Beschreibung der Beschaffung
1. Gegenstand und Ziel des Verfahrens:
Vergabe von Leistungen für die Elektroplanung nach HOAI 2013 Teil 4 Abschnitt 2, § 53 (2) Nr. 4 Starkstromanlagen, Nr. 5 Fernmelde- und Informations- technische Anlagen und Nr. 6 Förderanlagen, Leistungsphasen 2, 3,5-9.
Im Rahmen des VgV-Verfahrens soll ein Fachplaner für die Erweiterung des Schulcampus in Tübingen-Derendingen ausgewählt werden.
Der Landkreis Tübingen strebt ein modernes, offenes Campusgebäude an, das von den 3 Beruflichen Schulen in Derendingen als neue, gemeinsame Mitte genutzt werden soll.
Das zweigeschossige Gebäude enthält deshalb nahezu alle gemeinsam zu nutzenden Einrichtungen wie z. B. eine Mensa (Cook and chill Verfahren), eine Schülerbücherei u.a. Die Klassen- und Fachräume sollen flexibel, von allen Schulen, je nach Bedarf, genutzt werden.
Aus statischen Gründen wird das 1. Geschoss der Überbauung in massiver Bauweise hergestellt, das 2. Geschoss wird in Holzbauweise errichtet.
Das Gebäude soll in energetischer Hinsicht vorbildlich ausgeführt werden und mindestens den Energiestandard KfW 55 oder besser erreichen.
Der Neubau des Campusgebäudes wird an die bestehende Nahwärmeversorgung
(Holzhackschnitzelheizung) des Berufsschulzentrums angeschlossen. Die entsprechenden Übergabepunkte sind in Abstimmung mit dem Betreiber der Nahwärmeversorgung abzustimmen und zu planen. Ggf. ist es notwendig, die durch die bestehende Tiefgarage hindurch geführte Medientrassen im Zuge der statischen Ertüchtigung umzulegen.
Die Versorgungstechnik ist mit einer Gebäudeleittechnik auszustatten, die den bereits vorhandenen Anlagen entspricht. Eingriffsmöglichkeiten von außen durch das Gebäudemanagement und den Betreiber der Nahwärmeversorgung sind sicher zu stellen.
Das Dach des Neubaus soll eine Photovoltaikanlage, ggf. mit Stromspeicher, zur
Eigenstromversorgung erhalten. Das Gebäude erhält ein Bussystem zur Steuerung der Beleuchtung, der Heizung und des Sonnenschutzes. Allgemein zugängliche Bereiche sind mit Präsenzmeldern zu steuern.
Die Beleuchtung erfolgt mit LED Leuchten. Derzeit wird überlegt, ob das Gebäude auch ein Serverzentrum für die Beruflichen Schulen in Derendingen erhält.
2. Verfahrensablauf
Die für die 2. Phase ausgewählten Bewerber werden zu Bietergesprächen eingeladen. Die Teilnehmer werden nach den unten aufgeführten Kriterien bewertet. Das Landratsamt Tübingen wird den Bieter mit der höchsten Punktzahl stufenweise beauftragen.
Das Landratsamt Tübingen wird gemäß VgV mit allen Bietern über den Auftrag verhandeln. Hierzu werden folgende Zuschlagskriterien herangezogen:
— Projektteam/Gewichtung 20 %;
— Präsentation Referenzobjekt des Büros/Projektteams/Gewichtung 20 %;
— Vorgehensweise beim anstehenden Projekt/Gewichtung 35 %;
— Gewonnene Eindrücke aus dem Verhandlungsgespräch /10 %;
— Honorar/Gewichtung: 15 %.
3. Beauftragung:
Die Beauftragung erfolgt in Abhängigkeit der Projektgenehmigung durch den Kreistag des Landkreises Tübingen. Der Auftragnehmer ist verpflichtet die Leistung bis einschließlich Leistungsphase 9 HOAI zu übernehmen, wenn das Vorhaben zur Realisierung kommt.
Die Beauftragung erfolgt zunächst bis einschließlich Leistungsphase 3.
Der Auftraggeber beabsichtigt die weiteren Leistungsphasen stufenweise, nach Beschlusslage durch den Kreistag, weiter zu beauftragen.
Ein Rechtsanspruch auf die Übertragung aller Leistungsstufen besteht ausdrücklich nicht.