Beschreibung der Beschaffung
Das Dickhäuterhaus liegt inmitten des Tierparks und wurde 1989 eröffnet. Das Gebäude wird von sternenförmig angelegten Außenanlagen umschlossen, die der Tierhaltung dienen. Durch den Umbau sollen insbesondere die Haltungsbedingungen der Tiere verbessert und das Besuchererlebnis im Tierpark Berlin gesteigert werden.
Die Anordnung der Außengehege bleibt hierbei grundsätzlich erhalten. Die Gehegeeinfriedungen (Gräben, Wände etc.) werden jedoch an aktuelle Haltungserkenntnisse angepasst sowie Verbindungen und Erschließungen der Außengehege
Für Fahrzeuge zur Tier- und Landschaftspflegearbeiten geschaffen. Nahezu drei ähnlich große Gehege werden durch mehrere Durchgänge aus der Halle erschlossen. Futterautomaten und sogenannte „High-Feeder“ werden innerhalb der Gehege verteilt und sollen die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere unterstützen und fördern.
Ein unendlicher und abwechslungsreicher Rundlauf ist hier in Anlehnung an das natürliche Verhalten, der stetigen Herdenwanderung auf Futtersuche, möglich und wird mit dem Umbau geschaffen. Dies ist in menschlicher Obhut einzigartig und sorgt für das bestmögliche Wohlbefinden der Tiere.
Die Außenanlagen außerhalb der Gehege, dienen zum einem als Aufenthalts- und Bewegungsflächen für die Besucher und haben mit ihren begleitenden Grünanlagen darüber hinaus die Aufgabe, die Gäste auf die landschaftliche Stimmung und Szenerie in den Gehegen einzustimmen. Durch die Pflanzenauswahl und verwendete Materialien sollen die Besucher der Anlage den Eindruck gewinnen, Teil der sie umgebenden Szene zu werden.
Abgrenzungen zwischen Besuchern und Tieren sollen gestalterisch so gut wie möglich zurückgenommen und als landschaftliche Elemente z. B. als Pflanzflächen, Felsen, Gräben und Wasserflächen wahrgenommen werden. So entsteht eine afrikanisch anmutende Landschaft, die von den Gästen ohne sichtbare Barrieren eingesehen werden kann. Durch die Besucherlenkung und die Anordnung von Felsen und Pflanzflächen wird darüber hinaus das so genannte Cross-Viewing vermieden.
Neben diesen – rein gestalterischen Gesichtspunkten – stehen wirtschaftliche Aspekte wie die Funktionalität der Anlagen und ihre spätere Pflegbarkeit ebenso im Fokus der Planung wie die Sicherheit in den Abstandsflächen zwischen Tieren und Besuchern.
Durch die Neuplanung der Außenanlagen entstehen für die Besucher attraktive Aufenthaltsbereiche, die bequem auch eine längere Beobachtung der Tiere zulassen und abwechslungsreiche Einblicke in die neu angelegten Gehege bietet. Durch die neue Fassadengestaltung, vorgelagerte Pflanzflächen, Dach- und Fassadenbegrünung wird das heute dominante Gebäude in seiner Wirkung zurückgenommen und verschmilzt für den Betrachter mit der Szenerie.
Derzeit wird im Planungsprozess die Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) abschließend bearbeitet. Die Bauplanungsunterlagen (BPU) befinden sich in der baufachlichen Prüfung. Der Rücklauf der BPU wird für das Frühjahr/den Sommer 2020 erwartet. Baubeginn ist voraussichtlich im August 2020 (vorbehaltlich Pandemie bedingten Verzögerungen), die bauliche Fertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant.
Für die Vergabe der LPH6 bis einschließlich LPH9 an einen Objektplaner, Teil 3 - Abschnitt 2. Freianlagen, gem. § 39 HOAI, wird durch den Bauherrn ein Verfahren nach § 17 Abs. 1 VgV durchgeführt. Als Besondere Leistung wird die Sichtung der Ausführungsplanung und Prüfung auf Vollständigkeit der Ausführungsplanung – mit einem Stundenkontingent (Kalkulationsgrundlage 100 Stunden) – vorgesehen. Dies dient dem Zweck eines effizienten und geordneten Übergangs an der Schnittstelle der Leistungsphasen.
Im Rahmen der vorgezogenen Maßnahmen sind bereits geringfügig Leistungen der LPH6 und der LPH7 durch die jeweiligen Fachplaner erbracht worden.
Der Leistungsabruf wird stufenweise erfolgen.
Eventuelle Pausenphasen zwischen den einzelnen Stufen der Beauftragungen können durch die Eigenart der Zuwendungsmaßnahme nicht ausgeschlossen werden.
Der Kostenrahmen für das Projekt Dickhäuterhaus entspricht, gemäß der baufachlichen Prüfung der Vorplanungsunterlagen vom 08. Juli 2019, einer Summe in Höhe von 35 420 000 EUR brutto (KG 100-700 inkl. UV).
Das Projektteam ist zusammengestellt, für die LPH6 bis einschließlich LPH9 werden ebenfalls die jeweiligen Fachplaner für die Technische Ausrüstung und die OP-Hochbau nach HOAI neu ausgeschrieben.
Der Tierpark Berlin ist eine der meistbesuchten Anlagen der Stadt. Die Arbeiten im laufenden Betrieb und unter Besucherverkehr erfordern besondere Rücksichtnahme. Dies ist bei der Konzeptionierung der Baulogistik zu berücksichtigen.
Ein weiterer besonderer Aspekt ist der Tierbestand auf dem Gelände. Die Tierpark-spezifischen Anlagen sind stets zu beachten und einzuhalten. Nähere Projektinformationen können der Baubeschreibung und den Plänen entnommen werden, welche – in der Stufe 2 des Vergabeverfahrens – zur Einsicht zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Informationen auch unter
www.tierpark-berlin.de