielen, ist insbesondere die Zusammenarbeit von Stahlbau und Korrosionsschutz essenziel. Im Vorfeld der Maßnahme ist die Materialgüte, vor Allem im Hinblick auf Schweißbarkeit, untersucht worden. Die daraus gewonnenen Ergebnisse sind in die verschiedenen Vorgehensweisen der Bauausführung eingeflossen. Kleinere Bauteile, die leicht zu fertigen sind, werden an ihren Nietverbindungen gelöst und ausgetauscht.
Befestigungspunkte werden übernommen und die alten Nieten durch Nietkopfschrauben mit Muttern ersetzt. Größere Bauteile und Durchrostungen von Flächen werden durch aufschweißen von Blechteilen in gleicher Güte repariert. Die Stahlbauarbeiten werden, mit einigen Ausnahmen, auf einem bauseits gestellten Gerüst am Gasometermantel ausgeführt. Für die Ausblastürme, die Außentreppen und einzelne Geländersegmente ist ein Transport und die Bearbeitung im Werk des Auftragnehmers vorzusehen.
Anschließend werden im Rahmen der anzubietenden Leistung alle entschichteten, bearbeiteten oder ausgetauschten Elemente mehrfach neu beschichtet.