Beschreibung der Beschaffung
Der Standort der Straßenmeisterei in Markdorf ist bereits heute aufgrund seiner geografischen Lage von zentraler Bedeutung für die Unterhaltung der Straßeninfrastruktur im Bodenseekreis. Diese steigt mit der Fertigstellung der B 31 neu Ortsumgehung Friedrichshafen, die mit ihren umfangreichen Nebenanlagen und insbesondere mit den beiden 700 m langen Tunnelröhren künftig von der Straßenmeisterei Markdorf betrieben wird. Mit Blick auf das Planungsverfahren zur B 31 neu zwischen Meersburg und Immenstaad (auch hier wird es aller Voraussicht nach Tunnelanlagen geben) kommen weitere Aufgaben auf die Straßenmeisterei in Markdorf zu.
Für den Landkreis ist es daher wichtig, den Standort der Straßenmeisterei Markdorf dauerhaft zu sichern. Dies auch vor dem Hintergrund immer knapper werdender Entwicklungsflächen im Bodenseekreis.
Die Funktionen der neuen Straßenmeisterei sollen in einem Baukörper mit innerer Erschließung zusammengefasst werden. Betriebsbedingt ist die Streusalzlagerhalle als eigenes Gebäude geplant.
Die Zufahrt soll vom bestehenden Kreisverkehrsplatz Oberfischbach erfolgen. Hierzu ist ein zusätzlicher Ast erforderlich. Zu- und Ausfahrt lassen sich aufgrund des geringen Durchmessers von nur 30 m nicht realisieren. Da eine Entzerrung der Verkehrsströme angestrebt wird, soll die Ausfahrt der Straßenmeisterei über die bestehende Einmündung der Oberfischbacher Straße in die K 7742 erfolgen.
Folgende Kriterien sind bei der Planung insbesondere zur berücksichtigen:
— Berücksichtigung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Planung,
— Einsatz nachwachsender Rohstoffe, Trennbarkeit der Materialien bei Rückbau des Gebäudes,
— Effizienter Umgang mit Ressourcen (Baustoffe, Wasser, Energie), geringe Ressourceninanspruchnahme,
— Energieversorgung mit erneuerbaren Energieträgern, Minimalprinzip bei der Umsetzung der gesamten Gebäudetechnik, einfache Bedienung,
— Recyclingfähige, gesundheits- und umweltverträgliche Baustoffe mit EU-Zertifizierung,
— Gesamtenergiebedarf (Betrachtung der Lebenszykluskosten incl. CO2-Bepreisung und Ökobilanzierung),
— Bilanzierung für die einzelnen Bauabschnitte und Baustoffe (im Innen und Außenbereich) wird bei der weiteren Planung erwartet.
Der Landkreis Bodenseekreis strebt eine eng aufeinander abgestimmte und integrierte Planung an, die insbesondere den Aspekt der Nachhaltigkeit umfassend berücksichtigt.
Der Bodenseekreis hat zudem eigene Klimaschutzziele, die im Rahmen der Planung berücksichtigt werden müssen. Ebenso soll das zukünftige Klimaschutzgesetz schon jetzt berücksichtigt werden.
Für das Vorhaben ist ein Gesamtbudget von ca. 12,9 Mio. EUR brutto (KG 200-700) vorgesehen.
Vor diesem Hintergrund werden die Leistungen als Generalplanungsleistungen mit folgenden Planungsdisziplinen in den LPH 1 bis 9 ausgeschrieben:
— Objektplanung, Gebäude und Innenräume,
— Tragwerksplanung,
— Fachplanung Technische Ausrüstung,
— Freianlagenplanung.
Es ist eine stufenweise Beauftragung beabsichtigt. Mit Vertragsschluss werden zunächst nur die Leistungen der LPH 1 und 2 beauftragt.
Leistungsphase 2 soll bis Herbst 2020 abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme der neuen Straßenmeisterei wird für 2024 angestrebt.