Beschreibung der Beschaffung
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (im Folgenden OOWV genannt) versorgt als Wasser- und Bodenverband in seinem 7 860 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet, vor allem im Weser-Ems-Gebiet, etwa 1 Mio. Kunden — Privatkunden, Unternehmen und kommunale Einrichtungen — mit Trinkwasser.
Seit einigen Jahren ist der OOWV auch für die Entsorgung und Reinigung des Abwassers in Teilen der Region für etwa 490 000 Kunden zuständig. Die Abwasserentsorgung wird vom OOWV im Entsorgungsgebiet (3 720 Quadratkilometer) für 38 Kommunen und einen Zweckverband sichergestellt. Für rund 564 000 Einwohner und zahlreiche Gewerbebetriebe gewährleistet der OOWV durch seine insgesamt 46 Kläranlagen die Reinigung von jährlich rund 34,5 Mio. Kubikmetern Abwasser und die dezentral anfallende Fäkalschlammentsorgung. Insgesamt fallen auf dem Gebiet des OOWV Klärschlammmengen von rund 10 000 t TR pro Jahr an. Weitere Informationen können auf der Internetseite des OOWV abgerufen werden (
www.oowv.de).
In der Gemeinde Lohne betreibt der OOWV die 2 Kläranlagen Lohne — Nordlohne und Lohne — Rießel. Die Kläranlagen besitzen eine genehmigte Ausbaugröße von 45 000 EW und 43 000 EW, wobei sich der kommunale Anteil auf ca. 20 % bzw. 50 % der BSB5 — Zulauffracht beschränkt. Die Abwasserbeschaffenheit ist entsprechend durch hohe Indirekteinleiteranteile aus der fleischverarbeitenden Industrie geprägt. Der jährliche Schlammanfall beider Kläranlagen beträgt etwa 1 100 tTR/a, wobei etwa 520 tTR/a als Primärschlamm anfallen.
Beide Anlagen sind für eine anaerobe Stabilisierung konzipiert. Die vorhandenen Faulbehälter weisen auf beiden Standorten altersbedingte Schäden auf, so dass ein Neubau erforderlich wird. Aufgrund der räumlichen Nähe der Anlagen soll zukünftig eine gemeinsame Stabilisierung der Schlämme beider Kläranklagen auf der KA Lohne — Rießel erfolgen. Hierzu ist neben der Errichtung einer entsprechenden Faulstufe auch die Anpassung bzw. Ergänzung von Peripherieanlagen notwendig. Folgende Anlagenteile sind zu erneuern bzw. zu ergänzen:
— Ergänzung/Umbau Schlammvorlage,
— Neubau Faulstufe (einstufig oder zweistufig),
— Neubau zusätzlicher Gasspeicher,
— Neubau zusätzliches BKHW,
— Neubau zusätzliche Gasfakel oder Ersatz vorhandene Gasfakel,
— Neubau Faulschlammspeicher,
— Ergänzung vorhandenes Schlammbehandlungsgebäude um eine Schlammentwässerung mit entsprechender FHM Station,
— Schlammfördertechnik zum Abwurf des entwässerten Schlammes in einen Rollcontainer
Für die gemeinsame Behandlung der Schlämme auf der KA Lohne — Rießel wird der Klärschlamm der KA Nordlohne auf etwa 5 % TR eingedickt und mit LKW"s zur KA Lohne —Rießel transportiert. Die Annahme erfolgt über 2 vorhandene Schlammvorlagen, die durch Rührwerke zu ergänzen und hydraulisch zu verbinden sind.
Für die anaerobe Stabilisierung sind mindestens in den Leistungsphasen 1 und 2 die Varianten einer einstufigen und zweistufigen Faulung zu betrachten. Ziel ist es auf Basis der Kostenschätzung der Vorplanung die wirtschaftlichste Variante auszuwählen und im Rahmen der weiteren HOAI Leistungsphasen zu planen und umzusetzen.
Aufgrund der zu behandeln Schlammmengen sind zusätzliche Kapazitäten in den Bereichen Gasspeicher, Gasfackel und BHKH bereit zu stellen. Darüber hinaus ist die Errichtung eines Faulschlammspeichers mit Abdeckung und Rührwerk vorzusehen. Das vorhandene Schlammbehandlungsgebäude ist durch eine maschinelle Entwässerung samt FHM-Station zu ergänzen. Gassystem und die Wärmeanlagen sind auf die veränderten Randbedingungen hin anzupassen.
Gegenstand des Auftrags sind folgende Planungsleistungen an einen Generalplaner:
— Objektplanung Ingenieurbauwerke (§§ 41 ff. HOAI), Leistungsphasen 1 bis 9, einschließlich örtlicher Bauüberwachung,
— Fachplanung Tragwerksplanung (§§ 49 ff. HOAI), Leistungsphasen 1 bis 6,
— Fachplanung Technische Ausrüstung (§§ 53 ff. HOAI), Leistungsphasen 1 bis 8.