Beschreibung der Beschaffung
Die Stadt Backnang plant den Bahnhof Backnang zu einer „Mobilitätsdrehschreibe" zu entwickeln. Hierbei soll ein Ersatz für die bestehende, 70 Jahre alte Personenüberführung geplant werden.
Ziel ist die Herstellung einer barrierefreien, wirtschaftlichen und ästhetischen Verbindung zwischen der Siedlung Büttenfeld und dem Hausbahnsteig der Stadt und die Errichtung von zusätzlichen Zugängen für die Mittelbahnsteige.
Die neu zu planende Stadtbrücke Backnang soll einschließlich der transparenten Stahltreppen zu den Bahnsteigen als eine nicht überdeckte Stahlkonstruktion geplant und ausgeführt werden. Deren reiner Stahlüberbau mit einer lichten Breite von min. 4,70 m liegt auf den Bahnsteigen auf 3 schlanken Stützen und im oberen Bereich der südlichen Böschung am Stadtteil Büttenenfeld auf einem in den Hang gebauten Fundament gegründet auf.
Aufgrund des inhomogenen, wenig tragfähigen Baugrundes mit einem nach Nord-Osten absinkenden Gründungshorizont sind für die Gründung des Bauwerks Micropfähle bis auf den verwitterten Lettenkeuper, der in einer Tiefe beginnend ab etwa 3 bis 4 m angetroffen wird, einzuplanen und in der Kostenschätzung zu berücksichtigen.
Zusätzlich soll der bestehende Überführungssteg zurückgebaut werden.
Mit der vergabegegenständlichen Planungsleistung werden sämtliche erforderlichen Architekten- und Ingenieurleistungen zur Realisierung der Ersatzbrücke und der Beseitigung der Bestandsbrücke vergeben.
Die Stadt Backnang geht nach derzeitiger Planung für den Brückenneubau von Bauwerks-kosten in Höhe von rund 2,2 Mio. EUR brutto aus. Für den Abbruch des Bestandssteges, Herrichten und erschließen sowie bahnspezifische Leistungen sind insgesamt weitere 1,235 Mio. EUR veranschlagt.
Das Vorhaben steht aufgrund bereits mit der Deutschen Bahn abgestimmter Sperrzeiten unter großem Terminzwang. Für die vergabegegenständlichen Planungsleistungen ist folgender Zeitplan angedacht:
— Einreichung erstes Angebot mit Lösungsvorschlag bis 5. Mai 2020;
— Bieterpräsentation und Verhandlung über Angebot und Lösungsvorschlag Mai 2020;
— Zuschlagserteilung der vergabegegenständlichen Planungsleistungen bis Anfang Juni 2020;
— Vorlage der Entwurfsplanung mit Kostenberechnung zu den vergabegegenständlichen Planungsleistungen (Leistungsphase 3) bis Ende Juni 2020;
— Vorlage der einreichungsfähigen, vollständigen Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) durch den Auftragnehmer bis Oktober 2020;
— Vorlage der veröffentlichungsfähigen, vollständigen Vergabeunterlagen einschließlich Leistungsverzeichnis (Leistungsphase 6) durch den Auftragnehmer bis Februar 2021;
— Baubeginn im Frühjahr 2021 (Teilabbruch Treppe Bestandssteg, Gründungsarbeiten).
Gegenstand des Verfahrens ist die Vergabe von folgenden Planungsleistungen:
— Leistungen der Tragwerksplanung für den Abbruch des Bestandssteg nach § 49 HOAI i. V. m. Anlage 14 (zu § 51 Absatz 5, § 52 Absatz 2 HOAI) in den Leistungsphasen 1 bis 5, Objektüberwachung (Besondere Leistung nach LPH 8);
— Leistungen der Objektplanung Ingenieurbauwerke für den Neubau der Stadtbrücke nach § 41 HOAI i. V. m. Anlage 12 (zu § 43 Abs. 4, § 48 Abs. 5 HOAI)) in den Leistungsphasen 1 bis 8;
— Leistungen der Tragwerksplanung für den Neubau der Stadtbrücke nach § 49 HOAI i. V. m. Anlage 14 (zu § 51 Absatz 5, § 52 Absatz 2 HOAI) in den Leistungsphasen 1 bis 6;
— Leistungen der Fachplanung Technische Ausrüstung in den Anlagengruppen 4 und 6 für den Neubau der Stadtbrücke nach § 53 HOAI i. V. m. Anlage 15 (zu § 55 Absatz 3, § 56 Absatz 3 HOAI) in den Leistungsphasen 1 bis 9 sowie.
Die besondere Herausforderung für die Realisierung des Neubaus der Stadtbrücke liegt in der notwendigen Koordination mit dem Rückbau des Bestandsstegs und den bereits von der Deutschen Bahn genehmigten Sperrpausen.
Es ist eine stufenweise Beauftragung beabsichtigt, ein Anspruch auf Weiterbeauftragung besteht nicht.
Nähere Informationen zum Leistungsgegenstand erhalten die im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs ausgewählten Bewerber mit der Aufforderung der Angebotsabgabe.