Beschreibung der Beschaffung
1. Angaben zur Baumaßnahme:
— Allgemeine Beschreibung:
Das Julius Kühn-Institut (JKI) ist ein selbstständiges Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und forscht im Bereich der Genetik, der Züchtung, des Anbaus, der Ernährung sowie des Schutzes und der Gesundheit der Kulturpflanzen. Das JKI betreibt derzeit 10 Standorte in ganz Deutschland, u. a. je einen Institutsstandort in Berlin Dahlem und in Kleinmachnow. Diese beiden Standorte sollen zukünftig am Standort Dahlem zusammengelegt werden.
Auf der Liegenschaft in der Königin-Luise-Str. 17-25 in Berlin Dahlem befinden sich neben den 15 Gebäuden unterschiedlicher Größe und Bauzeit sowie 19 Gewächshäusern großflächige Versuchsfelder. Für die Liegenschaft wurde 2017 ein Masterplan erstellt, der neben der Sanierung einiger Häuser auch den mittelfristigen Abriss und Ersatz bestehender Gebäude und die Errichtung eines großen Laborneubaus im Zentrum der Liegenschaft vorsieht.
Bei dem zu beauftragenden Laborneubau handelt es sich um ein Forschungsgebäude mit chemisch-analytischen Laboren, in dem im Wesentlichen das Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz (ÖPV) mit rund 50 Arbeitsplätzen und einem voraussichtlichen Flächenbedarf von ca. 2 740 m Nutzfläche untergebracht werden soll. Das Baufeld hat eine Ausdehnung von 71 m x 30 m.
Auf dem Baufeld befinden sich derzeit die Häuser D, E und H, die abgebrochen werden müssen.
2019 wurde für den Laborneubau eine Entwurfsunterlage Bau (ES-Bau) erstellt, in der die Grundlagen für den hoch baulichen Wettbewerb, der derzeit durchgeführt wird, festgelegt wurden.
Im Nachgang zur ES-Bau wurde ein Energiekonzept für den gesamten Standort erarbeitet, welches für die Liegenschaft eine zentrale Wärme-, Kälte-, Trinkwasser-, sowie Stromversorgung vorsieht. Die Einbindung regenerativer Energien spielt dabei eine wichtige Rolle. So soll ein Teil des Wärme- bzw. Kältebedarfs der Liegenschaft durch eine Wasser-/Wasser-Wärmepumpe (thermische Grundwassernutzung) abgedeckt werden. Die Energiezentrale der Liegenschaft soll in Zukunft im Kellergeschoss des Laborneubaus untergebracht werden.
Es wurde die Zertifizierung nach BNB (Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude) mit dem Gütesiegel Silber vereinbart. Das Gebäude soll zudem mindestens einem Effizienzgebäude Bund 40 (EGB 40) entsprechen.
Darüber hinaus ist vereinbart, dass das Building Information Modeling Anwendung findet (BIM-Anwendungsfall 3D, BIM as built). Die Planungsleistungen sind mit einem BIM-fähigen CAD-System und im Datenaustauschformat Industry Foundation Classes (IFC) gem. DIN EN ISO 16739 zu erbringen.
— Auftraggeber/Nutzer:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)/Julius Kühn-Institut (JKI).
— Gebäudenutzung:
Forschungsgebäude mit chemisch-analytischen Laboren, Unterbringung der Technikzentrale für die Gesamtliegenschaft.
— Art der Baumaßnahme:
Neubau Laborgebäude.
— BGF/BRI:
5 120 m (BGF)/24 900 m³ (BRI).
— Projektkosten (netto) für KG 200-600 gem. DIN 276:
20 400 000EUR
Davon anrechenbare Kosten (netto) für den zu beauftragenden Leistungsbereich: 4 900 000 EUR.
— Projektdauer:
Planung: Mai 2021 – Juni 2023
Bauphase inkl. Inbetriebnahme: August 2023 – Dezember 2026.
2. Gegenstand des Auftrages
— Leistungsbereich: (z. B. Objektplanung/TA mit Anlagengruppen)
Technische Ausrüstung Anlagengruppe 1, 2, 3, 7 (Feuerlöschtechnik, Medienversorgung Labore) gemäß § 53 ff. HOAI.
— Leistungsbild: (LPH, Besondere Leistungen)
Leistungsphase 2-9, Besondere Leistungen, stufenweise Beauftragung.
— Beginn/Ende der Leistungserbringung (LPH2-LPH9):
Mai 2021 – Februar 2031.
Es ist eine stufenweise Vergabe der Leistungen vorgesehen. Ein Rechtsanspruch auf die Übertragung aller Leistungen besteht jedoch nicht.