Beschreibung der Beschaffung
Ziel ist die Erneuerung der Systemtechnik in der Integrierten Regionalleitstelle Zwickau inkl. Portierung des gesamten bisherigen Einsatzleitsystems unter Berücksichtigung der kritischen Infrastruktur Die Maßnahme soll im Zeitraum vom 1.9.2020 bis zum 30.9.2020 erfolgen.
2. Schwerpunkte der zu liefernden Produkte und der zu erbringenden Dienstleistungen:
2.1. Lieferung neuer Systemtechnik für mehrere Serverräume, für die gesamte Leistelle sowie für 8 Büros der Integrierten Regionalleistelle Zwickau
Die Anzahl- und Bauteileübersicht ergibt sich aus der Anlage zur Leistungsbeschreibung. Die Anbindung der abgesetzten Arbeitsplätze an die Server in den Serverräumen ist über LWL vorzunehmen. In der Anlage ist für die aufgeführten Hardwarekomponenten vermerkt, welche Garantie- bzw. Gewährleistungsfristen zu erbringen sind, welche Vorgaben inkl. Zertifizierung bezüglich eines 24/7/365-Betriebs notwendig sind und welche Reaktionszeiten bei einem Ausfall bzw. technischen Problem vorausgesetzt werden. Die bisherige Systemtechnik in der Integrierten Regionalleistelle ist redundant ausgelegt. Alle Rechner sind in das BOS-Netzwerk (BOS-Domäne) des Freistaates Sachsen eingebunden. Die abgesetzten Disponenten-Arbeitsplätze in der Leitstelle werden über Extender (LWL) angebunden und haben aktuell jeweils drei 24 Zoll Monitore mit VESA-Halterung. Eventuell zusätzlich anfallende Lieferungen bzw. Leistungen die nicht im Angebot des Bieters beschrieben sind, bedürfen der schriftlichen Bestätigung durch den Auftraggeber.
2.2. Demontage-, Installations- sowie Konfigurations- und Administrationstätigkeiten
Die notwendigen Arbeiten ergeben sich aus der Anlage zur Leistungsbeschreibung. Der Auftraggeber stellt die erforderlichen MS Windows-Betriebssystemlizenzen (MS Windows 10; MS Windows 2019 DataCenter) für die Installation und Konfiguration der Betriebssysteme auf der neuen Hardware zur Verfügung. Bei allen Demontage-, Montage- und Installationsarbeiten, der Netzwerkanbindung sowie der Installation und Konfiguration der Betriebssysteme ist zu berücksichtigen, dass diese in einem kritischen Infrastrukturumfeld erfolgen. Während des gesamten Umbaus darf es zu keinen Ausfällen des 24/7/365 Leitstellenbetriebs kommen. Der Austausch der Komponenten (z. B. Disponenten-Arbeitsplatzrechner) kann nur sukzessive in Absprache mit den Mitarbeitern der Integrierten Regionalleitstelle erfolgen. Alle kritischen Umbauarbeiten (z. B. am Storage/Server usw.) haben vorrangig nachts zu einsatzschwachen Zeiten, in Abstimmung mit den Mitarbeitern der Integrierten Regionalleitstelle (Lagedienstführer, Abteilungsleiter Leitstelle/Kommunikation, Leiter Leitstelle und den Administratoren) zu erfolgen. Außerdem sind alle Arbeiten mit dem Polizeiverwaltungsamt (Referat 43, SG 431 IuK-Leitstelle) und der Firma VIVASECUR GmbH (Lebuser Weg 27; 15234 Frankfurt Oder) abzustimmen. Dies ist zwingend erforderlich, weil die Integrierte Regionalleitstelle Zwickau im Leitstellenverbund des Freistaates Sachsen integriert ist, eine Schnittstellenanbindung zu den Technikzentralen stattfindet sowie eine permanente zentrale Systemüberwachung und Administration erfolgt.
