Beschreibung der Beschaffung
Folgende Spezifikationen werden als zwingende Mindestanforderungen definiert. Da es sich dabei um ein funktionales Leistungsverzeichnis handelt, gilt folgendes:
Sollte der Geräteaufbau in einzelnen Punkten nicht wie gefordert abgebildet werden können, so ist dies durch den Anbieter entsprechend schriftlich zu begründen, wobei eine alternative Lösungsmöglichkeit für den jeweils nicht erfüllbaren Punkt unter Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems zwecks technischer Prüfung dargelegt werden muss.
Zug-/Druck-, Ermüdungs- bzw. Biegeprüfung:
Typ Prüfmaschine:
Servohydraulische Prüfmaschine zur mechanischen Prüfung von diversen Werkstoffen (u.a. Metalle, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe, Werkstoffverbunde) bei Tieftemperatur in Heliumumgebung mit einer minimal realisierbaren Temperatur von 4,2 K (LHe)
Maschinencharakteristika mechanisch:
1. Die Belastung in Zug-Druckrichtung muss sowohl statisch in Anlehnung an DIN EN ISO 6892-1/-4 (kraft- und dehnungsgeregelt), als auch zyklisch in Anlehnung an DIN 50100 möglich sein.
2. Der mögliche Verfahrweg während eines zyklischen Versuches muss mindestens ±3 mm betragen. Bei einem Zugversuch muss der Verfahrweg bei mindestens +6 mm liegen. Der Prüfhub (Verfahrweg der Maschine) beträgt mindestens 50 mm, so dass unterschiedliche Probengeometrien statisch bzw. zyklisch geprüft werden können.
3. In Zug-/Druckrichtung muss bei einem Hub von ± 3 mm eine zyklische Prüffrequenz von mindestens 10Hz möglich sein.
4. Die Nennkraft der Maschine muss 100 kN betragen, wobei die Kraft über eine integrierte Kraftmessdose mit einer Genauigkeitsklasse von 0,5 (mindestens ab 10% der Nennkraft) verfügen muss.
5. Die Maschinensteifigkeit muss nachweislich einen Wert von mindestens 980 kN/mm aufweisen, wobei der Wert für eine freie Säulenlänge von 1000 mm einzuhalten ist.
6. Der Maschinenweg muss über einen Differentialtransformator (LVDT) mit einer Auflösung von ≤1 μm im Bereich der Maschinenkolben aufgezeichnet werden können.
7.-9. ...
Maschinencharakteristika thermisch:
10. Als Schnittstelle zur Prüfmaschine wird LHe in fahrbaren vakuumisolierten Behältern (He-Dewar-Behälter) entsprechend dem aktuellen Stand der Technik der Gaslieferanten für LHe vorgegeben. Ein entsprechender He-Dewar-Behälter wird seitens des IWTs mit Standardanschluss hierfür vorgehalten.
11. Ausgehend von der Schnittstelle (He-Dewar-Behälter) ist eine LHe-Hebevorrichtung bzw. Kreislauf inkl. Schaltventil und Pumpe zur Befüllung des eigentlichen He-Prüfkryostaten vorzusehen.
12. Zur Reduzierung des Verbrauches an LHe muss der Kryosat mit LN vorkühlbar sein, bevor die eigentliche Beaufschlagung des Prüfraumes mit LHe erfolgt.
13.-27. ...
Weitere Vorgaben entnehmen Sie bitte der Leistungsbeschreibung.
Weitere Wertungskriterien sind dem beigefügten Dokument „227 - Gewichtung der Zuschlagskriterien“ zu entnehmen.
Das Gerät ist zu liefern und vor Ort in Betrieb zu nehmen.
Inbetriebnahme soll bis zum 31.10.2022 erfolgen.
Ein Überschreiten des geschätzten Wertes von 800.000,00 € (Netto) führt zwingend zum Ausschluss.