Beschreibung der Beschaffung
Die Ruhrbahn GmbH ist ein gemeinschaftliches Nahverkehrsunternehmen der Städte Essen und Mülheim an der Ruhr. Es entstand im Jahre 2017 aus dem Zusammenschluss der beiden Verkehrsunternehmen Essener Verkehrs-AG (EVAG) und Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG). Als größtes Verkehrsunternehmen im Ruhrgebiet sorgt die Ruhrbahn für die Mobilität von 142 Mio. Fahrgästen pro Jahr. Mit 244 Bussen, 166 Bahnen, 3 U-Bahnlinien, 10 Tramlinien und 52 Buslinien bietet die Ruhrbahn einen kundenorientierten, technisch hochwertigen und klimafreundlichen Nahverkehr an. Die Ruhrbahn baut die Nahverkehrsqualität in Essen und Mülheim kontinuierlich aus und setzt durch zukunftsfähige Mobilitätskonzepte Anreize grenzenlos mobil zu sein. Ein Teil dieser Mobilitätskonzepte ist die Neuorganisation der Arbeitsabläufe auf den insgesamt 4 vorhandenen Betriebshöfen. Durch die geplante Erweiterung des bereits im Busbereich vorhandenen Betriebshofmanagementsystems auf alle Betriebshöfe und die Integration der Straßenbahnbereiche in das BMS sollen die Arbeitsabläufe sowohl im Werkstattbereich als auch im Fahrbetrieb noch weiter optimiert werden.
Der Betriebshof Beuststraße liegt im Essener Ostviertel und ist heute ein Straßenbahnund Busbetriebshof. Bedingt durch die weitere Beschaffung von Niederflurstraßenbahnen ist bis 2022 eine Erweiterung der vorhandenen Abstellanlage um insgesamt 6 zusätzliche Abstellgleise vorgesehen. In einer späteren Bauphase (geplant ab 2028) sollen noch einmal 5 weitere Abstellgleise folgen. Durch den damit verbundenen Entfall der Busabstellflächen wird der Betriebshof dann zu einem reinen Straßenbahnbetriebshof. Nördlich der Betriebshofeinfahrt wird derzeit eine neue Betriebswerkstatt (Bw) mit 6 Gleisen errichtet. Von den 6 Gleisen sind jeweils 3 Gleise Durchfahrgleise und 3 Gleise Stumpfgleise. Die Inbetriebnahme der neuen Bw ist im Herbst 2022 geplant. Die Lage und die Gleisanschlüsse der neuen Bw erzwingen die Änderung der Hauptfahrtrichtung auf dem Betriebshof – zukünftig entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Änderung der Fahrtrichtung auf dem Betriebshof ist im April 2022 vorgesehen. Die heutige Bw wird nach Inbetriebnahme der neuen Bw zur Interims-Hauptwerkstatt der Ruhrbahn für Schienenfahrzeuge, da nach Abschluss der Baumaßnahme Beuststraße die Hauptwerkstatt des Betriebshofes Schweriner Straße neu gebaut werden soll. Die heutige Bw muss daher auch weiterhin, allerdings mit weniger Gleisanschlüssen, befahrbar bleiben.
Der Bereich der neuen Bw ist mit einer Betriebshofsteuerung auszurüsten. Für die südliche Gleisharfe der Abstellanlage ist zur Änderung der Fahrtrichtung auf dem Hof eine Gleisharfensteuerung zu realisieren.
Der Umbau des Betriebshofes bis zur Inbetriebnahme der neuen BW wird in insgesamt sieben Bauphasen durchgeführt, deren Umfang und zeitlicher Ablauf den beigefügten Bauphasenplänen und Bauablaufplan zu entnehmen sind. Insbesondere sind dabei die Bauphasen und Bauzeiten des Gleisbaus zu beachten, da die Feldelemente der Gleisharfen- und der Betriebshofsteuerung im Zusammenhang mit den Gleisbauarbeiten im bzw. am Gleis mit zu montieren sind.
Es sind folgende stichpunktartig aufgeführte Maßnahmen / Aufgaben durchzuführen und damit entsprechend anzubieten:
— Realisierung einer Betriebshofsteuerung und einer Gleisharfensteuerung mit 4 Bedienplätzen für die Bedienung sowie Instandhaltung beider Anlagen,
— Realisierung von bidirektionalen Schnittstellen beider Signalanlagen zu dem Betriebshofmanagementsystem (BMS) der Firma PSI,
— Lieferung und Montage der kompletten Innen- und Außenanlagen beider Signalanlagen einschließlich der Bedienplätze und der Kabelanlage,
— Norm- und fachgerechte Installation aller Komponenten,
— zeitgerechte Lieferung der PT2-Unterlagen für den Gutachter (Sachkundige Person) und Unterstützung des Gutachters durch Teilnahme an der Prüfung und Abnahme der Anlagen nach §62 BOStrab,
— Test und Inbetriebnahme der Schnittstellen beider Signalanlagen zum BMS zusammen mit der Fa. PSI.
Die Bauarbeiten in der Außenanlage beginnen mit der Bauphase 1 ab April 2021. In dieser Phase werden vorbereitend für die spätere Änderung der Drehrichtung auf dem Betriebshof die heute nur mechanisch umstellbaren Weichen der südlichen Gleisharfe der Abstellanlage sukzessive auf große Erdkästen für den Einbau von elektrischen Weichenantrieben umgebaut.
In diesem Zusammenhang wird auch der komplette Tief- und Kabeltiefbau für alle Gewerke in der vorhandenen südlichen und nördlichen Gleisharfe sowie in der vorhandenen Abstellanlage ausgeführt. Vom Auftragnehmer der Signalanlagen müssen dazu alle Komponenten im Gleis und zwischen bzw. neben den Gleisen einschließlich der Verkabelung, die nachher nicht mehr zugänglich ist, mit eingebaut werden. Hierzu zählen u. a. alle Gleiskomponenten für die Weichensperrkreise einschließlich der erforderlichen Verkabelung, die Gehäuse für die Antennen des Straßenbahn-Erfassungssystems EWIS und die Sockel für die Schaltschränke.
In den Bauphasen 2 bis 7 sind die Montagearbeiten auf dem Betriebshof größtenteils im Zusammenhang mit den Gleisbauarbeiten auszuführen.
Mit der Änderung der Fahrtrichtung auf dem Betriebshof im April 2022 soll auch gleichzeitig das BMS mit in Betrieb gehen. Hieraus resultiert, dass das Zusammenspiel von BMS und den Signalanlagen zu diesem Zeitpunkt einwandfrei funktionieren muss.
Weitere Detailangaben ergeben sich aus den Ausschreibungsunterlagen.