2.3. Integrationsleistungen des Einsatzleitsystems durch die Firma VIVASECUR GmbH
Einbeziehung der Firma VIVASECUR als Sub-Unternehmen
Die notwendigen Arbeiten ergeben sich aus der Anlage zur Leistungsbeschreibung. Durch das SMI/PVA ist die Firma VIVASECUR GmbH (ehemals Systemhaus Scheuschner) mit der Entwicklung sowie dem Support eines zentralen Einsatzleitsystems für alle Sächsischen Regionalleitstellen beauftragt. Durch die Neubeschaffung der Systemtechnik ist es erforderlich, alle Daten aus dem bisherigen Einsatzleitsystem auf die neue Gerätetechnik (Server, Storage usw.) zu portieren. Außerdem müssen alle ELS-Schnittstellen (z. B. Brandmeldeanlagen, digitale Alarmierung, Anbindung an das Funknotrufabfragesystem usw.) das Unternehmen VIVASECUR umgestellt, neu eingerichtet und konfiguriert werden. Es ist zwingend erforderlich, die Firma VIVASECUR GmbH als Sub-Unternehmen für die Systemumstellung und Migration des Einsatzleitsystems (sowie für die Portierung der ELS-Datenbanken inkl. des geografischen Informationssystems) einzubeziehen. Ziel ist es, eine reibungslose Migration des Einsatzleitsystems auf die neue Systemtechnik ohne Ausfälle sicherzustellen. Die angebotenen Komponenten sind zwingend mit der Firma VIVASECURE GmbH abzustimmen.
2.4. Allgemeine Hinweise zur Projektumsetzung
Die zulässige Decken-Nutzlast ist begrenzt auf 3,3 kN/m bis max. 5,0 kN/m. Es können aufgrund der max. zulässigen Decken-Nutzlast keine zusätzlichen Serverschränke gestellt werden. Es existiert keine große Lagerfläche (über 8m), auf welcher über einen längeren Zeitraum (von max. 10 Werktagen) Hardwarekomponenten sicher zwischengelagert werden können. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, die Komponenten ad hoc vor Installation anzuliefern. Der Auftraggeber fordert eine strukturierte Verkabelung. Es sind die Richtlinien zur „Strukturierten Verkabelung“ einzuhalten. Außerdem müssen alle Hardwarekomponenten sowie alle Anschlusskabel (Netzwerkkabel, Stromkabel usw.) nach den Vorgaben der IuK-Leitstelle bzw. des Auftraggebers beschriftet werden:
(z. B. Bezeichnung der Arbeitsplätze: bos-wks-xx-yy und IP-Adresse
Kabelbeschriftung von Quelle und Ziel: Raum-Netzwerkkomponente-Portnummer)
Zu keinem Zeitpunkt der gesamten Projektumsetzung darf es zu einem Ausfall der Leitstelle (Leitstellenarbeitsplätze) und der eingebundenen Schnittstellen (z. B. Alarmierung) kommen. Der ausfallsichere 24/7/365-Betrieb der Leitstelle ist sicherzustellen. Nur in Absprache mit den Mitarbeitern der Integrierten Regionalleitstelle (Abteilungsleiter, Lagedienstführern, Administratoren) und den verantwortlichen Mitarbeitern der Firma VIVASECUR ist ein sukzessiver Austausch einzelner Komponenten (Hardwarekomponenten wie Server, Storage usw.) möglich, ohne Störungen im Ablauf der Leitstellenarbeit hervorzurufen. Beispielsweise muss der Umbau der Servertechnik und des Storage sowie der betroffenen Schnittstellen im Vorfeld geplant und zeitlich abgestimmt sein. Viele Demontage-, Montage- und Installationstätigkeiten (z.B. Austausch des Storage in jeweils einem Technikraum) können nur nachts ausgeführt werden.
