Beschreibung der Beschaffung
Beabsichtigt ist die Beauftragung von Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke nach Teil 3, Abschnitt 3, der HOAI 2013.
Im Oktober 2019 beauftragte das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) über den Senator für Finanzen Bremen, den Bundesbau bei Immobilien Bremen zur Umsetzung des Rückbaus des Tanklagers in Farge.
Das Tanklager wurde in den Jahren 1935 bis 1941 errichtet und galt bis zum Ende seiner betrieblichen Nutzung im Jahre 2013 als eines der größten unterirdischen Tanklager der Welt. Der größte Teil des Tanklagergeländes ist bewaldet. Westlich, südlich und östlich wird das Tanklager von Siedlungsgebieten begrenzt. Nördlich schließen sich land‐ und forstwirtschaftlich genutzte Flächen an. Das Tanklager liegt im Wasserschutzgebiet Blumenthal, auf dem bremischen Teil ist zudem die gesamte Fläche als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Zurzeit befindet sich das Tanklager in der Stilllegungsphase, die bis Mitte 2021 abgeschlossen sein wird.
— Gesamtgröße der Liegenschaft: 320 Ha (davon ca. 2/3 im Land Bremen und 1/3 im Land Niedersachsen),
— Rückbauvolumen diverser Gebäude und Anlagen ober‐ und unterirdisch ca. 90 000 m umbauter Rau,
— Rückbau von ca. 60 000 t betonierte Verkehrsflächen, 40 000 t Gleisschotter, 2 000 t Bahngleise, 10 km Zaunanlage,
— Verfüllung von ca. 125 km Treibstoffleitungen und von diversen unterirdischen Gebäudeteilen,
Geschätzte Gesamtbaukosten: 57 020 050,00 EUR brutto, geschätzte Kosten der Kostengruppen 200‐500 : 56 670 000,00 EUR brutto.
Der Auftrag umfasst die ingenieurtechnische Planung, Ausschreibung, Überwachung und Dokumentation des geordneten, recyclinggerechten Rückbaus des gesamten Tanklagers mit Entsorgungs-, Verwertungsplanung und -management, einschl. der Teil-Verfüllung von unterirdischen Gebäude- und Anlagenteilen mit vor Ort aufzubereitenden Recyclingmaterialien, in insgesamt 4 zeitlich und räumlichen Teilabschnitten.
Nach HOAI, Leistungsbild Objektplanung-Ingenieurbauwerke, sind Teil-Leistungen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, sowie die vollständige Ausführungsplanung, die Vorbereitungen und Mitwirkungen der Vergaben und der Bauoberleitung einschl. örtl. Bauüberwachung zu erbringen. Im Zuge der Leistungsstufe 1 sind u. a. folgende besonderen Leistungen zu erbringen:
Konzept für die baubegleitenden Beprobungen, Konzept zur Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, Arbeitsschutz- und Sicherheitsplan, Immissionsprognosen mit Vermeidungskonzept, Konzept zur Beweissicherung von Nachbargebäuden, Fortschreibung des Rückbau-, Entsorgungs- und
Verwertungskonzepts, Beantragung von wasserrechtlichen Erlaubnissen.
Die RBBau Leistungsstufen 1 (LPH 3 u. 4 nach HOAI), Leistungsstufe 2 (LPH 5 nach HOAI), Leistungsstufe 3 (LPH 6 u. 7 nach HOAI), und Leistungsstufe 4 (LPH 8 nach HOAI), erfordern neben den Grundleistungen folgende besondere Leistungen:
Objektübergreifende, integrierte Bauablaufplanung, Koordination des Gesamtprojekts, Aufstellen der Ablaufplanung, Fortschreiben, überwachen von: Arbeitsschutz- und Sicherheitsplan, Rückbau- und Entsorgungskonzept, Schadstoffkataster, begleitendes Beprobungskonzept, Erarbeiten der erforderlichen Unterlagen für die Durchführung von Teilnahmewettbewerben, Örtliche Bauüberwachung, Überwachen auf Einhaltung des Abfallentsorgungskonzepts, einschl. Führung, Erstellung, Signatur der elektronischen Abfallnachweise für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle.
Der Maßnahme liegt die genehmigte EW-Bau-Unterlage zu Grunde. Weitere Unterlagen liegen vor, u. a. Gebäude-Schadstoffkataster, Rückbau- und Entsorgungskonzept, artenschutzrechtliches Gutachten,
Bestandspläne zu Gebäuden und Anlagenteilen, sowie ein Grobterminplan. Diese sind im Zuge der Planungsleistungen anzupassen, fortzuschreiben und zu ergänzen. An der Durchführung der Maßnahme werden durch den Auftraggeber weitere Fachgebiete beteiligt, u. a. eine artenschutzrechtliche Baubegleitung, Vermessungs-, Beprobungs- und Laborleistungen, Sicherheits und Gesundheitskoordinator, Tragwerksplanung soweit erforderlich, Kampfmittelräumdienst. Diese sind im Planungs- und Durchführungsprozess vom Auftragnehmer zu koordinieren. Auf dem Gelände befinden sich in Teilbereichen Altlasten in Boden und Grundwasser, die über einen gesonderten Auftrag saniert werden. Im Verlauf des Gesamtrückbaus von Gebäuden und technischen Einrichtungen ist an einigen betroffenen Stellen im Zuge von Erdarbeiten mit kontaminiertem Boden zu rechnen. Der Bodenaustausch in diesen lokal begrenzten Bereichen ist ebenfalls Teil des Auftragsumfangs.
Die Abfolge der Rückbaumaßnahmen erfolgt in Abstimmung mit allen Beteiligten, sowie unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung von bestehender Infrastruktur und den Vorgaben des Arten- und Naturschutz. Die zeitliche Abfolge soll möglichst auf 4 Baulose in der Zeit von 2020 bis 2026 aufgeteilt werden, bei denen der niedersächsische Teil des Geländes in einem eigenen Los zusammengefasst wird.