Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand der Vergabe hier ist Los 2 (Vertragsbeteiligung) an der Kombinierten Bauleistungs-, Montage-, Haftpflicht-und Planungshaftpflichtversicherung für das Bauprojekt "Schnellläuferprogramm Gera - Weischlitz".
Die DB Netz AG strebt die vollständige Ausrüstung des Schienennetzes mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik (LST) im Rahmen des Zukunftsprogramms „Digitale Schiene Deutschland“ (DSD) bis 2035 an. Das Programm DSD soll durch das sogenannte „Schnellläuferprogramm“ (SLP) in den Jahren 2020 bis 2022 beschleunigt werden. Ziel des SLP ist es, ein neues Vorgehensmodell bei der Realisierung von Stellwerksprojekten mit mehr Planungs- und Realisierungsverantwortung beim Auftragnehmer zu pilotieren. Damit soll ein wesentlicher Beitrag für die beschleunigte Ausrüstung des deutschen Schienennetzes mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik im Rahmen des DSD geleistet werden. Mit dem im SLP zu pilotierenden Vorgehensmodell sollen u.a. Genehmigungen beschleunigt erwirkt und die Standardisierung der Stellwerkstechnik durch einheitliche Schnittstellen zu den einzelnen LST-Komponenten weiter vorangetrieben werden. Dieses Vorgehensmodell soll auf bestimmten Strecken ausgearbeitet, erprobt und validiert werden. Dabei sollen für den Ersatz von Stellwerken (STW) und Bahnübergängen (BÜ) notwendige Bau- und Planungsleistungen an die Hersteller der STW- und BÜ-Technik übertragen werden (z.B. Kabeltiefbau, Telekommunikation). Es soll eine technische Architektur entstehen, die aufwärtskompatibel ist und damit einen Anlagenzustand schafft, der kontinuierlich hin zum digitalen Bahnbetrieb migriert werden kann.
Die Strecke 6269 Gera – Weischlitz ist eine teils eingleisige, teils zweigleisige, nichtelektrifizierte Strecke.
Sie befindet in der Region Südost, Netzbezirk Gera und Netzbezirk Plauen. Das Projekt beinhaltet den 1:1 Ersatz von Altstellwerken auf der Strecke 6269 durch Neubau von ESTW-A bzw. ESTW-Z und die Integration der aufgeführten Betriebsstellen (vgl. Tabelle 1/Tabelle 2), sowie Teile der angrenzenden Strecken in dieses Stellwerk. Die örtliche Besetzung der Bedienplätze wird aufgelöst und es erfolgt ein Aufbau von zwei neuen standardisierten Bediensystemen, die den Anforderungen des Projektes „Design integrierter Bedienplatz“ (DiB) in Aussehen und Bedienung entsprechen. Durch die Trennung der Strecke in zwei Netzbezirke werden auch die Stellwerke aus den unterschiedlichen Regionalbereichen entsprechend jeweils einem Bedienplatz zugeordnet. Die Bedienplätze werden kabelredundant angeschlossen. Von dort aus wird ein LWL-Ring aufgebaut, der beidseitig der eingleisigen Strecke im gesamten Verlauf neu verlegt wird. Die Grundsätzliche Architektur ist nicht die Standardausrüstung mit ESTW-UZ und ESTW-A, die an die Bedienplätze entsprechend angebunden werden. Es wird im Streckennetz nur noch einen zentralen Stellwerkskern geben, der alle Sicherungsfunktionen für die gesamte Strecke samt Betriebsstellen übernimmt. Umgesetzt werden ebenfalls die Standardschnittstellen für DSTW. Die neu zu errichtenden Signale werden als KS-Signale mit LEDOptiken ausgeführt. Alle Signale werden mit Ersatzsignalisierung Zs1/Zs7 ausgerüstet. Alle notwendigen Kabeltrassen, Schächte und Querung sowie die notwendigen Modulgebäude sind neu zu errichten. Es werden alle notwendigen TK-Kabel für die geänderten und neuen Anlagen errichtet. Das Meldeanlagensystem DB MAS wird neu errichtet. Das Bahnbetriebliche IP-Netz - Zugangsnetz (bbIP-ZN) – wird zwischen dem TSO (Standort der ZE), den GFK´s und den Nachbarstellwerken neu errichtet. Ferner geplant ist u.a. die Anpassung/Neubau der Stromversorgung (NHV, Trafostation etc.) zur Versorgung der neu geplanten und geänderten Anlagen ggf. als Mehrkundenanlage im Eigentum DB Energie, Neubau der elektrischen Weichenheizungsanlage (EWHA),
Anbindung der EWHA an die ZE, Neubau der Netzersatzanlage (NEA) sowie Neubau der Gleisfeldbeleuchtung in den Bahnhöfen. Grundsätzlich werden alle Weichenheizungen entweder erneuert oder auf elektrischen Betrieb umgerüstet, die zukünftig fernbedient werden. Die auf der Strecke befindlichen rechnergesteuerten 8 Bahnübergänge (BUES 2000) werden auf die Schnittstelle SCI – Lx hochgerüstet.
Die Investitionssumme für dieses Projekt mit einer derzeit geplanten Bauzeit bis 29.03.2024 wird mit ca. EUR 64 Mio. veranschlagt. Hiervon ist bislang noch nichts über einen bestehenden Vertrag abgerechnet worden. Es wird mit einer derzeit geplanten Bauzeit bis zum 29.03.2024 gerechnet. Entsprechend ist die vorläufige Laufzeit des Versicherungsvertrags ebenfalls bis zum 29.03.2024 (zuzüglich Extended Maintenance und Nachhaftung -
siehe unten -) geplant. Der Versicherungsvertrag beginnt nach Beendigung des Ausschreibungsverfahrens vsl.
ab 10.12.2021 (ggfs. später) im Anschluss an eine derzeit bestehende Vorlaufdeckung.
(Typ H-EU) In der Haftpflichtversicherung beträgt die Deckungssumme je Schadenfall EUR 20.000.000 pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, einschließlich der Leistungen aus der Umwelthaftpflichtversicherung.
In der Planungshaftpflichtversicherung steht eine separate Deckungssumme je Schadenfall von EUR10.000.000 pauschal für Sach- und Vermögensschäden zur Verfügung. Die vorgenannten Summen sind dreifach maximiert.
Die Extendend Maintenance im Teil Bauleistungs- und Montageversicherung beträgt 42 Monate.
Die Nachhaftung beträgt in der Haftpflichtversicherung 10 Jahre, in der Umwelthaftpflicht- und Umweltschadenversicherung 5 Jahre.
Der generelle Selbstbehalt beträgt mindestens EUR 10 000. Für Personenschäden entfällt der Selbstbehalt.