Beschreibung der Beschaffung
Die Schwimmhalle Schilksee ist in den Gebäudekomplex des Olympiazentrums Kiel- Schilksee (aus 1972) integriert und ist seit dem nahezu ohne Unterbrechung in Betrieb. Das Olympiazentrum ist anerkanntes Werk der Baukunst und denkmalwürdig. 2018 fand dazu eine Baukulturwerkstatt des Bundes statt. Gestalt und Anmutung des anerkannten Werkes der Baukunst sind zu erhalten.
Es wird ein solides Ingenieurbüro gesucht, welches profunde Erfahrungen bei der Sanierung denkmalgeschützter/-würdiger Bausubstanz hat, verantwortungsbewusst und zuverlässig mit Kosten umgeht, die Aufgabe eher als Restaurierung begreift, denn als umfassende und aufwändige Sanierung. Engagement, Einfühlungsvermögen, Begeisterung und Bekenntnis zum BestandsSCHUTZgedanken werden erwartet. Auch wegen der klar begrenzten Mittel, muss Stück für Stück herausgeschält werden, was zwingend zum weiteren Betrieb des Bades notwendig ist und tatsächlich umgesetzt wird. Dabei wird viel Kreativität, Erfahrung und Abstimmung mit den entsprechenden Genehmigungsstellen nötig sein. Ein Planen und Denken in realistischen Bauabschnitten ggf. mit Varianten mit entsprechender Kostenbegleitung muss geleistet werden. Im ersten Schritt wird mit dieser Ausschreibung die Vergabe von Ingenieurleistungen zur Umsetzung der Sanierungsmaßnahme „Schwimmhalle Schilksee“ im Bereich angestrebt:
— Ingenieurbau und Tragwerksplanung;
— inkl. Beton- und Schadstoffsanierung;
— und Edelstahlbeckeneinbau.
Seit 2012 hat es aufgrund offensichtlicher Schädigungen diverse Untersuchungen gegeben, entsprechende Gutachten stehen im Datenraum zum Download bereit.
Es gibt einen hohen Sanierungsbedarf, dies betrifft im Besonderen folgende Bauteile:
— Stahlbeton an den Becken;
— Schadstoffe;
— Badewasseraufbereitung;
— Lüftungsanlagen, -Heizungsanlagen, -Sanitäranlagen, Elektro- u. Beleuchtungsanlagen;
— Tlw. Verbesserung der Wärmedämmung/Dichtigkeit;
— Einbau Aufzug/Barrierefreiheit;
— statische Ertüchtigung im Dachbereich.
Durch Einsatz moderner Technologien soll für die Schwimmhalle Schilksee eine deutliche Effizienzsteigerung erreicht werden, die im Rahmen des energetischen Quartierskonzept nach KfW
432 „Olympiazentrum Energiequartier“ (
https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/klimaschutz/verwaltung/ energiequartier_olympiazentrum_schilksee/informationen_eigentuemer.php) bereits prognostiziert wurden.
Es sind Fördermittel beantragt. Das Dach (ohne Dachrand), die Fassaden und die Terrasse wurden Anfang der 2000er Jahre bereits teilsaniert.
Die TGA (inkl. Badewassertechnik) und die Architekturleistung des Wiederausbaues werden gesondert im Anschluss ausgeschrieben, es wird hier aber eine enge Zusammenarbeit erwartet.
Das abzugebende Angebot für das Honorar folgt den Modalitäten, dem Rechenschema und Parametern sowie den Honorartabellen der HOAI und umfasst alle Leistungsphasen (1-9).
Das Honorar ist aufgrund der angegebenen Bauschätzkosten auf 100 % der Leistungsphasen zu berechnen und wird aber endgültig ausschließlich über die genehmigte (Prüfung durch die GMSH) Kostenberechnung und die erreichten Phasen ermittelt.
Im Sinne des Preiswettbewerbs sind dabei die für das Leistungsbild zutreffenden Varianten wie Nebenkosten, Umbauzuschlag, anrechenbare Bausubstanz, Honorarzone mit Min, Mittel oder Max-Satz, Prozentsatz für örtliche Bauüberwachung u. ä. abschließend anzubieten.
Für die Tragwerksplanung ist aufgrund des Restaurierungscharakters der Sanierung ein Real-Arbeitsaufwand von 300 Stunden mit einem Verrechnungssatz eines Bearbeiters/einer Bearbeiterin zu kalkulieren, der Unterstützung durch Zeichenkräfte etc. sowie Nebenkosten umfasst.
Die Kostenberechnung und der Erläuterungsbericht mit Plänen (Haushaltsunterlage Bau=HUBau) ist insgesamt und aufgrund der möglichen Förderungen zusätzlich voraussichtlich in 3 Teil-Unterlagen zu verfertigen: für die gesamte energieverbrauchsrelevante Technik und die Verbesserungsmaßnahmen bei Dämmung und Dichtigkeit, die Barrierefreiheitsmaßnahmen und die Betonsanierung der Becken.
Weiterhin erfolgt die Unterscheidung nach den Baubereichen: Haupthalle mit Sportbecken, Lehrhalle, Untergeschoss, Umkleiden mit den Varianten „Eingangsbereich arrondieren“ und „Aufzug einbauen“.
Bei jedem Vertiefungsschritt werden die tatsächlich umzusetzenden Baubereiche den zur Verfügung stehenden Mitteln neu angepasst. Von daher sind die Kostenermittlung immer auch in die entsprechenden Baubereiche zu gliedern. Das Honorarangebot ist ein Stufenvertragsangebot, d. h. erst nach Genehmigung
Der Haushaltsunterlage durch den AG und Zuwendungsgeber werden die nachfolgenden Leistungsphasen beauftragt.
Der AG übernimmt die Ausschreibung aller Bauleistungen auf Basis der vom AN zu liefernden LV's und die formale und rechnerische Prüfung durch seine zentrale Vergabestelle. Ein prozentualer Abschlag erfolgt nicht, da die HOAI nur als Rechenschema genutzt wird.
Folgende besondere Leistungen sind zu erfüllen, ohne dass diese als besondere Leistung in die Honorarermittlung einfließen:
— die dargestellte Art der HUBau-Erstellung nach Bedarf der Fördergeber und in die Baubereiche;
— die Zulieferung für die Erstellung des Verwendungsnachweises nach Abschluss der Maßnahme;
— Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu möglichen Varianten auf Schätzkostenbasis;
— vorplanerische Varianten zur Nutzung der untergeschossig vorgelagerten Räumlichkeiten (Sauna – ehemals „Vitarium“- und/oder Gastronomie) -> soweit für diesen Leistungsbereich zutreffend.
Die Bauprogrammunsicherheit bewirkt keinen zusätzlichen Honoraranspruch. Honoriert werden nur die Leistungsphasen, die erbracht werden.
Die hier ausgeschriebene Leistung legt die Grundlage für die nachfolgenden Leistungsbilder, die insoweit von einem tragfähigen, schadstoffbefreiten und dichten Rohbau mit intakter Fassade ausgehen können, auf den diese Ihre Leistungen der Restaurierung aufsetzen. D. h. auch, dass diese Leistung zeitlich in der baulichen Ausführung vorläuft und spätestens im 2. Quartal 2022 abzuschließen ist.