Beschreibung der Beschaffung
Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd beabsichtigt die Umsetzung eines Brandschutzkonzeptes im Verwaltungsgebäude München Neuperlach mit geschätzten Gesamtkosten für die KG 300 und 400 von ca. 12 Mio. EUR brutto.
Die Leistungsphase (Lph.) 1 wurde bereits durch die Erstellung des Brandschutzkonzeptes erbracht, welches für dieses VgV-Verfahren Bestandteil der Vergabeunterlagen ist. Hierfür wurde der Bestand hinsichtlich der früheren und nunmehr geltenden Vorschriften überprüft. Das Brandschutzkonzept enthält notwendige Ertüchtigungsmaßnahmen aufgrund von festgestellten Mängeln / Defiziten sowie konzeptionelle Alternativen. Das Konzept orientiert sich an den bauaufsichtlichen Mindestanforderungen, unter Berücksichtigung möglichst wirtschaftlicher und organisatorisch umsetzbarer Lösungen unter Berücksichtigung der Bestandsituation. In der anstehenden Baumaßnahme soll das Brandschutzkonzept umgesetzt werden.
Das Brandschutzkonzept sieht eine Verbesserung des Brandschutzes in 3 Phasen mit aufbauendem Sicherheitsniveau vor.
In der ersten Phase sollen Maßnahmen zur Sicherstellung der Rettungswegführung umgesetzt werden:
— Herstellung der Zugänge zu Treppenräumen über Vorräume,
— Erneuerung von Brandschutzabschlüssen /-türen,
— Ertüchtigung von Leitungsanlagen in den Treppenräumen und den notwendigen Flurenund insbesondere in den Zwischendeckenbereichen,
— Entfernung von Brandlasten (insbesondere Elektroleitungen) aus Rettungswegen,
— Erneuerung der Kennzeichnung der Rettungswege,
— Ertüchtigung von Leitungsdurchführungen durch Trennwände.
In Phase 2 erfolgt die Nachrüstung der sicherheitstechnischen Anlagen:
— Erweiterung des Überwachungsumfanges der Brandmeldeanlage,
— Ergänzung der Sicherheitsstromversorgung,
— Anpassung der Lüftungsanlagen,
— Die trockenen Steigleitungen sind als nasse Steigleitungen aufzurüsten. DieEntnahmestellen sind in die zu errichtenden Vorräume zu verlegen,
— Aufrüstung der sicherheitstechnischen Einrichtungen in den Tiefgaragen gemäß der GaStellV.
Phase 3 beinhaltet die Neukonzeption des Rettungswegkonzeptes, mit dem Ziel den Balkon als Rettungsweg zu vermeiden:
— Aufrüstung des innenliegenden Treppenraumes zum Sicherheits-Treppenraum durch Errichtung von Vorräumen und Installation einer Druckbelüftung,
— Einrichtung Aufzugvorraum vor den Aufzugshaltestellen,
— Aufrüstung des Lastenaufzugs als Feuerwehraufzug mit Druckbelüftung.
Für die Neukonzeption der Rettungswegführung ist eine Baugenehmigung (Änderungsantrag) zu erstellen.
Die im Brandschutzkonzept genannten Phasen müssen in Hinblick auf eine organisatorisch sinnvolle und wirtschaftliche Lösung überprüft und angepasst werden. Folgekosten wie Wartung, Prüfungen etc. müssen in die wirtschaftliche Betrachtung mit einbezogen werden.
Maßnahmen des baulichen Brandschutzes im Überblick:
— Errichtung von Vorräumen vor den Treppenräumen und Aufzugshaltestellen,
— Ersatz der in den Brandwänden eingebauten Brandschutzschiebetore durch Brandschutztüren,
— Einbau von Feuerschutzabschlüssen in den Fluren,
— Einbau zusätzlicher Fenstertüren zum Balkon,
— Errichtung von notwendigen Fluren,
— Einbau von Unterdecken F30A in den notwendigen Fluren,
— Ausbildung von Nutzungseinheiten < 400 m, die mit Trennwänden F90 abgetrennt werden,
— Ertüchtigung von Trennwänden und mangelhaft ausgeführten Deckenanschlüssen,
— Austausch der brennbaren Bodenbeläge im den Treppenräumen und Vorräumen,
— Austausch der brennbaren Wärmedämmung an den Brüstungsinnenseiten.
Es wird damit gerechnet, dass die Gesamtmaßnahmen in einem Zeitraum von 4 bis 5 Jahren umgesetzt werden. Geplante Bauzeit: 2022-2026.
Planungszeit: 2021-2022.
Bruttogeschossflächen: ca. 67 000 qm
Gesamtkosten für die KG 300 und 400: ca. 12 Mio. EUR inkl. MwSt.
Für die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes und zur Feinplanung der einzelnen Optimierungsmaßnahmen ist ein Fachplaner für die Objektplanung zu beauftragen. Im zu erbringenden Leistungsumfang sollen alle Planungsleistungen und alle erforderlichen Nebenleistungen, die zur sachgerechten und vollständigen Ausführung der Planung gehören, enthalten sein. Die geforderten Planungsleistungen orientieren sich an den Leistungsbildern der HOAI 2021 § 34, Leistungsphasen 2-9.
Zunächst ist beabsichtigt, die Leistungsphasen 2-3 zu beauftragen. Der Auftraggeber behält sich eine stufenweise Beauftragung vor.