Beschreibung der Beschaffung
Das Areal der Parkreviere PR-II und III befindet sich am nördl. Ende des Parkteils „Eichenstück“. Die Gebäude 1-8 sind Teil der ehemaligen Hofgärtnerei Sanssouci mit Gewächshäusern (z. T. abgesenkt für Erdwärmenutzung), Schuppen und Lagermöglichkeiten, die um 1886 ihre größte bauliche Struktur erlangt hatte. Sie wurde 1911/12 zu großen Teilen für den Bau der Jubiläumsterrasse und des sog. „Neuen Stücks“ (Parterre vor Wasserbassin der Grotte) verlagert. Die baulichen Relikte stellen ein bauliches Kulturzeugnis für die geschichtliche Anzuchtkultur als Zeitdokument dar. Sie sollen erhalten, fehlende Bauteile gemäß den Materialien im Bestand ergänzt werden (keine Rekonstruktion oder Rückführung auf eine andere Fassung).
Die unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte durchzuführenden Maßnahmen umfassen:
— Ertüchtigung Gebäude Nr. 1-8 für die Nutzung als Lager (kalt/ frostfrei), Garagen, Technik-/ Schauerflächen: insbesondere Ertüchtigung/ Instandsetzung Fassaden/ Sockelbereiche (inkl. Abdichtung Außen-/erdberührtes Mauerwerk); Tischler-, schlosser- und malermäßige Überarbeitung Fenster/ Außenfenstertüren/Toranlagen; Statisch konstruktive Ertüchtigung Dachkonstruktionen (v. a. Gewächshäuser); Ertüchtigung/ Instandsetzung Dacheindeckungen inkl. Verblechungen, Regenrinnen, Fall-/ Standrohre,
— Rückbau Gebäude Nr. 9-11 unter Berücksichtigung temporäre Nutzung Gebäude Nr. 9 während der Bauphase,
— Errichtung eines 1-geschossigen Neubaus für Büro-, Aufenthalts-, Dusch-/ Umkleide-, Trocken-, Technik- und Lageräume, Garagen, Schauerflächen, Tanklager und Waschplatz,
— Anlage von Lager-/Schauerflächen (überdacht, frei).
Daneben sollen Haustechnik/Erschließungsleitungen erneuert bzw. neu angelegt werden sowie gepflasterte Flächen (Zufahrten, Fahrwege, Lager, Stellplätze) und Freiflächen im Bereich der rückgebauten Gebäude (nicht Bestandteil dieser Beauftragung).
Ziel ist die nachhaltige Instandsetzung der Gebäudehülle im Bestand und die Errichtung des Neubaus in Anlehnung an den Leitfaden Nachhaltiges Bauen (ohne Zertifizierung o. vgl.) unter Berücksichtigung der Anforderungen des UNESCO-Umgebungsschutzes. Die Planungen und energetischen Nachweise für den Neubau sollen nach gültiger EnEV und EEWärmeG erfolgen.
Die Realisierung ist bei laufendem Betrieb und in Bauabschnitten geplant. Planungs-/ umsetzungsbegleitend werden Grabungen erfolgen (Bodendenkmal). Neben Fachkenntnissen zu traditionellen Handwerks- und modernen Sanierungs- und Konservierungstechniken sind Durchsetzungskraft und Einfühlungsvermögen erforderlich, um den Bestand so optimal als möglich zu erhalten und für die bauliche Ergänzung Lösungen zu finden, die sich überzeugend in das Vorhandene einfügen.
Die geplanten Maßnahmen zeichnen sich zusammenfassend wie folgt aus:
1) Gebäudetyp: Gebäude für Verwaltung, Produktion, Werkstätten, Lagernutzung;
2) Art: Neubau und Instandsetzung von denkmalgeschütztem Bestand, Ausführungen in UNESCO-Welterbestätte;
3) Nutzfläche: 1 685 qm (Neubau: 1 035 qm/Bestand: 650 qm);
4) Geschätzte Bauwerkskosten (KGr 300-400): rd. 4,52 Mio. EUR netto (3,13 Mio. EUR / 1,382 Mio. EUR).
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Vergabe der Objektplanung für Gebäude und Innenräume: Grundleistungen (HOAI §34 LPh 2-9, soweit erforderlich) sowie ausgewählte Besondere Leistungen (s. Anlagen 9 und 11 zum Vertrag: baubegleitende Fotodokumentation sowie Denkmalpflegerische Abschlussdokumentation gemäß BbgDSchG).
Die Vergabe erfolgt stufenweise (s. Ziffer II.2.11) ). Eine losweise Vergabe ist nicht beabsichtigt.
Geplanter Zeitrahmen:
1) Beauftragung: 03/2020;
2) Planung/Realisierung: bis 05/2024;
3) Inbetriebnahme: bis 07/2024;
4) Übergabe nach H RBBau: 1.8.2024.
Vergabeunterlagen, die im Internet abgerufen werden können (s. Ziff. I.3) ): Bewerbungsunterlagen (Formblätter) sowie insbesondere Vertrag inkl. Anlagen, Lageplan.
Das im Vorfeld erstellte Baufachl. Gutachten kann nach Voranmeld. in der Vergabestelle eingesehen werden (Kontakt siehe Ziff. I).