Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand des Vergabeverfahrens sind Generalplanungsleistungen für den Neubau des Klinikums Memmingen am Standort zwischen Europastraße, Buxheimer Straße, A 96 und A 7 (im Folgenden „Standort“).
Das Klinikum Memmingen AöR ist Eigentümer des Klinikum Memmingen, die Bezirkskliniken Schwaben (KU) der Bezirkskliniken Schwaben. Es handelt sich um eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Bezirks Schwaben gemäß Art. 89 BayGO. Das Klinikum Memmingen ist ein Haus der Schwerpunktversorgung (Versorgungsstufe II) mit 480 Planbetten und verfügt über zahlreiche hochspezialisierte Abteilungen, deren Leistungen über das Spektrum der Grund- und Regelversorgung kleiner und mittlerer Krankenhäuser hinausgehen. Um die rund 20 000 stationäre und ca. 60 000 ambulanten Patienten zu versorgen, arbeiten rund 1 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Chefärzte und Ärzte, Pflegekräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Verwaltung und Wirtschaftsbetrieben rund um die Uhr. Das Klinikum Memmingen befindet sich in Trägerschaft der kreisfreien Stadt Memmingen und ist akademisches Lehrkrankenhaus der LMU München. Folgende Fachabteilungen, Zentren und Besonderheiten sind im Krankenhausplan 2020 des Freistaates Bayern aufgenommen:
— Fachabteilungen: Allgemein, Viszeral-, Thorax-, Gefäß-, Hand-, Neuro- und Unfallchirurgie, Orthopädie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO, Innere Medizin, Kinder und Jugendmedizin, Neonatologie, Neurologie, Urologie, Kardiologie, Pneumologie, Nephrologie, Gastroenterologie teilstationäre Hämodialyse,
— Perinatalzentrum Level I,
— Kooperationsklinik Schlaganfall Netzwerk,
— Palliativstation,
— Akutgeriatrie,
— Psychosomatik in der Fachrichtung Kinder- und Jugendmedizin.
Darüber hinaus ist am derzeitigen Standort das Bezirkskrankenhaus Memmingen als Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit derzeit 40 Planbetten (geplant 66 Planbetten zzgl. 20 Plätze Tagesklinik) unter Trägerschaft der Bezirkskliniken Schwaben (KU) integriert. Für diese Leistungen werden die Bezirkskliniken Schwaben Auftraggeber und damit Vertragspartner des Auftragnehmers.
Beide Träger, sowohl das Klinikum Memmingen und die Bezirkskliniken Schwaben, erhalten nach dem Bayerischen Krankenhausgesetz eine Investitionsförderung für den Neubau des Klinikums. Der Bieter hat hierzu die Förderantragsunterlagen in der notwendigen Form und im notwendigen Zeitraum zu erstellen. Die Planung ist so auszurichten, dass die Träger eine möglichst hohe Fördersumme erhalten. Der Antrag zur Aufnahme ins Jahreskrankenhausbauprogramm (LPH 1+2 HOAI + Merkblatt der Regierung von Schwaben in der Anlage) muss nach Abschluss des Vergabeverfahrens von Mai 2021 bis Dezember 2021 vom Bieter erstellt und spätestens am 17.12.2021 bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden.
Anschließend ist der Förderantrag (LPH 3 + Merkblatt der Regierung von Schwaben) zu erstellen und bei der Regierung von Schwaben gemäß dem noch abzustimmenden Zeitplan einzureichen.
Neben dem Neubau des Klinikums zur stationären und ambulanten Patientenversorgung ist am gleichen Standort auch die Errichtung einer Krankenpflegeschule geplant. Für die Krankenpflegeschule ist ein eigener Förderantrag durch den Bieter zu erstellen.
Des Weiteren soll ggf. als eigenes Gebäude eine Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) auf o. g. Grundstück sowie die Parkierungsanlagen für alle o. g. Einrichtungen entstehen.
Das Grundstück ist derzeit noch teilweise bebaut. Die Baufeldfreimachung wird durch den Auftraggeber durchgeführt.
Im Angebot der ausgewählten Bieter soll der Neubau Klinikums inkl. der Psychiatrie der Bezirkskliniken Schwaben, sowie gesamte Erschließung alle auf dem Grundstück zu errichtenden Gebäude angeboten werden. Optional soll die Planung für die Krankenpflegeschule, das medizinischen Versorgungszentrum, sowie die Parkierungsanlagen angeboten werden.
Nach der aktuellen Grobkostenschätzung nach KFA 12 belaufen sich die Baukosten für das gesamte Projekt KGR 200-600 (inkl. Psychiatrie) auf ca. 321 Mio. EUR inkl. 19 % MwSt. Darin sind die Grobkostenschätzungen für das MVZ, die Parkierungsanlagen inkl. der internen Erschließung und die Krankenpflegeschule enthalten.
Der vorgenannte Gesamtbetrag entspricht der zum Quartal I/2020 erstellten Grobkostenschätzung. Dies sind die orientierenden Gesamtbaukosten zur Erstellung der eigenen Grobkostenschätzung des Bieters.
Gegenstand der vorliegenden Ausschreibung sind Generalplanerleistungen nach den Leistungsphasen 1 bis 9 (im Sinne des § 3 HOAI).
Inhalt der Generalplanerleistung:
1. Leistungsbilder nach HOAI als Grundleistungen und besondere Leistungen:
a) Objektplanung (Gebäude, Innenräume),
b) Freianlagenplanung,
c) Ingenieurbauwerke,
d) Verkehrsanlagen,
e) Tragwerksplanung,
f) Technische Gebäudeausrüstung (Anlagengruppen 1-8 inkl. technische Anla-gen in Außenanlagen),
g) Medizintechnik.
2. Beratungsleistungen:
a) Brandschutz,
b) Bauphysik (Wärmeschutz und Energiebilanzierung, Bauakustik, Raumakustik),
c) Ingenieursvermessung,
d) Küchenplanung,
e) DGNB-Beratung.
3. weitere besondere Leistungen:
a) digitaler Projektraum,
b) BIM (Building Information Modeling).
4. optionale besondere Leistungen:
a) wasserrechtliche Genehmigungsunterlagen,
b) Fortführung der DGNB Beratung.
Beim Bauherrn verbleiben folgende Leistungen:
a) Beratung Betriebsorganisation,
b) Beratung Logistikplanung,
c) Geotechnik (Bodengutachten und Kampfmittelerkundung),
d) Beratung flugverkehrsrechtliches Genehmigungsverfahren für den Hubschrauberlandeplatz,
e) Fachplaner WU-Beton,
f) Beratung Strahlenschutz,
g) Beratung Hygiene,
h) Beratung Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (Sigeko),
i) Beratung Radonuntersuchung,
j) Umweltverträglichkeitsstudie (i. d. R. im Zuge der Bauleitplanung),
k) spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP),
l) Durchführen von Zertifizierungssystemen (z. B. Apotheke, AEMP, Küche),
m) GMP-Beratung zur Zytostatika-Herstellung in der Apotheke,
n) Planung Med-IT und IKT Geräteausstattung,
o) Umzugs- und Inbetriebnahmemanagement.