Beschreibung der Beschaffung
Es werden Leistungen der Tragwerksplanung entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 4 Fachplanung Abschnitt 1 Tragwerksplanung vergeben. Der Auftrag beinhaltet die Leistungsphase 1 bis 6 gemäß § 51 HOAI ganz sowie ggfs. besondere Leistungen und die zusätzliche Leistung „Zuarbeit beim Abrisskonzept“. Außerdem werden die Leistungen der Bauphysik in den Bereichen „Wärmeschutz und Energiebilanzierung“ und „Bauakustik (Schallschutz)“ in den Leistungsphasen 1-6 vollständig vergeben.
Die Grundleistungen der Tragwerksplanung beim Neubau erfolgen nach den Honorarsätzen der HOAI (2013), Teil 4, Abschnitt 1, § 52. Die Vergütung für die Leistungen aus dem Bereich der Bauphysik erfolgt nach den Honorarsätzen gemäß Anlage 1 Nrn. 1.2.3 und 1.2.4 der HOAI (2013) oder alternativ unter Zugrundelegung der anzugebenden Stundensätze und geschätzten Stundenaufwände als pauschale Vergütung. Das Honorar für die zusätzliche Leistung „Mitwirken bei der Planung des Abrisskonzeptes“ erfolgt gemäß HOAI (2013), Teil 1, 3 Abs. 3 unter Zugrundelegung der anzugebenden Stundensätze und geschätzten Stundenaufwände als pauschale Vergütung.
Die Beauftragung soll nach Freigabe der Fördermittel stufenweise erfolgen, wobei die Leistungsstufe 2 voraussichtlich in 2 Stufen vergeben wird (mit Vertragsschluss zunächst bis LPH 4):
— Stufe 1: Erbringung aller Planungsleistungen bis zur Einreichung der Vorplanungsunterlagen
(s. „Ergänzenden Ausführungsvorschriften zu den AV § 24 LHO“, s.
https://www.evergabe.de/unterlagen, S. 9). Dies entspricht den Leistungsphasen 1-2 der HOAI.
— Stufe 2: Erbringung aller Planungsleistungen bis zur Einreichung der Bauplanungsunterlagen und des Bauantrages.
(s. „Ergänzenden Ausführungsvorschriften zu den AV § 24 LHO“, s.
https://www.evergabe.de/unterlagen, S. 9-10). Dies entspricht den Leistungsphasen 3, 4 und 5 der HOAI.
Stufe 3: Erbringung aller Planungsleistungen bis zu der Vorbereitung der Vergabe (s. „Ergänzenden Ausführungsvorschriften zu den AV § 24 LHO“, s.
https://www.evergabe.de/unterlagen, S. 9-10). Dies entspricht der Leistungsphase 6 der HOAI.
Es ist beabsichtigt, die Erbringung der Stufen 1 und 2 (teilweise s. o.) im Anschluss an diese Ausschreibung vertraglich zu vereinbaren.
Im Jahr 2019 wurde ein Realisierungswettbewerb (gemäß RPW 2013) für Architekt*innen und Landschaftsplaner*innen zur Findung eines städtebaulich tragfähigen und funktional überzeugenden Gesamtkonzepts für das Begegnungszentrum durchgeführt und ein Entwurf ausgewählt. Die hier ausgeschriebenen Planungsleistungen im Bereich Tragwerksplanung und Bauphysik haben sich an den Ergebnissen des Wettbewerbs und der Beurteilung des Preisgerichts zu orientieren (s.
https://www.evergabe.de/unterlagen).
Im geplanten Stadtteil- und Begegnungszentrum werden in unterschiedlichen Nutzungseinheiten mehrere Einrichtungen der sozialen Infrastruktur unterschiedlicher Träger/Betreiber zusammengefasst:
(1) Stadtteilzentrum (Träger: Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e. V., verantwortlich: Bezirksamt Spandau, Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention),
(2) Raum der Stille (Träger: Evangelische Kirchengemeinde zu Staaken, verantwortlich: Gemeindekirchenrat),
(3) Kita für 90 Plätze (Träger: Evangelischer Kirchenkreis Spandau, verantwortlich: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie),
(4) Produktionsküche (Träger: Pi8 Catering gGmbH, verantwortlich: Evangelischer Kirchenkreis Spandau,
(5) Familienzentrum (Träger: Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e. V., verantwortlich: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie).
Der geplante Baukörper ist dreigeschossig angelegt. In einer kompakten Kubatur sind im vorderen – zum Brunsbütteler Damm hin gelegenen – Bereich die öffentlichen Nutzungen (Café, Veranstaltungssaal und Kapelle) geplant. Der Zugang zur Kita, zum Familienzentrum und zum Innenhof erfolgt über einen Zugang vom Stieglakeweg aus. Die Produktionsküche erhält eine eigene Erschließung vom Brunsbütteler Damm. Die Freianlagen gliedern sich in einen Vorplatz am Brunsbütteler Damm, einen Innenhof und die Freiflächen der Kita am Stieglakeweg und am Oldesloer Weg.
