Die im Jahr 1985 in Betrieb genommene Müllverbrennungsanlage in Hamm besteht aus 4 Verbrennungslinien mit je 25 MW Feuerungswärmeleistung. Durch den Verbrennungsprozess wird die im Müll enthaltene Energie in den Kesseln in thermische Energie umgewandelt. Neben der Abgabe von elektrischem Strom in das öffentliche Netz wird die erzeugte Energie auch für die Abgabe von Fernwärme an die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke Hamm genutzt. Die durch die Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in einem kombinierten, quasitrockenen Rauchgasreinigungsverfahren auf die Grenzwerte der 17. BImSchV abgereinigt und über den Schornstein abgeleitet.
Die Rauchgasreinigungsanlagen der 4 bestehenden Verbrennungslinien befinden sich altersbedingt in einem Zustand, der umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich macht. Zudem droht aufgrund mangelnder Flexibilität eine Nicht-Einhaltung verschärfter Emissionsgrenzwerte, die durch die bevorstehende Novellierung der 17. BImSchV abzusehen sind. Aus diesen Gründen ist eine Erneuerung der RGR-Anlagen erforderlich, die aufgrund der langen Realisierungszeiträume allerdings zu einer Einschränkung der Entsorgungsverpflichtungen führen würde.
Unter Berücksichtigung des recht hohen Anlagenalters soll die MVA Hamm mit einem 4- aus 5-Linienbetrieb für zukünftige Herausforderungen gerüstet werden. Die Errichtung einer zusätzlichen Kapazitätserhaltungslinie (KEL) soll die Möglichkeit schaffen, längerfristige Ersatz- und Erneuerungsmaßnahmen durchführen zu können, ohne Kapazitätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Dies gilt sowohl für die anstehende Erneuerung der Rauchgasreinigungsanlagen als auch für die zukünftig erforderlichen Ersatz- und Erneuerungsmaßnahmen an den alten Kessellinien. Der Betrieb der KEL soll einen Entsorgungsausfall von 17 000 t/Linie (insgesamt 68 000 t) kompensieren. Diese Menge entspricht dem durchschnittlichen Durchsatz einer Linie in einem Zeitraum von 2,5 Monaten. Notwendig ist eine zeitnahe Realisierung, so dass sich die KEL bereits vor Beginn der jeweiligen Erneuerungsmaßnahme in Betrieb befindet.
Zur Förderung der öffentlichen sowie politischen Akzeptanz sowie zur Einhaltung zukünftiger Grenzwerte ist die Installation eines SCR-Katalysators optional in Erwägung zu ziehen. Hiermit könnten die derzeit im öffentlichen Diskurs stehenden erhöhten Stickoxidwerte um bis zu 50 % im Vergleich zum SNCR-Verfahren reduziert werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der Novellierung der 17. BImSchV böte ein SCR-Katalysator eine bessere Entstickungsleistung sowie eine größere Flexibilität der Betriebsweise der Feuerung.
Um den Investitionsaufwand zu begrenzen, sollen möglichst viele bestehende, übergeordnete Anlagenbereiche und Systeme von der KEL mitgenutzt werden. Hierzu zählen neben Müllbunker, Wasserdampfkreislauf und Schornstein auch kleinere Nebenanlagen wie beispielsweise das Druckluft- und Heizölsystem.
Für das Vorhaben wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, mit der auch bereits erste Pläne (Übersichtslageplan, Grundrisse und Längsschnitte) sowohl für die KEL als auch für die Rauchgasreinigung vorgelegt wurden. Diese Unterlagen werden den im Teilnahmewettbewerb ausgewählten Bewerbern zur Vorbereitung der Angebotsabgabe zur Verfügung gestellt.
Gegenstand des zu vergebenden Auftrags sind die Generalplanungsleistungen für die zuvor beschriebene Maßnahme (Näheres zum Umfang der Generalplanung siehe Abschnitt II.2.4) dieser Bekanntmachung).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2020-11-17.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2020-10-16.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Auftragsbekanntmachung (2020-10-16) Objekt Umfang der Beschaffung
Titel: Dienstleistungen von Architektur- und Ingenieurbüros sowie planungsbezogene Leistungen
Referenznummer: 5502/20
Kurze Beschreibung:
“Die im Jahr 1985 in Betrieb genommene Müllverbrennungsanlage in Hamm besteht aus 4 Verbrennungslinien mit je 25 MW Feuerungswärmeleistung. Durch den...”
Kurze Beschreibung
Die im Jahr 1985 in Betrieb genommene Müllverbrennungsanlage in Hamm besteht aus 4 Verbrennungslinien mit je 25 MW Feuerungswärmeleistung. Durch den Verbrennungsprozess wird die im Müll enthaltene Energie in den Kesseln in thermische Energie umgewandelt. Neben der Abgabe von elektrischem Strom in das öffentliche Netz wird die erzeugte Energie auch für die Abgabe von Fernwärme an die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke Hamm genutzt. Die durch die Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in einem kombinierten, quasitrockenen Rauchgasreinigungsverfahren auf die Grenzwerte der 17. BImSchV abgereinigt und über den Schornstein abgeleitet.
Referenz Daten
Absendedatum: 2020-10-16 📅
Einreichungsfrist: 2020-11-17 📅
Veröffentlichungsdatum: 2020-10-21 📅
Datum des Beginns: 2021-04-01 📅
Datum des Endes: 2025-12-01 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer: 2020/S 205-499196
ABl. S-Ausgabe: 205
Zusätzliche Informationen
“Das in Abschnitt II.2.7) angegebene Datum für das Ende der Vertragslaufzeit betrifft die Fertigstellung des Bauvorhabens gegen Ende der Leistungsphase 8....”
Das in Abschnitt II.2.7) angegebene Datum für das Ende der Vertragslaufzeit betrifft die Fertigstellung des Bauvorhabens gegen Ende der Leistungsphase 8. Restleistungen der Leistungsphase 8 sowie die Leistungen der Leistungsphase 9 sind noch nach diesem Termin zu erbringen.
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Quelle: OJS 2020/S 205-499196 (2020-10-16)
Bekanntmachung über vergebene Aufträge (2021-07-21) Objekt Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Bekanntmachung über vergebene Aufträge