Beschreibung der Beschaffung
Das Klinikum Esslingen beabsichtigt die Sanierung und Erweiterung des Bettenhauses 2.
Das Haus 2 ist eines der insgesamt 19 Gebäude des Klinikums Esslingen und umfasst auf insgesamt ca. 9 838 m Bruttogeschossfläche 2 Untergeschosse, das Erdgeschoss und 6 Obergeschosse sowie einer Technikzentrale im 7. Obergeschoss.
Das Gebäude stammt aus den 1960er Jahren und ist abgesehen von Renovierungen, Brandschutzertüchtigungen in den Flurbereichen und kleineren Umbauten für klinikinterne Nutzungsänderungen im Originalzustand.
Es bedarf daher im gesamten Gebäude der Sanierung der Bereiche Lüftung, Sanitär, Heizung und Elektro. Auch entsprechen Fassade und Flachdach nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen.
Zudem ist es erforderlich, die Infrastruktur des Hauses an die aktuellen baurechtlichen, hygienischen und leistungsrechtlichen Vorschriften anzupassen.
Die zurzeit im Haus 2 betriebenen 162 Betten sind überwiegend in Dreibettzimmern untergebracht, die nicht über eigene Bäder in den Zimmern verfügen. Um zukünftig zeitgemäße Patientenzimmer anbieten zu können, sollen die heutigen Dreibettzimmer überwiegend zu Zweibettzimmern mit Nasszelle umgebaut werden.
Zusätzlich werden, verteilt auf die bettenführenden Ebenen, Isolations- bzw. Einzelzimmer in geringer Anzahl vorgesehen. Dreibettzimmer mit eigener Nasszelle werden zukünftig im neuen westlichen Anbau vorgesehen.
Durch den Erweiterungsbau und die Reaktivierung des 1. Obergeschosses zu einer bettenführenden Station ist geplant, dass im Haus 2 dann insgesamt bis zu 198 Patientenbetten betrieben werden können. Im Zuge der Baumaßnahme ist außerdem eine Erweiterung der Räume für Verstorbene mit Sanierung des Sektionsbereichs in U02 – E00, geplant.
Nach Abschluss der Maßnahme beträgt die Bruttogeschossfläche von Haus 2 ca. 14 415 m.
Mit der Baumaßnahme soll eine erhebliche Verbesserung der Strukturen der in Haus 2 angesiedelten Bereiche der Zentralen Notaufnahme, der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie, der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Beleg-Klinik Augen, der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie inkl. Akut-Geriatrie erzielt werden.
Das gesamte Bestands-Gebäude wird auf den Rohbau-Zustand zurückgeführt und die Installationen komplett neu eingebracht. Die neue Infrastruktur muss so aufgebaut werden, dass die neuen Verteiler aller elektrotechnischen und fernmeldetechnischen Gewerke parallel zum laufenden Betrieb aufgebaut werden können.
Die zum Bestandsgebäude Haus 2 gehörenden Aufzugsanlagen wurden in den Jahren 2000/2001 bzw. 2003 und 2013/2014 erneuert. Die Erneuerung des Feuerwehraufzugs mit Erweiterung um eine weitere Haltestelle in E07 ist geplant. Im Neubau ist der Einbau einer neuen Aufzugsanlage vorgesehen.
Im Erdgeschoss wurde für den Teilbereich der „Stroke-Unit“ bereits 2016/2017 eine Generalsanierung mit Erneuerung der haustechnischen Anlagen durchgeführt.
Für die Baumaßnahmen wurden 2017 drei Förderanträge beim Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg gestellt, auf Basis einer Voruntersuchung von Architekturbüro Reutter, Wernau, IGW Ingenieure, Herrenberg und Planungsgruppe M+M AG, Böblingen.
Das Projekt soll in BIM geplant werden.
Die Gesamtkosten KG 200-700 für die geplante Maßnahme belaufen sich auf ca. 50 Mio. EUR brutto.
Die Planung der Bauabschnitte und des Zeitplans soll unter der Annahme erfolgen, dass ein Interimsbau mit ca. 40 Betten bereitgestellt werden kann.
Die Arbeiten erfolgen bei laufendem Krankenhausbetrieb der angrenzenden Bereiche.
Voraussichtliche weitere Termine: Verhandlungsgespräche 25.6.2020.
Die technische Gebäudeausrüstung ist unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit auf eine betriebskostenoptimierte und ressourcenschonende Planung auszulegen.
Kriterium für die Planung ist die Vorlage einer Betriebskostenrechnung.
Für die Leistungen der Fachplanung TGA Elektro gem. §§ 53, 55 HOAI ALG 4-5, optional 6, LPH 1-4 in Teilen, 5-9 wird ein geeignetes Ingenieurbüro gesucht. Die bestehenden Förderanträge und Planungen sind zu prüfen und in den Leistungsphasen 1-4 anzurechnen. Für die LPH 1-4 sind mit der Angebotsabgabe die Prozentpunkte anzugeben. Die Beauftragung soll stufenweise erfolgen.