Beschreibung der Beschaffung
Die Stadt Herzogenaurach realisiert den Ersatzneubau des Rathauses sowie die Sanierung des Schlossgebäudes. Im Zuge der Baumaßnahme ist mit archäologischen Funden zu rechnen. Die Boden- und Erdarbeiten werden von einem Archäologen begleitet.
Planungsdaten: Bebaute Fläche Neubau 1 794 m, Fläche Baugrundstück: 6 704 m, Grundfläche Baugrube: 1 720 m, Umgriff Baugrube: ca. 170 m, mittlere Geländehöhe 300,60 m NN.
Aufgrund der innerstädtischen Lage gibt es Auflagen, die bei der Durchführung der Bauarbeiten einzuhalten sind (insbesondere BImSchG, AW Baulärm, BayDSchG). Arbeiten an Samstagen erfolgen nur in Ausnahmen und mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Auftraggebers. Stillstandzeiten aufgrund archäologischer Arbeiten sind möglich. Im Zuge der archäologischen Arbeiten sind ein Minibagger/Kettenbagger und Personal zu stellen, ggf. sind Handschachtungen erforderlich.
Die zu erbringenden Leistungen sind Spezialtiefbauarbeiten. Es ist eine Baugrubensicherung über wasserundurchlässigen und rückverankerten Verbau, überwiegend durch eine überschnittene Bohrpfahl wand (bewehrter Pfahldurchmesser = 900 mm, Länge der Pfähle von 9 m bis 11 m, Gesamtbohrlänge ca. 2 500 m, Überschneidungsmaß 15 cm, Leerbohrungen bis zu 5,8 m erforderlich) inkl. Bohrschablone herzustellen. Ferner sind insgesamt ca. 1.400 m Litzenanker (4-7 Litzen, 0,6‘‘) für die Rückverankerung der Baugrube vorzusehen.
Im Bereich der denkmalgeschützten Ringmauer ist auf einer Länge von ca. 3 m eine HDI-Unterfangung mit ca. 4-6 m langen Düsenstrahlkörper (D = 100-120 cm) vorzusehen. Die Bohrung im Grundwasser erfolgt unter Zuhilfenahme von Wasserauflast.
Die Trockenhaltung der Baugrube erfolgt mittels geschlossener Wasserhaltung (12 Tiefbrunnen und 5 Pumpensümpfe). Die anfallende Wassermenge pro Jahr beträgt ca. 175 000 m. Die Nachbarbebauung sind im Vorfeld über ein Beweissicherungsverfahren aufzunehmen. Die Brunnenbohrungen erfolgen innerhalb der Baugrube mit gestützter Bohrlochwandung im Grundwasser, es ist mit Hindernissen zu rechnen (z. B. Bauwerksreste, Mauerwerk, Beton, Holz, Stahl, ...). Die Wasserhaltung ist zu betrieben, zu überwachen und zu warten/dokumentieren.
Die geplante Aushubsohle liegt bei 294,34 m ü NN. Die Baugrubensohle befindet sich auf einer Höhe von 293,84 m ü NN, sodass eine ca. 50 cm mächtige Schutzschicht bestehen bleibt. Diese Schutzschicht wird später durch den AN-Rohbau ausgehoben. Es sind ca. 9 700 m Bodenmaterial auszuheben und abzutransportieren. (Homogenbereiche I.A, I.B und I.C, Schotterschicht im Bereich Schlossgarten). Davon sind zu entsorgen:
– Zweitaufnahme Boden ca. 8 212 m,
– Boden und Steine ca. 14 530 Tonnen (LAGA Z 0),
– Boden und Steine ca. 1 560 Tonnen (LAGA Z 1.1),
– Bauschutt (AVV 170107, DK I gem. DepV) ca. 21 Tonnen,
– Verfüllmaterial Kellergeschoss und Schlossgraben (Schotter, Mineralbeton) ca. 5 000 Tonnen.
Die Abbrucharbeiten des Kellergeschosses des Bestandsgebäudes in der Baugrube erfolgen unter Sicherungsmaßnahmen des Bestandsgebäudes/Schlosses sukzessive. Zudem erfolgen Abbrucharbeiten von Außenanlagen des Schlosshofes. Das Abbruchmaterial ist fachgerecht zu entsorgen. Innerhalb des Baufelds sind Erdarbeiten durchzuführen. Eine Sicherheitsdrainage ist zu errichten (Herstellung einer Aufstaudrainage und Schächte, Unterfangung der Abwasserleitung, Lieferung von Unterwasserpumpen als Notfallmaßnahme).
Die Abschlussdokumentation ist zu erstellen, Erschütterungsmessungen für die Dauer der Spezialtiefbaumaßnahmen sind durchzuführen, ebenso Vermessungsleistungen und Deklarationsanalysen.