Beschreibung der Beschaffung
Das breite Spektrum der wasserwirtschaftlichen Fachanwendungen kann nach folgenden Schwerpunkten zusammengefasst werden:
— die Kernarchitektur bestehend aus dem Fachportal DataScout, der GeoDatenArchitektur Wasser und dem GeoPortal Wasser, sowie einer zentralen Anwendungs-, Anwender- und Rechteverwaltung, zahlreichen Datenschnittstellen, -diensten und Funktionsmodulen, in der Regel auf Grundlage der Java-Entwicklungsplattform WebGenesis und der GIS-Plattform GeoServer, sowie einer zentralen Oracle-Datenbank,
— die Fachverfahren Wasserversorgung und Abwasser (Digitales Wasserbuch, Anlagenkataster Wasserversorgung, Elektronisches Wasserentnahmeentgelt, Elektronische Abwasserabgabenerhebung, Eigenüberwachungsberichte Kläranlagen, Anlagenkataster der industriellen und kommunalen Abwasserbeseitigungsanlagen, Informationssystem Querbauwerke) in der Regel mit integrierten GIS-Instanzen,
— die Melde- und Informationsdienste (Gütemeldedienst, PLATIN MS, Messdatenauskunft Wasser, Gewässeruntersuchung Online, Quellenatlas, Seenatlas, Badegewässeratlas),
— die Verwaltungs- und Controllinganwendungen zur mittelfristigen Investitionsplanung der wasserwirtschaftlichen Förderung (MIP-Förderung) und der Landesmittel (MIP-LM), sowie zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRLplaner) und der Hochwassermanagementrichtlinie (HWRMplaner),
— mehrere Internetpräsenzen, u. a. wasser.rlp.de, wrrl.rlp.de, hochwassermanagement.rlp.de, aktion-blau-plus.rlp.de und weitere mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten,
— Erfassungs- bzw. Pflegeprogramme für Anlagendaten sowie für Messstellenstammdaten (AKSMS), des Weiteren verschiedene Auswertungs- und Analyseprogramme.
Zwischen diesen Fachanwendungen bestehen zum Teil umfangreiche fachliche und technische Abhängigkeiten, die sowohl datenbankseitig als auch durch spezielle Anwendungsschnittstellen realisiert sein können. Zugleich werden viele dieser Anwendungen aufgrund von veränderten Geschäftsprozessen bzw. neuen fachlichen oder technischen Anforderungen häufig angepasst, regelmäßig weiterentwickelt, in Teilen immer wieder optimiert und ggf. im Rahmen von Neuentwicklungen konsolidiert.
Bei allen Anwendungen handelt es sich um „Individualsoftware", die gemäß den spezifischen Anforderungen der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz zur Unterstützung der Geschäftsprozesse eines oder mehrerer Fachbereiche konzipiert und in der Regel über externe Softwarefirmen entwickelt wurden.
Die Koordinierung der Anforderungen und die Steuerung der Konzeption und Entwicklung erfolgt für alle wasserwirtschaftlichen IT-Projekte zentral durch das DV-Fachreferat der Wasserwirtschaft im Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU). Als Grundlage erstellt das LfU hierzu einen mittelfristigen Projektplan für die IT-Facharchitektur, der die wesentlichen Meilensteine der IT-Entwicklung in der Regel für einen 5-Jahres-Zeitraum umfasst. Erforderliche Anpassungs-, Weiter- oder Neuentwicklungen erfolgen regelmäßig durch beauftragte Entwicklungsfirmen im Rahmen von bestehenden Wartungsverträgen bzw. über öffentliche Ausschreibungen. Des Weiteren unterstützt das LfU die anderen Fachbereiche bei der Datenaufbereitung und Qualitätssicherung für die wiederkehrenden überregionalen Abstimmungen und Berichte, insbesondere bei der Erfüllung der EU-Berichtspflichten zu Wasserrahmenrichtlinie und Hochwassermanagementrichtlinie in enger Zusammenarbeit mit der Wasserblick-Plattform der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG).
Bei den o. g. Aufgaben benötigt das LfU eine professionelle Unterstützung durch einen externen Dienstleister (AN) für die Bereiche des Anforderungsmanagements, der Projektsteuerung und der Qualitätssicherung mit den folgenden Tätigkeitsschwerpunkten:
— Anforderungsmanagement: Aufnahme, Konsolidierung und Priorisierung von fachlichen Anforderungen zu Anpassungen, Weiterentwicklungen und Erstellung strukturierter Anforderungsspezifikationen nach anerkannten Verfahren und Modellierungstechniken („Requirements Engineering" unter Verwendung der „Unified Modeling Language" UML Version 2.5) und fallweiser Berücksichtigung agiler Vorgehensmodelle. Kalkulation von zu erwartenden Aufwänden und Abschätzung von Auswirkungen auf bestehende Fachanwendungen und angrenzende Bereiche. Je nach Bedarf und Umfang der Anforderungen Überführung in abgestimmte Fachkonzepte, ggf. Durchführung von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Erstellung von Lastenheften als Grundlage zu öffentlichen Ausschreibungen,
— Projektsteuerung: zeitliche und inhaltliche Planung von Anpassungs- und Weiterentwicklungen für bestehende Fachanwendungen. Plausibilisierung und Verhandlung von Aufwänden für Entwicklungsleistungen. Kontinuierliche Fortschrittskontrolle, zeitliche und inhaltliche Abstimmung aller Entwicklungsarbeiten im laufenden Dialog mit der jeweils beauftragten Entwicklungsfirma, im Bedarfsfall auch unter Berücksichtigung ggf. eingesetzter agiler Verfahren. Durchführung von Test und Abnahme gelieferter Entwicklungsleistungen, Herbeiführung von Konfliktlösungen sowie ggf. Eskalation bei Minderleistungen. Vermittlung und Abstimmung im Sinne des AG bei zusätzlichem Änderungsbedarf,
— Qualitätssicherung: Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Datenaktualität und -konsistenz für die wasserwirtschaftlichen Fachanwendungen, zur Nachvollziehbarkeit von Anforderungen, sowie zur Sicherstellung der Wiederverwendbarkeit von Anwendungskomponenten zur Reduzierung von Fehlerquellen und Entwicklungsaufwänden. Des Weiteren Koordinierung und Abwicklung aller IT-bezogenen Aufgaben im Zuge der regelmäßigen EU-Berichtspflichten zur Wasserrahmenrichtlinie, hierzu u. a. Vorbereitung der Datenvorlagen und Durchführung der Datenbefüllung der Schablonen, Sicherstellung der Konsistenz zwischen Daten und EU-Berichten der Fachbereiche, Wahrnehmung der gesamten Interaktion über die Wasserblick-Plattform.