Beschreibung der Beschaffung
Die Untersuchung zur Einführung von ETCS in Schleswig-Holstein soll die aus der langfristigen Angebotskonzeption ableitbaren Infrastrukturanforderungen für ETCS darlegen, sodass die Angebotskonzeption mit der Einführung von ETCS umgesetzt werden kann. Ein stabiler Betrieb ist nachzuweisen. Sind aufgrund der technischen Entwicklung noch keine Lösungen verfügbar, sollen innerhalb der Untersuchung Lösungsvorschläge hergeleitet werden. Grundlage der Untersuchung ist ETCS Level 2 ohne Außensignale.
Untersucht werden sollen die folgenden Strecken einschließlich der genannten Betriebsstellen:
— Hamburg Hbf – Flensburg – Systemwechselstelle D/DK;
— Lübeck Hbf – Fehmarn-Burg – Systemwechselstelle D/DK;
— Husum – Tönning – Bad St. Peter-Ording.
Hieraus ergeben sich folgende Fragestellungen:
— Welche Blockabstände ergeben sich aus dem langfristigen Fahrplankonzept unter Be-rücksichtigung von Fahrstraßenbilde und -auflösezeiten unter ETCS?
— Wie kann das erforderliche Rangieren, Kuppeln, Entkuppeln, Fahren und Wenden der Züge unter ETCS abgewickelt werden? Welche ETCS-Betriebsmodi sollten gewählt wer-den, sodass der Infrastrukturbedarf einerseits und der Zeitbedarf andererseits in einem sinnvollen Verhältnis stehen?
— Wie ändern sich durch ETCS die Anforderungen an die Fahrzeitberechnung und eisen-bahnbetriebswissenschaftliche Untersuchungen?
— Woran muss sich die DB Netz bei der Festlegung der National Values orientieren und wie sind die National Values zu wählen, dass für die untersuchten Strecken ein stabiler Betrieb gewährleistet werden kann?
— Können durch ETCS Bau- und Regelzuschläge verringert werden, da beispielsweise der restriktive PZB-Modus entfällt?
— Können durch die Dynamisierung der Durchrutschwege schnellere Ein- und Ausfahrten als auch verbesserte Halteplätze in Bahnhöfen realisiert werden?
— Welche Auswirkungen hat die unter ETCS mögliche elementscharfe Geschwindigkeits-signalisierung auf die Anlage der Balisen und Achszähler?
— Welche Vor- und Nachteile bietet die Ausrüstung aller Gleise in einem ETCS-Bereich hinsichtlich Kosten und Betriebsabwicklung?
— Wie kann der Zeitbedarf der Züge beim Kuppeln/Entkuppeln gegenüber der vorhande-nen Zugsicherungstechnik unter ETCS beibehalten bzw. verringert werden?
— Wie müsste die Sicherungstechnik für das Zusammenkuppeln der Züge unter der Maß-gabe, dass Zugdeckungssignale unter ETCS nicht möglich sind, aussehen?
— Wie müssen die RBC räumlich zugeschnitten sein, damit die Ein- und Auswahl der Züge in/aus ETCS einen möglichst geringen Zeitbedarf ausmacht?
— Mit welchen Maßnahmen kann das Serviceniveau im Störungsfall von ETCS möglichst gut erhalten werden?