Beschreibung der Beschaffung
Folgende gewünschte Alleinstellungsmerkmale wurden für den Nachfolgebau der Ludwig Prandtl II formuliert und in einer Machbarkeitsstudie konzipiert, um eine klare Positionierung der Einsatzmöglichkeiten des Schiffes für die Forschungsgemeinde innerhalb der Gesamtflotte der deutschen Forschungsschiffe zu bieten:
— Einsetzbar bis an den Schelfrand, in flachen Gewässern und in Flüssen. Der derzeitige Tiefgang der Ludwig Prandtl von max. 1,70 m bei voller Beladung darf nicht überschritten werden,
— Die Geschwindigkeit von 12 kn muss bei moderaten Wind- und Seegangsverhältnissen, die im Rahmen der Planungsphase zu spezifizieren (Berechnung und Schleppversuch) sind, sicher erreicht werden. Dies stellt eine Erweiterung des Einsatzgebietes bei Tagesfahrten dar,
— Separate Nass- und Elektroniklabore,
— Deckplatz für Container (max. 20 ft) oder für 2 zusätzliche Schlauchboote bzw. 1 Container und 1 zusätzliches Schlauchboot; variable Fixpunkte,
— Faltkran mit min. 5t Hebegewicht für das Verladen von Containern, Brennstoffzellen und Tanks für Wasserstoff (Verladung in das Wasserstoffsystemlabor),
— A-Rahmen am Heck, sowie seitlicher Kran/L-Rahmen für das Einsetzen von Messgeräten; flexible seitliche Winde/kleiner Kran für Spezialanwendungen (z.B. kontaminationsfreie Probenahme) (Spezifikation ist noch festzulegen),
— Kostenoptimierter Betrieb des Schiffes durch Diesel-Elektrischen-Antrieb mit Power-Management-System (intelligente Schalttafel mit Überprüfung der Leistungsreserven und aktueller Leistungsaufnahme),
— Integration einer zeitweisen Versorgung des Bordstromnetzes sowie des Antriebs über Brennstoffzellen, wobei auch neue, bei HZG entwickelte Metallhydridtanksysteme unter realen Bedingungen erprobt werden sollen. Im Vordergrund steht dabei die Erprobung von Wasserstoff basierten Energieversorgungssystemen. Für die Ladeluftaufbereitung beispielsweise des Hafendiesels sollen Membranmodule eingesetzt werden, die derzeit von der Polymerforschung bei HZG entwickelt werden. Der anfallende sauerstoffangereicherte Strom kann den Brennstoffzellen zugeführt werden, umso deren Leistung zu steigern und zusätzliche Synergieeffekte auszunutzen,
— Im Bereich der Abgasführung sollten ausreichend große Platzreserven eingeplant werden, um hier im Bereich der Abgasaufbereitung verschiedene Systeme und Materialien zu testen,
— Die Anforderungen für den Blauen Engel oder mindestens Gleichwertig – (RAL-ZU 141) „Umweltschonendes Schiffsdesign“ müssen erfüllt werden. Weitere Ausstattungsmerkmale, wie beispielsweise ein detailliertes Batteriekonzept, sollen in der Planungsphase geprüft werden,
— Zulassung als Binnenschiff (SUK-Abnahme).
Weitere Einzelheiten enthält die Leistungsbeschreibung, die bereits als Entwurf im Teilnahmewettbewerb zur Verfügung steht. Die Machbarkeitsstudie wird den ausgewählten Bietern nach Abschluss des Teilnahmewettbewerbs zur Verfügung gestellt. Die Einzelheiten der Leistungsbeschreibung können sich im weiteren Verfahren noch ändern.