Liste und kurze Beschreibung der Auswahlkriterien
Zum Nachweis sind mit dem Teilnahmeantrag (ausgefüllt einzureichende Vergabeunterlage sowie weitere vom Bewerber zu erstellende und einzureichende Dokumente) folgende Angaben und Erklärungen von dem Bewerber oder im Falle einer Bewerbergemeinschaft oder der Inanspruchnahme von Kapazitäten anderer Unternehmen („Eignungsleihe“ i. S. d. § 47 VgV) von jedem Mitglied der Bewerbergemeinschaft und/oder anderen Unternehmen je nach Rechtsvorschrift des Staates, in dem er niedergelassen ist, zu machen bzw. einzureichen:
Darstellung der zertifizierten Prozesse des Unternehmens im hier ausgeschriebenen Leistungsbereich (z. B. nach ISO 27001). Nachweis von Erfahrungen im Umgang mit Daten, die datenschutzrechtlichen Bedingungen unterliegen (z. B. pseudonymisierte Sozialdaten).
Darstellung der Erfahrung und Qualifikation des für das Projekt in Frage kommenden Personals.
Dem Teilnahmeantrag ist eine Skizze der für den Auftraggeber vorgesehenen technischen Infrastruktur beizufügen. Die Skizze soll insbesondere darstellen, wie die Anforderungen nach Ziffer II.2.4) erfüllt werden zum:
1. relationalen Datenbanksystem einschließlich Server-Hardware, Server-Software, Storage;
2. Anwendungsserver;
3. Internetzugangssystem;
4. Gesamtsystem.
Zu 1.:
a) SQL-Datenbankabfragesprache mit hoher Erfüllung der Anforderungen entsprechender Standards (z. B. SQL 2016) für im Datawarehouse-Umfeld typische SQL-Abfragen;
b) Darstellung der Eignung der vorgeschlagenen SQL-Datenbankabfragesprache für Datenanalysen im Datawarehouse-Umfeld;
c) Vorhandensein einer SQL-Programmierumgebung (z. B. zur Entwicklung von SQL-Abfragen, zum Testen von SQL-Abfragen, zur Verwaltung von SQL-Abfragen);
d) Darstellung der Leistungsfähigkeit des skizzierten Datenbanksystems für im Datawarehouse-Umfeld typische SQL-Abfragen mit Zugriff auf Datenvolumen im 1.000 GB-Bereich, ggf. anhand einschlägiger Benchmarks (z. B. TPC-H);
e) Server-Hardware, Server-Software und Storage von Herstellern, deren Geschäftserfahrungen, -strukturen und -lage es erwarten lassen, dass deren hier zum Einsatz vorgesehenen Produkte während der gesamten Vertragslaufzeit technisch unterstützt werden;
f) Darstellung der Disaster-Recovery-Standards des Bewerbers;
g) Darstellung der Wiederherstellbarkeit der Datenbestände (Retention-Zyklus). Die Änderungsrate der Datenbestände liegt im Jahresdurchschnitt bei etwa 4 % pro Woche (in Ausnahmefällen können bis zu 3 Terabyte kurzfristig zur Sicherung/Wiederherstellung anfallen). Es soll eine tägliche, monatliche und jährliche Wiederherstellung möglich sein;
h) verbindliche Verpflichtungserklärung des Bewerbers, sich im Falle seiner Auswahl als Bieter mit dem von ihm vorgeschlagenen Datenbanksystem einem Proof of Concept (PoC) zu unterziehen, der voraussichtlich an zwei aufeinander folgenden Tagen innerhalb des Zeitraums 13.01.-03.02.2022 stattfinden wird.
Zu 2.: Darstellung von Methoden, welche der Bewerber vorschlägt, um die Ziele des Auftraggebers hinsichtlich des Betriebs von durch den Auftragnehmer zur Verfügung gestellten Softwarepaketen auf den Anwendungsservern zu realisieren.
Zu 3.: Darstellung des Internetzugangssystems, insbesondere der zur Sicherung der vor unbefugtem Zugriff aus dem Internet verwendeten Methoden einschließlich Netzwerkkonfiguration, Zugriffsprotokolle und Faktoren der Authentifizierung (z. B. im Rahmen einer Multifactorauthentication).
Zu 4.: Darstellung der Disaster-Recovery-Standards des Bewerbers. Darstellung der Leistungen für Wartung und Support für alle Komponenten der technischen Infrastruktur.
Möglicherweise geforderte Mindeststandards:
1. Benennung von Referenzprojekten aus dem Bereich Rechenzentrums- inkl. Datenbankbetrieb, deren Durchführungsende im Zeitpunkt der Abgabe des Teilnahmeantrags nicht länger als 3 Jahre zurückliegt, davon mindestens ein Projekt mit: Umsatzvolumen > 1.000.000 EUR netto, Netto-Datenvolumen > 5 Terabyte und Anzahl Datensätze > 500.000.000, jeweils mit Benennung von auftraggeberseitigen Ansprechpartnern. Der Ausdruck Netto-Datenvolumen ist in Ziffer II.2.4) definiert;
2. Verfügbarkeit von Personal mit Erfahrung und Qualifikation in den Bereichen Datenbank- und Systemadministration von Systemen mit den in Ziffer II.2.4) genannten Komponenten, Datenbank-Programmierung (ETL) und technische Projektleitung;
3. Der Standort der technischen Infrastruktur befindet sich in Deutschland.
4. Das Unternehmen des Bewerbers bzw. ggf. des Nachunternehmens / Sonstigen Dritten verfügt über Technisch-Organisatorische Maßnahmen (kurz „TOMs“).