Beschreibung der Beschaffung
Konzeption für stadthistorische Ausstellung mit Schwerpunkt NS-Dokumentationszentrum und Stadtgeschichte
Mit dem Einzug in den früheren Weltkriegsbunker wurde das Stadtarchiv Mannheim - Institut für Stadtgeschichte 2018 zum MARCHIVUM. Der neue Name soll zum Ausdruck bringen, dass hier weit mehr als ein klassisches Kommunalarchiv residiert. Das Marchivum verknüpft in innovativer Weise die Funktionen von Stadtarchiv, stadtgeschichtlichem Lern- und Erlebnisort sowie den Bereich der Erinnerungskultur.
Ab 2020 / 2021 sollen 2 Dauerausstellungen zur allgemeinen Stadtgeschichte und als NS-Dokumentationszentrum, mit jeweils 500 qm Fläche über 2 Stockwerke das Angebot ergänzen. Weitere Flächen für Sonderausstellungen, Räume für Gruppen und Einzelpersonen, z. B. für die Recherchenutzung sind vorhanden.
Digitale Umsetzung und Ziele:
Beide Dauerausstellungen sind im Wesentlichen multimedial konzipiert. Grundlage für die Präsentation bilden die vielfältigen Bestände im Haus, die Dokumente, Fotografien, Filme, Plakate u. a. m. zur Mannheimer Stadtgeschichte umfassen und zu großen Teilen bereits digitalisiert sind. Medienstationen wie touch walls, touch tables, ein digitales Stadtmodell oder eine virtuelle Fahrt auf einem Benzmobil durch Mannheim sollen den Besucherinnen und Besuchern vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion bieten. Außerdem sollen die Ausstellungen reichhaltige mediale und analoge Partizipationsangebote enthalten. Besucherinnen und Besucher können so ihre Perspektiven auf die Mannheimer Geschichte und ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. Von großer Bedeutung für die Ausstellungen ist eine den jeweiligen Themen und den historischen Räumen angemessene Szenografie. Sie soll den Erlebnischarakter der Ausstellungen unterstreichen, die Dramaturgie der Expositionen steigern und den Besucherinnen und Besuchern Abwechslung bieten.
Inhaltlich realisiert werden die Ausstellungen und Vermittlungsangebote von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Marchivum. Als Berater und Creative Director unterstützt der kanadische Künstler und Ausstellungsmacher Stacey Spiegel (
www.pwlabs.com) das Kuratorenteam, das ein grundlegendes Konzept für die beiden Ausstellungen entwickelt hat.
Wesentlichen Merkmale und Hauptaufgaben der Leistungserbringung werden aus folgenden Punkten bestehen:
— Entwurf für die gestalterische Umsetzung der Ausstellungen nach den inhaltlichen Vorgaben des Auftraggebers, inklusive Ausstellungsszenographie, Wegeführung, Ausstellungsgrafik und Lichtkonzept,
— Entwicklung partizipativer Elemente in den Ausstellungen,
— Entwicklung modularer Inklusionsangebote,
— Entwurf einer innovativen technischen Infrastruktur zur Umsetzung, inklusive Systemarchitektur und interaktiven Frontends,
— Entwicklung der Detail- und Ausführungsplanung auf Basis der abgenommenen Entwurfsplanung,
— Erstellung einer Beschaffungsliste für zu verwendende Monitore und Beamer, deren Anschaffung separat vergeben wird,
— Vorbereitung und Durchführung der verschiedenen Ausstellungsgewerke (ggf. mit Unterauftragnehmer),
— Programmierung der Ausstellungsanwendungen inklusive unterschiedlicher interaktive Frontends, die über einen zentralen Museum Administration Server verwaltet werden,
— Realisierung interaktiver multimedialer wie auch analog-haptischer interaktiver Ausstellungsstationen,
— Realisierung einer Ausstellungsszenografie inklusive Raum-, Wege- und Lichtgestaltung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Leitlinien,
— Bauleitung und Produktionsüberwachung,
— Entwicklung und Anbietung eines technischen Supportkonzepts für die Ausstellungsanwendungen.