3. Hinweise zu den geforderten Eignungsnachweisen gemäß Eigenerklärung:
3.1. Erfordernis einer Sicherheitsüberprüfung Ü1
Da es sich bei der Integrierten Regionalleistelle Zwickau um eine sicherheitsempfindliche Einrichtung, innerhalb der von der sächsischen Polizei zentral betriebenen IuK-Bereiche handelt, ist eine Ü1 Sicherheitsüberprüfung für alle an der Projektausführung (sicherheitsempfindliche Tätigkeiten) beteiligten Mitarbeiter des Bieters gefordert. Es wird das aktuelle Vorliegen oder die ausdrückliche Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung Ü1 nach SÜG gefordert.
3.2. Nachweise über vergleichbare Projektrealisierungen
Die Bieter haben entsprechende Nachweise zu erbringen bzw. Referenzen zu benennen, wo vergleichbare Tätigkeiten im kritischen Infrastrukturumfeld durchgeführt wurden - Beispiele hierbei können sein:
Technische Ausrüstung sowie Betreuung...
— anderer deutscher Leitstellen
— öffentlicher Behörden mit Sicherheitsaufgaben (z. B. Polizei)
— Verwaltungen mit hohen Sicherheitsanforderungen und kritischer Infrastruktur
Es werden konkrete Angaben zu Referenzprojekten erwartet.
4. Präsentation sowie Konzeption der Projektumsetzung
Von den Bietern wird die Abgabe eines Konzeptes mit konkreten Angaben zur geplanten Projektumsetzung sowie eine Präsentation vor Ort in der Integrierten Regionalleistelle Zwickau gefordert. Es soll konkret dargestellt werden, wie der Einbau der neuen Systemtechnik sowie die Migration des Gesamtsystems (Hardware; Betriebssysteme; Storage; Datenbankmanagementsystem; Einsatzleitsystem; Benutzerkontenverwaltung; Einsatzleitsystem; Schnittstellen) erfolgen soll. Eine aussagefähige Firmenpräsentation ist in dieses Dokument mit einzuarbeiten.
Neben dem Angebotspreis stellt diese Konzeption einen wesentlichen Bestandteil bei der Bieterauswahl dar. Die Kriterien und Berechnungsmodalitäten sind in der Bewertungsmatrix ausführlich dargestellt. Die Bewertung wird durch eine 3köpfige Jury erfolgen. Dabei ergeben die Preispunkte und die gemittelten Jurypunkte die Gesamtwertung. Es werden keine Kosten für die Konzepterarbeitung und Präsentation bzw. Vorstellung der Projektumsetzung (inkl. Fahrt- und Übernachtungskosten) übernommen.
5. Einweisung/Schulung und Dokumentation sowie Übergabe eines Notfallhandbuchs
Die Mitarbeiter der Integrierten Regionalleitstelle sind in die Bedienung, Konfiguration- und Administration der neuen Systemkomponenten (Storage, Virtualisierungsserver, Server, Arbeitsplatzrechner) einzuweisen und zu schulen. Alle Zugangsdaten sind auszuhändigen. Die Systemdokumentation (Hardwarekonfiguration, Netzwerkkonfiguration, Betriebssystem-konfiguration usw.) ist in digitaler Form und in Papierform den Mitarbeitern der Integrierten Regionalleitstelle zu übergeben. Außerdem müssen alle Arbeitsschritte im Fehlerfall, bei Systemstörungen sowie Geräteausfall (z. B. Festplattendefekten) beschrieben werden (inkl. Angabe der Kontaktdaten von Herstellerfirmen bei Garantieleistung). Dieses Notfallhandbuch ist ebenfalls in digitaler Form und in Papierform den Mitarbeitern der Integrierten Regionalleistelle zu übergeben.
6. Vor-Ort-Termin zur Besichtigung der bisherigen technischen Anlagen
Vom 6.4.2020 bis zum 9.4.2020 (jeweils von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr) können Bieter vor Ort die bisherige Systemtechnik in der Integrierten Regionalleitstelle besichtigen und ausschreibungsrelevante Informationen (z. B. Kabellängen, Aufbau der Serverschränke, Anschlussmöglichkeiten usw.) einholen. Das Fachpersonal der Integrierten Regionalleistelle wird ausschreibungsrelevante Fragen beantworten. Eine vorherige Terminabstimmung ist zwingend erforderlich.