Beschreibung der Beschaffung
Auf Grundlage der Forschungsaktivitäten am Leibniz-IWT Bremen und den Aktivitäten der Institute in direkter Umgebung bzw. im Umland kristallisieren sich folgende Schwerpunkte heraus, die auch die technischen Anforderungen der Prüftechnik unter kryogenen Prüfbedingungen (LHe) festlegen:
Instrumentierter Kerbschlagbiegeversuch zur Bestimmung von Kerbschlagarbeit, bruchmechanischer Zähigkeitskenngrößen und Kraft-Durchbiegungsverhalten (Rissverzögerungsenergie)
- Bestimmung klassischer statischer Werkstoffkennwerte für metallische Werkstoffe, Kunststoffe, Beschichtungen, Fasern, Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde
- Ermittlung des Ermüdungsverhaltens o.g. Materialien unter zyklischer Beanspruchung
- Bestimmung bruchmechanischer Kennwerte o.g. Materialien
- Bestimmung des Verbundverhaltens im Biegeversuch (z.B. Beschichtungen metallischer Oberflächen, Delamination von Verbundwerkstoffen)
Die Ermittlung von mechanischen Eigenschaften, Ermüdungsverhalten bzw. die Bestimmung bruchmechanischer Kennwerte waren dabei bereits Bestandteil einer erfolgreich durchgeführten Ausschreibung.
Folgende Spezifikationen werden als zwingende Mindestanforderungen an das zu beschaffende instrumentierte Kerbschlagwerk definiert. Da es sich dabei um ein funktionales Leistungsverzeichnis handelt, gilt folgendes:
Sollte der Geräteaufbau in einzelnen Punkten nicht wie gefordert abgebildet werden können, so ist dies durch den Anbieter entsprechend schriftlich zu begründen, wobei eine alternative Lösungsmöglichkeit für den jeweils nicht erfüllbaren Punkt unter Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems zwecks technischer Prüfung dargelegt werden muss.
Bestandteil der Ausschreibung zur Kerbschlagbiegeprüfung (DIN EN ISO 148) unter kryogenen Bedingungen ist die Instrumentierung nach DIN EN ISO 14556. Neben der Instrumentierung ist eine Probentemperierung Ausschreibungsbestandteil, so dass Proben u.a. unter tiefkalten Temperaturen bis 15 K geprüft werden können.
Der Kerbschlagbiegeversuch unter kryogenen Bedingungen (LHe) orientiert sich an dem Versuchsablauf nach DIN EN ISO 148-1 mit insbesondere folgenden Besonderheiten/ Abweichungen (es ist nur ein Ausschnitt aufgeführt!), die Bestandteil dieser Ausschreibung sind:
1. Die Probengeometrie orientiert sich an der Probengeometrie nach DIN EN ISO 148-1, Tabelle 2. Dabei sind insbesondere Normproben mit Abmessungen von 10x10x55 mm prüfbar.
2. Ein instrumentierter Kerbschlagbiegeversuch ist mindestens mit einem Arbeitsvermögen von 300 J möglich. Sofern das Schlagwerk eines gesonderten Fundamentes bedarf, wird dieses durch den Anbieter (abgestimmt auf das Arbeitsvermögen des Gerätes) geliefert bzw. erstellt.
3. Neben der verbrauchten Kerbschlagarbeit sind beim instrumentierten Versuch nach DIN EN ISO 14556 zusätzlich die dort beschriebenen bruchmechanischen Zähigkeits-kenngrößen bzw. das Kraft-Durchbiegungsverhalten bestimmbar und über eine gerätespezifische Software auswertbar. Die Datenerfassungsrate ist so zu wählen, dass der hochdynamische Schlagprozess in ausreichender Auflösung erfasst werden kann.
4. ...
Weitere Vorgaben entnehmen Sie bitte der Leistungsbeschreibung.
Weitere Wertungskriterien sind dem beigefügten Dokument „227 - Gewichtung der Zuschlagskriterien“ zu entnehmen.
Das Gerät ist zu liefern und vor Ort in Betrieb zu nehmen.
Inbetriebnahme soll bis zum 30.09.2022 erfolgen.
Ein Überschreiten des geschätzten Wertes von 220.000,00 € (Netto) führt zwingend zum Ausschluss.