Beschreibung der Beschaffung
Aktualisierung des Waldbiotopbestandes im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung im öffentlichen Wald nach dem Verfahren der Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK).
Die Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg (WBK) erfasst landesweit in sämtlichen Waldbesitzarten die nach §30a Landeswaldgesetz, § 30 Bundesnaturschutzgesetz und §33 Naturschutzgesetz BW geschützten Biotope sowie weitere aus Sicht des Biotop- und Artenschutzes wichtige Flächen in Form von Sach- und Geodaten.
Da Waldbiotope Veränderungen durch sukzessionale Prozesse, Pflegemaßnahmen oder Beeinträchtigungen unterliegen, ist eine turnusmäßige Aktualisierung (Fort-schreibung) des Biotopbestandes erforderlich. Außerdem werden im Zuge der Datenverdichtung Flächen nachbearbeitet, für deren biotoprelevante Beurteilung aktuelle Datengrundlagen (z. B. hinsichtlich der Standortskartierung) bislang nicht oder in nicht ausreichender Genauigkeit vorlagen. Es werden demnach im Rahmen der WBK-Aktualisierung neue Biotopflächen ausgewiesen sowie bestehende bestätigt, modifiziert oder gestrichen. Außerdem erfolgen eine Beurteilung der Beeinträchtigung von Biotopflächen und eine schutzzielorientierte Maßnahmenplanung.
Darüber hinaus erfasst bzw. aktualisiert die WBK die nach FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen im Wald, sofern sie dafür zuständig ist. Hierzu gehört innerhalb der FFH-Gebiete auch die Bewertung der Lebensraumtypen und die Erarbeitung von Maßnahmenempfehlungen.
Der Auftrag umfasst die projektweise Aktualisierung des Datenbestandes der Wald-biotopkartierung Baden-Württemberg in- und außerhalb von FFH-Gebieten. Da die Fortschreibung im Vorlauf zur Forsteinrichtungserneuerung stattfindet, sind die Arbeiten größtenteils termingebunden und müssen innerhalb eines häufig sehr engen zeitlichen Rahmens abgeschlossen werden. Dies erfordert vom Auftragnehmer eine sorgfältige Planung, Organisation und Abstimmung der einzelnen Arbeitsschritte.
Die Landkreisgrenzen und die Abgrenzungen der aktuellen FFH-Gebietskulisse bilden dabei die Basis der zu bearbeitenden Kartierprojekte.
Die Erstkartierung der WBK in FFH-Gebieten liegt mittlerweile z.T. mehr als zehn Jahre zurück. Es steht daher eine Wiederholungskartierung an. Ziele einer Wiederho-lungskartierung in FFH-Gebieten sind:
— Veränderungen auf Gebiets- und Betriebsebene festzustellen,
— Natura 2000-Managementpläne aktualisieren zu können.
ForstBW verfolgt im Rahmen der Waldbewirtschaftung das Ziel, naturschutzfachliche Anforderungen zu integrieren.
Die Anforderungen an einen „integrierten Bewirtschaftungsplan" im Sinne der FFH-RL Art 6 (1) umfassen in den Natura 2000-Gebieten:
— Übernahme der naturschutzfachlichen Erhaltungsziele und -maßnahmen aus dem jeweiligen Natura 2000- Managementplan in den Bewirtschaftungsplan,
— Umfassende Abarbeitung von Zielkonflikten.
Dieses macht auch eine konkrete, bestandesscharfe Darstellung der Erhaltungs-maßnahmen für bestimmte Natura 2000-Arten (Liste mit Gebieten und Arten im Anhang) im Wald erforderlich, inklusive der Abarbeitung von Zielkonflikten und Abwägung aller Waldfunktionen.
Daher werden im Rahmen der Waldbiotopkartierung waldortscharfe Maßnahmenflächen im Bereich von Lebensstätten dieser Natura 2000-Arten im Wald (= Biotope des Leitbiotoptyps 7 und 8) ausgewiesen. Für diese Biotope, und die bestehenden Biotope in den Lebensstätten, sollen im Rahmen dieses Auftrages gezielt Maßnahmen der Arterhaltung vergeben werden. Die Daten sollen in der bereitgestellten Software (Access-Frontend) erfasst werden.
Die Habitatplanung orientiert sich an den im jeweiligen Managementplan formulierten Maßnahmen sowie den Arten-Praxishilfen der FVA. Ziel der Habitatplanung ist es, einen günstigen Erhaltungszustand zu gewährleisten oder aber diesen wiederherzustellen. Es werden daher lediglich Erhaltungsmaßnahmen (bzw. ggfls. Wiederher-stellungsmaßnahmen), aber keine Entwicklungsmaßnahmen geplant.
Geplant wird innerhalb der in den Natura2000-Gebieten ausgewiesenen, jeweiligen Artenlebensstätten. Bei einem ungünstigen Erhaltungszustand können allerdings auch (Wiederherstellungs-) Maßnahmen außerhalb von Lebensstätten notwendig werden.
Die Leistungen beinhalten v.a. umfangreiche Geländetätigkeiten einschließlich der hierfür erforderlichen Vorarbeiten sowie die computergestützte Bearbeitung der als Ergebnis der Geländekartierung gewonnenen Sach- und Geodaten.
Die Aktualisierung wird in engem Kontakt mit der FVA, Abt. Waldnaturschutz, und den örtlichen Forstbehörden, insbesondere den zuständigen Revierleitern, durchgeführt. Darüber hinaus ist gegebenenfalls auch ein fachlicher Austausch mit der Forsteinrichtung und den unteren Naturschutzbehörden notwendig. Außerdem erfolgt eine intensive Zusammenarbeit mit den Vertragsnehmern „WBK-Datenhandling", „WBK-Stab/Qualitätssicherung" sowie „WBK-Datenbankentwicklung".
Zur Dokumentation der Arbeiten sind projektbezogene Abschlußberichte zu fertigen.