Die Bebaubarkeit des vorgesehenen Baugrundstückes setzt den Rückbau des bestehenden Gebäudeensembles voraus. Es handelt sich dabei um folgende in Mischbauweise erstellten Gebäudeteile: Eine nicht unterkellerte Kirche mit 354,43 qm Nutzfläche (BGF 684,02 qm), einem allein stehenden Glockenturm (16,88 m Höhe am höchsten Punkt ohne Holzkreuz) mit 32,49 qm Nutzfläche (BGF 79,10 qm), 3 unterkellerten zweigeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 402,25 qm Wohnfläche (BGF 727,18 qm), ein unterkellertes Gemeindehaus mit 277,3 qm Nutzfläche (BGF 489,29 qm) und die allein stehenden, eingeschossigen, mit einem Kriechkeller unterkellerten Sozialräume mit 214,66 qm Nutzfläche (BGF 510,14 qm). (Die digitalisierten Grundrisse des Gebäudebestandes können in den Vergabeunterlagen eingesehen werden s.
https://www.evergabe.de/unterlagen). Die Mitarbeit an dem erforderlichen Abrisskonzept ist Bestandteil des Auftrages der Tragwerksplanung.
Mit dem Neubau soll ein offener und inklusiver Ort für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteiles entstehen. Der Saal soll multifunktional nutzbar und entsprechend technisch ausgestattet sein. (Die Planungsleistung „Raumakustik“ aus dem Bereich der Bauphysik wird zu einem späteren Zeitpunkt gesondert ausgeschrieben.) Personenaufzüge dienen der (weitgehend) barrierefreien Erschließung.
Das Gesamtvorhaben soll einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung leisten und auch auf andere Bauvorhaben ausstrahlen. Es sind die ökologischen Kriterien für Wettbewerbe/Projekte/Bauvorhaben in der Veröffentlichung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen vom 9.7.2019 zu beachten. (
https://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen/download/bausteine/oekologische_kriterien_0907201966.pdf)
Vom Bieter werden weitreichende Kompetenzen in den Bereichen:
— Umsetzung öffentlicher Bauvorhaben mit vergleichbaren sozialen Nutzungseinheiten,
— Erfahrung mit einem Neubau mit weit spannenden Tragstrukturen und einem analogen Schwierigkeitsgrad,
— und einem integralen Planungsprozess erwartet.
Das Ergebnis der Preisgerichtssitzung Architektenwettbewerb kann auf der Vergabeplattform mit den Bewerbungsunterlagen abgerufen werden. (
https://evergabe.de/unterlagen).
Für das Projekt liegt ein von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geprüftes Bedarfsprogramm vor, welches eine verbindliche Vorgabe für alle weiteren Planungs- und Durchführungsschritte darstellt. Die Stellungnahmen und Prüfungen zum Bedarfsprogramm sind zu beachten. Auf der Grundlage des Bedarfsprogramms wurde ein Gesamtkostenrahmen in Höhe von 6 880 000 EUR (brutto) ermittelt.
Die Finanzierung des Gesamtvorhabens wird insbesondere über Fördermittel gesichert. Sämtliche Regularien der ABau der Senatsverwaltung Stadtentwicklung und Wohnen inklusive der Verwendung der Formulare aus der ABau sind im Planungsprozess verbindlich. Es wird ein Planungs- bzw. Baubegleitender Ausschuss eingerichtet. Diesem gehören u. a. die Fördermittelgeber, die Bauherrin, das gebietsbegleitende Büro (Stadtkontor Gesellschaft für behutsame Stadtentwicklung mbH), das beauftragte Architekturbüro und ggfs. ein Projektsteuerer an. Das ökologische Gesamtkonzept ist dem planungsbegleitenden Ausschuss jeweils nach Abschluss der Vorplanung und der Entwurfsplanung vorzustellen.
Während des gesamten Planungsprozesses ist ein enger Austausch mit den beteiligten Planungsbüros und den zukünftigen Nutzerinstitutionen vorgesehen. Aufgrund der Vielzahl der zu beteiligenden Akteure ist mit einem überdurchschnittlichen Abstimmungsbedarf zu rechnen.
Die Bauherrin wird im Rahmen des blogs „Auf dem Weg zum Begegnungszentrum“ die Öffentlichkeit regelmäßig über die Fortschritte des Projektes informieren und beteiligen. Hierfür sind ggfs. Zuarbeiten erforderlich.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster IV 412. H F aus der ABAU – Allgemeine Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins.
(Das Vertragsmuster ist in den Vergabeunterlagen einsehbar
https://evergabe.de/unterlagen).