Beschreibung der Beschaffung
A) Allgemeine Informationen zum Institut
Auf der Entwicklungsfläche „Mark 517“ des ehemaligen Opel-Areals in Bochum Laer soll ein Forschungsgebäude für das neu gegründete Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre geplant werden.
Das Institut soll führende Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Informationstechnologie zusammenführen und für 6 Abteilungen und 12 Max-Planck-Forschungsgruppen konzipiert werden. Ferner sollen der Wissenschaftliche Service mit 2 zentrale wissenschaftliche Einrichtungen (ZWE) und die Institutsverwaltung mit dem haustechnischen Dienst untergebracht werden.
Das vorgesehene Baufeld in Bochum befindet sich nordwestlich der Wittener Straße auf polygonalen Teilflächen von MARK 517, die aktuell saniert und erschlossen werden. Für das Grundstück existiert ein Bebauungsplan.
Bei der derzeit stattfindenden Bodensanierung ist unter anderem geplant in ca. 3 m Tiefe eine Dichtebene einzubauen. Über der Dichtebene wird ein Bodenpolster aufgebaut, an dessen Oberkante (Übergabeebene) eine begrenzte Design-Tragfähigkeit erreicht werden soll.
B) Angaben zur Planungsleistung
Für die Fachplanung sind folgende Sachverhalte zu berücksichtigen.
Das Raumprogramm (NF 1-6) umfasst:
— ca. 4350 m Büros,
— ca. 250 m Verhaltenslabore,
— 600 m Elektronik-und Hardwarelabore sowie
— ca. 300 m Rechner- und Serverräume sowie
— ca. 440 m Seminarbereich mit Hörsaal für 200 Personen und eine Cafeteria mit 180 m.
Die Nutzfläche (NUF 1-7) insgesamt beträgt:
— ca. 7 300 m die Brutto-Grundfläche (BGF),
— ca. 14 000 m und der Brutto-Rauminhalt (BRI) ca. 60 500 m³.
Im Zuge der Entwicklung des Areals Mark 517 durch die Bochum Perspektive 2022 GmbH wird das Gebiet auch hinsichtlich der Versorgung mit Elektrizität, Wasser, Abwasser, Wärme und Kälte sowie Telekommunikation erschlossen. Das Grundstück für den Institutsneubau befindet sich innerhalb des 3. Bauabschnitts.
Funktionalität, Nutzeranforderungen, Gesundheitsverträglichkeit, Behaglichkeit und ökologische Qualität, effiziente Energienutzung und Werterhaltung des Gebäudebestands sind wichtige Faktoren, die dem Aspekt Nachhaltigkeit Rechnung tragen können. Der Mehraufwand für moderne Technologien und Energieoptimierung soll effektiv zu einer Reduzierung der Unterhaltskosten beitragen. Das Energiekonzept ist für geringen Heizwärmebedarf im Winter und einen geringen Energiebedarf zur Kühlung im Sommer zu planen.
Es ist ein hohes Maß der baulichen und technischen Gebäudeflexibilität erforderlich, um auf zukünftige wissenschaftliche Bedarfe reagieren zu können.
Die zu planenden technischen Inhalte haben zumindest dem Stand der allgemein anerkannten Regeln zu entsprechen.
Ergänzende GA/GLT-spezifische Leistung in der zu planenden Anlagengruppe 8 (AG 8) umfasst u. a.,
— die allgemeine, Gewerke übergreifende, ganzheitliche GA/GLT-Planung (Anlagengruppe 8) aus den Planungsergebnissen und Schnittstellen aus den jeweiliges beteiligten TGA Planern und Fachplanungen (wie z. B. Küche / Laborpool / Rechnerräume / Medientechnik usw.) inklusive der Besonderheiten „Nebennutzflächen“ (Kantine, Cafeteria, Veranstaltungen, Hörsaal),
— ein energieeffizientes Gebäudeautomationssystem (GA-System) und technisches Gebäude-Management (EN 15252, vorzugsweise Klasse A) mit nachhaltigen Energiekonzepten für geringen Heizwärmebedarf im Winter und einen geringen Energiebedarf zur Kühlung im Sommer,
— erweiterbares GA-System,
— flexibel, erweiterbare Kabelsysteme und Kabelstrukturen (Stern- oder Ring inkl. Ringmanagern oder einer Kombination aus Stern-/Ring),
— Planung Kommunikationsprotokoll als BACnet (IP),
— ein grundsätzlich eigenständiges Netz für die GA/GLT mit separaten Telefonanschluss ohne direkte Verbindung zu hausinternen (IT)-Datennetzen,
— An-/Einbindung zusätzlich erforderlicher GA-Verlegesysteme an die GA/GLT besonderer Schnittstellen, wie beispielsweise,
— Datennetz (indirekte Anbindung, siehe oben, von Nutzer-PCs mit „Rechten“ an GLT),
— Störmelde-Weiterleitung Handy / Tablet etc.,
— ggf. Fernzugriff interne Mitarbeiter / externe Mitarbeiter (z. B. Fernwartung),
— ggf. Zutrittskontrolle (Offen-Überwachung bis einschließlich EG),
— Zählwerterfassung (vorrangig Verbrauchszähler intern & extern, wie Versorgerzähler) als Basis zum Energie-Monitoring,
— ggf. Laborversuchsüberwachung,
— Brandmeldeanlage (Brandfallsteuermatrix in enger Abstimmung mit dem Brandschützer und den Fachplanern) um hier nur einige GA/GLT spezifische Leistungen zu nennen.
Alle beauftragten Leistungsphasen (HOAI) sind vollständig zu erbringen.
Die Max-Planck-Gesellschaft legt Wert darauf, dass die Bewerber profunde Kenntnisse im Bereich der Ausführung von technisch hochinstallierten Forschungsgebäuden nachweisen können.
Bei der Planung und Baudurchführung GA/GLT sind nicht nur die speziellen Anforderungen im Hinblick auf die technischen Anlagen, sondern auch die bei solchen Objekten üblichen späteren Arbeitsabläufe im Betrieb zu berücksichtigen.
Die Planung hat mindestens entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu erfolgen. Die Planung muss auch wirtschaftliche und energiewirtschaftliche Gesichtspunkte sowie Kriterien der Nachhaltigkeit einbeziehen, zusätzlich wird auf die Empfehlungen der AMEV und speziell auf die als Erlass formulierten AMEV-Empfehlungen verweisen.
Die Bewerber erklären mit Abgabe eines Teilnahmeantrages, dass sie in der Lage sind, die Leistungen innerhalb des Zeitraumes (siehe II.2.7)) zu erbringen und insbesondere, dass sie über die hierfür notwendigen fachlichen, personellen, sachlichen und zeitlichen Mittel verfügen.
Die besonderen Anforderungen an die Leistungserbringung können es erforderlich machen, häufig/kurzfristig auf Anforderung des Auftraggebers zu Abstimmungsgesprächen vor Ort bzw. in München zur Verfügung zu stehen.