Beschreibung der Beschaffung
Die Stadt Bayreuth plant den Ausbau des Klärwerks Bayreuth.
Das Klärwerk Bayreuth ist für eine Ausbaugröße von 300 000 Einwohnerwerten (EW) ausgelegt (entspricht einer BSB5-Fracht von 18 000 kg/d) und liegt demnach innerhalb der Größenklasse 5 nach Anhang 1 der Abwasserverordnung (AbwV).
Die Abwässer von Bayreuth werden in einem mechanisch-biologisch-chemischen Klärwerk im Durchlaufverfahren mit getrennter anaerober Schlammbehandlung (Faulung), unter energetischer Nutzung des Methangasanfalls durch Blockheizkraftwerke, gereinigt.
Das Klärwerk ist für Abflüsse von Q_T = 700 l/s (2 520 m/h) und Q_M = 1 300 l/s (4 680 m/h) sowie einen Tagesabfluss Q_T, d = 40 000 m/d ausgelegt.
An das Klärwerk sind 82 500 Einwohner angeschlossen, sowie abwasserrelevante Industrie- und Gewerbebetriebe.
Zur Vorbereitung der Maßnahme wurde bereits eine Konzeptplanung durchgeführt und wurden Varianten untersucht. Nach aktuellem Stand ist die Variante 7C umzusetzen.
Danach sind 4 Planungspakete vorgesehen, die zeitlich hintereinandergeschaltet verwirklicht werden sollen, aufgegliedert nach Prioritäten.
Das Paket A soll im Zeitraum 2021 bis 2025, das Paket B von 2026 bis 2035, das Paket C von 2036 bis 2040 und das Paket D nach 2040 realisiert werden.
Die prognostizierten Gesamtkosten der Maßnahmenpakete A bis C belaufen sich auf ca. 59 Mio. EUR brutto. Auf das Paket A entfallen Prognosekosten von ca. 15, 5 Mio. EUR. Eine tiefergehende Kostenaufstellung gibt es nach derzeitigem Stand nicht.
Der zu vergebende Auftrag erstreckt sich ausschließlich auf das Planungspaket A, bestehend aus:
— Energiezentrale (Neubau Maschinenhaus, Gasverwertung mit Energierückgewinnung und -verteilung, Gasreinigung),
— Regelenergiespeicher (Neubau von 2 Niederdruckgasbehältern mit Gasmessschacht),
— Betriebsräume (Neubau Sozialgebäude mit Werkstätten und zentraler Warte).
Dabei hat der Auftragnehmer zunächst den Abbruch der auf dem Planungsgebiet A bestehenden Gebäude zu planen (siehe Bestandsplan und Variante 7C mit Abbruch).
Das Maschinenhaus I (Nr. 19 Bestandsplan) wird zwischenzeitlich auftraggeberseitig in das Maschinenhaus II verlegt, da der Betrieb des Klärwerks während der gesamten Baumaßname aufrecht zu erhalten ist.
Nach Fertigstellung der Objekte aus dem Paket A folgt sodann der Abbruch des Maschinenhauses II (Nr. 20 Bestandsplan), sowie des Betriebsgebäudes (Nr. 31 Bestandsplan).
Dieses Gelände soll nach Abschluss der Maßnahme dem Bauhof übergeben werden.
Die maschinentechnische Ausrüstung des Klärwerks Bayreuth (KWK-Anlage, Heizung, Lüftung) wurde zuletzt in 2 Bauabschnitten erneuert. Im Zuge der jüngsten Maßnahme wurde die BHKW-Anlage 3 im Jahr 2010 in Betrieb genommen. Diese ist aufgrund der geringen Nutzungsdauer zu erhalten und in den Neubau umzusetzen.
Ergänzend wird auf die Konzeptplanung Bezug genommen.
Beauftragt werden folgende Grundleistungen:
— Leistungsbild Objektplanung Gebäude und Innenräume (§ 34 Abs. 1 HOAI) gemäß Teil 3 Abschnitt 1, Leistungsphasen 1-9 (§ 34 Abs. 3 HOAI i. V. m. Anl. 10.1),
— Leistungsbild Objektplanung Ingenieurbauwerke (§ 41 Nr. 2 HOAI) gemäß Teil 3 Abschnitt 3, Leistungsphasen 1-9 (§ 43 Abs. 1 HOAI i. V. m. Anl. 12.1),
— Leistungsbild Fachplanung Technische Ausrüstung (Anlagengruppen 1-8) (§ 53 HOAI) gemäß Teil 4 Abschnitt 2, Leistungsphasen 1-9 (§ 55 Abs. 1 HOAI i. V. m. Anl. 15 Nr. 15.1).
Die Leistungsphase 4 wird nur beauftragt, soweit diese anfällt.
Beauftragt werden folgende Besondere Leistungen:
— örtliche Bauüberwachung (LB Ingenieurbauwerke) – optional,
— Überwachung der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist (alle Leistungsbilder).
Mit den Leistungen ist im Anschluss an das Verfahren zu beginnen.