Beschreibung der Beschaffung
Beauftragt werden sollen Projektsteuerungsleistungen in Anlehnung an die AHO, Projektstufen 1+2 (je teilweise), 3-5, Handlungsbereiche A-E.
Das Prinz-Max-Palais ist eine Villa im Stil der Gründerzeit im Innenstadtbereich von Karlsruhe. Die Liegenschaft besteht aus einem Gebäudeensemble aus unterschiedlichen Bauzeiten. Das historische Palais entstand in den Jahren 1881 bis 1884 nach Plänen des Architekten Josef Durm.
Gegenstand der jetzigen Modernisierung ist der Gebäudekomplex mit historischem Palais von 1881 und dem „Richterbau“ von 1950. Das historische Gebäude ist dreigeschossig mit einem teilweise ausgebauten Dachgeschoss, der westlich anschließende „Richterbau“ ist 2-geschossig. Beide Gebäudeteile sind unterkellert. Der Gebäudekomplex umfasst eine Fläche von ca. 5 700 m BGF.
Der Gebäudekomplex ist mit Ausnahme des „Richterbaus“ und des Technikgebäudes Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung gemäß §12 DSchG Baden-Württemberg. Dazu gehören auch die Gartenanlage mit Zierbrunnen, gusseisernen Einfriedungen und historisierenden Schauwänden an der Westseite des Gartens, die ebenfalls zu sanieren sind.
Modernisierungsmaßnahmen:
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde im Jahr 2018 eine umfassende Untersuchung des baulichen und technischen Zustands der Gebäudesubstanz, der funktionalen Strukturierung der Flächen der Nutzerparteien sowie des Erweiterungspotenzials des Gebäudes vorgenommen. Als Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt ein baulich-technisches sowie funktionales Modernisierungskonzept vor, das Grundlage für die weitere Planung ist.
Die Gebäudehülle mit Sandsteinfassaden, Balkonen und Dachflächen sowie die Schaufassaden sind zu sanieren. Im Jahr 2016 erfolgte eine umfangreiche Schadenskartierung mit Sanierungskonzept. Der reichhaltige Figurenschmuck ist bis zur späteren Sanierung eingelagert.
Es sind strukturelle Anpassungen im Grundriss zur Umsetzung der vorgesehenen Umstrukturierung der Nutzungen und der neuen Trassenführung der technischen Gewerke sowie Tragwerksertüchtigungen vorzusehen. Das Dachgeschoss soll zur kulturellen Nutzung durch die Literarische Gesellschaft ausgebaut und die Ebene des Zwischengeschosses zur Bibliotheksnutzung erweitert werden. Alle Oberflächen der Innenräume (Wand-, Boden- und Deckenbeläge), Türen und die Sanitärräume sind zu sanieren bzw. zu erneuern.
Die haustechnischen Anlagen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik und den Nutzungsanforderungen und sind bis auf den bereits erneuerten Personen- bzw. Lastenaufzug und die Kälteerzeugungsanlage rückzubauen und zu erneuern. (HLS: Fernwärmeübergabestation und Heizungsinstallationen, RLT Anlagen und Verteilnetz (2 RLT Anlagen mit WRG und thermischer Grundkonditionierung) sowie separate RLT-Anlage für den Gastronomiebereich, Kältenetz; Gebäudeautomation mit Schwerpunkt Heizungstechnik und Klimatisierung, Sanitäranlagen, Frischwasser-und Abwasserleitungsnetz, Enthärtungsanlage für Lüftungstechnik unter Berücksichtigung der Trinkwasserhygiene; ELT: Starkstromanlagen sowie Fernmelde und Informationstechnische Anlagen, Kleingüteraufzug). Es sind neue Standorte der Zentralen, Verteilungen und Steigpunkte festgelegt.
Eine Verbesserung der Energiebilanz soll neben der Erneuerung der haustechnischen Anlagen durch die Optimierung des Wärmeschutzes (u. a. Innendämmung, Sonnenschutz) und den Austausch der Fensterelemente erreicht werden.
An mehreren Stellen im Gebäude wurden Schadstoffbelastungen festgestellt. Eine Dokumentation und ein Schadstoff-Sanierungskonzept liegen vor.
Der bauliche Brandschutz ist insbesondere hinsichtlich der Einstufung als Versammlungsstätte nach VStättVO BW zu ertüchtigen. Ein Flucht- und Rettungswegekonzept liegt vor.
Während der Bauzeit sind sämtliche Nutzungen ausgelagert, die Maßnahme erfolgt in einem Bauabschnitt.
Nutzung:
Seit 1981 ist das Prinz-Max-Palais ein städtisches Kulturzentrum mit dem Stadtmuseum, der Jugendbibliothek, dem Museum für Literatur am Oberrhein und dem Sitz der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe.
Die einzelnen kulturellen Einrichtungen sind aktuell jeweils über mehrere Geschosse im Gebäude verteilt. Die Jugendbibliothek befindet sich mit Buchbestand und Ausleihe im Erdgeschoss, mit einem Veranstaltungsraum im Zwischengeschoss und Arbeitsplätzen im Untergeschoss.
Das Stadtmuseum liegt mit der Dauerausstellung und Verwaltung im 1.Obergeschoss, im Untergeschoss und Dachgeschoss befinden sich Magazin und Werkstätten. Die Literarische Gesellschaft nutzt die Büroräume im Zwischengeschoss und Flächen im 2.Obergeschoss für Dauerausstellung des Literaturmuseums und für Veranstaltungen. Das zweite Obergeschoss dient zudem als Wechselausstellungsfläche für das Stadtmuseum und die literarische Gesellschaft. Die Archivflächen der literarischen Gesellschaft liegen derzeit im Dach- und im Untergeschoss. Im Erdgeschoss des „Richterbaus“, ist ein gastronomischer Betrieb (Pacht) mit Außenbewirtschaftung untergebracht. Die Haustechnik ist aktuell verteilt auf das Untergeschoss (Fernwärmeübergabestation, RLT-Anlage 1 und Räumen für Sanitär und Elektro) und das Dachgeschoss (RLT-Anlage 2).
Das Modernisierungskonzept sieht eine optimierte Flächenbelegung vor. Die haustechnischen Anlagen werden großteils im Untergeschoss konzentriert. Die weitere Verteilung der bisherigen Nutzerparteien erfolgt geschossweise, so dass spätere Nutzerwechsel möglich sind. Im Erdgeschossfoyer soll ein repräsentativer Empfangs- und Informationsbereich für alle Nutzerparteien entstehen.
Kosten:
Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie wurde ein Kostenrahmen ermittelt.
Stand November 2018 ergibt sich folgender Kostenstand:
— KG 200-700: ca. 11 600 000 EUR netto (inkl. Bauverwaltungskosten 2,5 %);
— KG 300: ca. 4 600 000 EUR netto;
— KG 400: ca. 2 900 000 EUR netto.
Laufzeit des Vertrags:
— Beginn: ca. Juni 2020;
— Ende: ca. September 2024;
— Laufzeit ca. 52 Monate.
Ergänzende Informationen siehe beigefügte Projektbeschreibung.