Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand der Ausschreibung ist die Betreibung des Unterbringungsobjektes sowie die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern und anderen ausländischen Flüchtlingen am Standort 02977 Hoyerswerda im Objekt Thomas-Müntzer-Str. 25.
Das anzumietende Objekt wurde in den vergangenen Jahren bereits als Gemeinschaftsunterkunft zum Zwecke der Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Die Gemeinschaftsunterkunft wird mit einer durchschnittlichen Unterbringungszahl von 450 Plätzen betrieben werden, wobei eine Grundplatzzahl von 300 Personen festgelegt wird. Bei Bedarf soll eine Auslastung der Höchstkapazität von ca. 600 Plätzen für die Unterbringung von Familien, einzelnen Frauen und Männern vorgehalten werden, unter Beachtung der Besonderheiten dieser Personengruppen.
Die Nutzungsfähigkeit des Objektes als Gemeinschaftsunterkunft sicherzustellen und auf seine Kosten aufrecht zu erhalten. Die Grundausstattung der Unterkunftszimmer entsprechend den Vorgaben der VwV-Unterbringung ist zu gewährleisten.
Die Gemeinschaftsunterkunft muss durch bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen gegen unbefugtes Eindringen und gegen Angriff von außen geschützt sein. Die Objektsicherung durch einen geeigneten Wachdienst außerhalb der Anwesenheit des Heim- bzw. Betreuungspersonals sowie nachts und an den Wochenenden und Feiertagen ist zu gewährleisten.
Es sind in der Gemeinschaftsunterkunft soziale Betreuer einzusetzen. Ziele der Betreuungstätigkeit u. a.:
Gestaltung u. Förderung des Zusammenlebens der Bewohner — Förderung der gegenseitige Unterstützung,
— Vermeiden von Konfliktsituationen;
— Toleranz und Achtung;
— Unterstützung bei einer Rückkehr in das Heimatland;
— Orientierung und Information der aufgenommenen Personen vor Ort zu ermöglichen.
Es ist eine Heimordnung zu erlassen und den Bewohnern mindestens in deutscher, englischer, französischer, russischer und arabischer Sprache zugänglich zu machen.
Einzusetzendes Personal: Es sind 1 VZÄ Heimleiter, je 100 Bewohner 1 VZÄ Sozialarbeiter/Betreuer/Mitarbeiter; 1 VZÄ Hausmeister zu beschäftigen. Es sind somit neben 1,0 VZÄ Heimleiter und 1,0 VZÄ Hausmeister 3,0 VZÄ Betreuungspersonal zu beschäftigen. Je 50 Plätze über der Grundplatzzahl sind 0,5 VZÄ Betreuungspersonal aufzustocken. Objektsicherung hat durch einen Wachdienst, der außerhalb der Anwesenheit des Heim- bzw. Betreuungspersonals auch nachts und an den Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr anwesend ist, zu erfolgen.
Mit der Angebotsabgabe sind vorzulegen: Sozialkonzept, Sicherheitskonzept, Gewaltschutzkonzept.
Die Ausschreibung erfolgt für den Zeitraum vom 19.10.2020 bis 18.10.2023. Es wird sich die Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr vorbehalten.
Zuschlagskriterien: Zuschlagskriterien sind mit maximal 50 erreichbaren Punkten das Konzept, mit maximal 10 erreichbaren Punkten die Qualifikation und mit maximal 40 erreichbaren Punkten die Betreiberkosten. Der Bewertungsbereich Konzept wird in 4 Wertungsbereiche eingeteilt. Diese fliesen zu folgenden Anteilen ein:
1. Wertungsbereich — Optimierung der sozialen Betreuung Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen (maximal 34 Punkte), Maßnahmen zur Deeskalation und Sicherheit im Heim (maximal 6 Punkte), Einbindung der Heimbewohner im Heimbetrieb (maximal 5 Punkte), Einzelheiten zur Unterbringungsstrategie (maximal 5 Punkte). Die einzelnen Unterkriterien und deren Gewichtung ergeben sich aus der den Vergabeunterlagen beigefügten Formblatt 227 (Gewichtung der Zuschlagskriterien) zu entnehmen. Die Bewertung der Qualifikation erfolgt im Hinblick auf die Umsetzung der zu erbringenden Leistung, da die Organisation, die Qualifikation und Erfahrung des einzusetzenden Personals einen erheblichen Einfluss auf das Niveau der Auftragsausführung hat Bewertet werden dabei u. a. Schulungen der Mitarbeiter im vakanten Bereich, Fremdsprachenkompetenz usw. Die einzelnen Unterkriterien und deren Gewichtung ergeben sich aus der den Vergabeunterlagen beigefügten Formblatt 227 (Gewichtung der Zuschlagskriterien) zu entnehmen. Bezüglich der Betreiberkosten werden die Summe aus dem 66,66 fachen Tagessatz der pauschal vergüteten Grundplatzzahl und aus dem 33,33 fachen Tagessatz für die pauschale Vergütung der Plätze 301-450 ermittelt. Der Bieter mit dem niedrigsten Angebotspreis erhält 40 Punkte, die nachfolgenden Bieter erhalten für ein Prozent Abweichung hierzu jeweils einen Abzug von 0,25 Punkten. Eine Beispielberechnung ist den Vergabeunterlagen im beigefügten Formblatt 227 enthalten.