Beschreibung der Beschaffung
Die EVS BioMasseZentrum GmbH plant die Errichtung eines zentralen BioMasseZentrums (BMZ) zur Behandlung von Biogut aus dem Saarland.
Zu den zu erbringenden wesentlichen technischen Komponenten gehört eine Halle zur Anlieferung, Lagerung und Aufbereitung des Bioguts, die Fermentation des Bioguts mit Erzeugung und Nutzung von Biogas, eine Halle zur Entwässerung der Gärreste zur Rotte und Konfektionierung der festen Gärreste sowie Teilen der Abluftbehandlung, eine Halle mit Trocknern zur Behandlung der flüssigen Gärreste und Teilen der Abluftbehandlung, Wärmeverteilungs - und Wassersysteme (Frisch- und Prozesswasser sowie Abwasser), die durch die gesamten Anlagenteile führen, Außenanlagen mit unterirdischer Infrastruktur und Rückhaltebecken. Die technischen Unterlagen sind für die erforderlichen Genehmigungen zu erstellen. Die Anlage ist in Betrieb zu nehmen.
Die EVS BMZ GmbH verfolgt folgende übergeordnete Ziele für die Behandlung des Bioguts im BMZ:
1. Wirtschaftliche Behandlung des Bioguts und wirtschaftliche Verwertung der Produkt- und Energieströme,
2. Hochwertige Nutzung des energetischen Potenzials des Bioguts in Form von Biogas,
3. Hochwertige Nutzung des stofflichen Potenzials des Bioguts durch die Erzeugung gütegesicherter Komposte und fester Gärprodukte bei weitgehender Vermeidung flüssiger Gärreste,
4. Geringe Emissionen aus dem BMZ, insbesondere Vermeidung jeglicher Geruchsbelästigung für die Wohnbebauungen in der Umgebung,
5. Ausnutzung des Synergiepotenzials mit der AVA Velsen,
6. Minimierung von Reststoffen und Transporten sowie Vermeidung von Abwässern.
Um diese Ziele zu erreichen, sind für das BMZ folgende konzeptionelle technische Eckpunkte vorgesehen und von der EVS BMZ GmbH festgelegt:
1. Kapselung der gesamten Anlage mit Ausnahme der Produktverladung und -lagerung sowie der Abwurfpunkte aus der Kompostkonfektionierung und des Trockners,
2. Anlieferung in einen Tiefbunker,
3. Thermophile Vergärung des gesamten energiereichen Organikanteils (Vollstromvergärung) in Pfropfenstromfermentern,
4. Kompostierung des festen Gärrests in Tunnelrotten oder Tafelmiete mit Schaufelradumsetzer und Saugbelüftung,
5. Kompostkonfektionierung zur Einhaltung der Gewährleistungswerte mit ausreichend Platz zur Nachrüstung weiterer Aufbereitungsaggregate,
6. Vermeidung flüssigen Gärrests,
7. Minimierung von Emissionen,
8. Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität (Alternativen zu Punkt 8 werden noch geprüft). Für die Behandlung des flüssigen Gärrests ist eine Trocknung geplant, deren Wärmebedarf aus der AVA gedeckt wird. Dabei handelt es sich um einen innovativen Weg, der in dieser Form bisher mit Gärresten aus der Behandlung von Biogut in Deutschland noch nicht umgesetzt wurde. Er setzt u. a. eine enge technische Verzahnung der Vergärung, Entwässerung, Trocknung sowie Abluftbehandlung voraus. Die Terminplanung sieht eine Bauphase von Oktober 2022 bis zu Abnahme im März 2024 vor.