Beschreibung der Beschaffung
Die Gemeinde Wörnitz beabsichtigt die Erweiterung, Sanierung bzw. Ertüchtigung der Kläranlage in Wörnitz (4 500 EW).
Die Gemeinde Wörnitz betreibt seit ca. 1997 die Kläranlage Wörnitz, die nach dem Belebtschlammverfahren mit intermittierender Denitrifikation und Schlammstabilisierung in einem kreisförmigen Kombibecken mit mittig sitzender Nachklärung und ringförmig angeordneter Belebung arbeitet.
Die seinerzeit für 1.800 EW ausgelegte Kläranlage wurde 2016 ertüchtigt bzw. erweitert, da die Nährstofffrachten zwischenzeitlich etwa 2 000 EW entsprachen und die Kläranlage somit an ihre damalige Leistungsgrenze bzw. darüber hinaus arbeitete und diverse Teile zudem verschlissen waren.
Folgende Komponenten wurden 2016 erneuert bzw. ausgetauscht:
— Neue Rechen-Sandfang-Kombianlage für Zulauf 30 l/s, kurzfristige Belastungsstöße bis 40 l/s, Fabrikat/Typ: HUBER ROTAMAT Typ Ro3, Sandwaschanlage HUBER RoSF 4/t
— Neue Druckluftverteilung als Belebungsbeckenringleitung mit Abgangsleitungen zu jeder einzelnen Belüftungsplatte. Belüftungssystem: 12 Stück Plattenbelüfter, Fabrikat/Typ: MESSNER V20M50
— Diverse Umbauten/Erneuerungen im Kombibecken (Einbau von Stauschilden, Demontage defekter Leitungen etc.),
— Erneuerung des Prozessleitsystems (FlowChief), Ertüchtigung der elektrischen Anlage und der Automatisierung, neue Schaltschränke.
Die Kläranlage Wörnitz arbeitet nach diesen Erneuerungen bzw. Umbauten prozessstabil und kann bis etwa 2.600 EW die geforderten Reinigungsziele erreichen.
Allerdings erfordert die positive Entwicklung der Gemeinde Wörnitz hinsichtlich der Einwohnerzahlen und der gemäß Flächennutzungsplan vorgesehenen Gewerbe- und Wohngebiete, die zum Teil auch zeitnah umgesetzt werden sollen, eine Erweiterung der bestehenden Kläranlage.
Außerdem wird die Erweiterungsmaßnahme deshalb erforderlich, da die Abwässer der OT Arzbach, Harlang, Erzberg, Rothof, Mühlen, Bottenweiler und Waldhausen, die aktuell in der Belebtschlammanlage Erzberg gereinigt werden, zukünftig der Kläranlage Wörnitz zugeführt werden sollen. Bis auf den Hauptort Wörnitz, Oberwörnitz mit Riedenberg und Siedlung Geigersbuck werden alle umliegenden Ortsteile der Gemeinde Wörnitz im Trennsystem entwässert.
Die Installation einer Klärschlammpresse samt der erforderlichen Gebäudlichkeiten ist zudem geplant.
Aktuell wird der Klärschlamm mittels einer mobilen Presse entwässert. Diese mobile Presse stellt eine Übergangslösung dar, welche nur provisorisch installiert wurde.
Auf Basis einer groben Kostenabschätzung wird derzeitig von Gesamtkosten (Kgr, 200-700, DIN 276) in Höhe von ca. 6,266 Mio. EUR brutto ausgegangen.
In den o. g. Kosten sind noch keine Kosten für den Abbruch des bestehenden Schlammstapelbeckens und der Stahlbetonrohre, für Entsorgung des Erdmaterials (belastetes Erdreich, überschüssiges oder für den Wiedereinbau nicht geeignetes Material) sowie die Installation einer Klärschlammpresse samt der erforderlichen Gebäudlichkeiten enthalten.
Terminlich ist folgender Ablauf denkbar:
— Beginn Planung: Ende April/Anfang Mai 2021,
— Ausschreibungen/Vergaben: Herbst/Winter 2022,
— Baubeginn: Anfang 2023,
— Fertigstellung: Mitte 2024.
Für die geplante Maßnahme werden hiermit folgende Leistungen ausgeschriebenen, die an einen Dienstleister vergeben werden sollen:
— Objektplanung Ingenieurbauwerke gem. §§ 41 ff. HOAI, Lph. 1-9,
— Objektplanung Gebäude gem. §§ 33 ff. HOAI, Lph. 1-9,
— Tragwerksplanung gem. §§ 49 ff. HOAI, Lph. 1-6,
— Fachplanung Technische Ausrüstung gem. §§ 53 ff. HOAI, Lph. 1-9.
Zunächst sollen in der 1. Beauftragungsstufe die Leistungsphasen 1 + 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) für die vorgenannten Planungsdisziplinen beauftragt werden. Ein Rechtsanspruch auf Beauftragung weiterer Leistungsphasen bzw. Beauftragungsstufen je Planungsdisziplin (vgl. II.2.11)) besteht nicht.