Beschreibung der Beschaffung
Pilotprojekt:
Die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH plant für die Zukunft den Einsatz von Geräten zur abgangsscharfen Messung der Niederspannung. Mit Hilfe der Geräte soll die Transparenz in der Niederspannungsebene erhöht und die Netzplanung optimiert werden. Die Messdaten sollen u.a. für die Zielnetzplanung oder für Rückbauentscheidung von Netzstationen genutzt werden. Bislang werden für die Rückbauentscheidungen die Werte der Schleppzeiger verwendet. Darüber hinaus sollen die Messdaten für das Prognose-Tool der NGD verwendet werden, um zukünftige Laständerungen besser abschätzen zu können. Geplant ist der Einsatz zunächst in 100 Ortsnetzstationen im Jahr 2021. Die folgenden Vorgaben sollten von den Messgeräten sowie vom Bewerber erfüllt werden.
Grundlagen:
Rahmenbedingungen:
Die benötigten Geräte und Dienstleistungen werden nach erfolgreicher Bewerbung als Komplettlösung ausgeschrieben.
Lieferung der ersten Charge:
Die Hardware muss bei einer späteren Beauftragung kurzfristig innerhalb von 3-4 Wochen zur Verfügung stehen können.
Umfang der Ausschreibung:
Die Ausschreibung umfasst 100 Ortsnetzstationen mit durchschnittlich je sieben Abgängen.
Referenzen:
Der Bieter stellt eine Auflistung von Referenzprojekten zur Verfügung. Dazu muss ein Projekt die Höhe des Ausschreibungsumfangs überschreiten. Hierzu werden der Name sowie der Umfang der Leistungen und die Anzahl der ausgerüsteten Ortsnetzstationen angegeben.
Preismodelle:
Es ist vorgesehen bei der späteren Angebotsabgabe die Geräte erst zur Miete mit einer späteren Kaufoption anzufragen. Für die Angebotsbewertung werden alle Preise (Miete, Kaufpreis und Betriebskosten) zusammen betrachtet und bewertet. der Mietzeitraum soll ein Jahr betragen.
Technische Anforderungen:
Sensorik:
Um die benötigte Transparenz aus den Messungen zu erhalten soll mindestens ein 15-Min-Mittelwert des Stromes für mindestens drei Phasen je Niederspannungsabgang in der Ortsnetzstation gemessen werden. Die Sensorik ist primär für den Einsatz in bereits bestehenden Anlagen und Infrastrukturen vorgesehen.
Der Einbau der Geräte sollte möglichst ohne Abschaltung der Verbraucher und ohne komplexe Arbeitsschutzvorkehrungen erfolgen. Der Verkabelungs- und Dokumentationsaufwand soll auf ein Minimum reduziert und vom eigenen Betriebspersonal durchgeführt werden. Es soll ein intuitives System zum Einsatz kommen, dass die Mitarbeiter vor Ort durch den Einbau führt, z.B. in Form einer Installations-App. Sofern erforderlich soll Schulungsmaterial zugesandt bzw. eine Schulung vor Ort angeboten werden.
Datenübertragung:
Die Messwerte pro Niederspannungsabgang sollen via Mobilfunk an ein Datenbackend übertragen werden. Im Falle eines Ausfalls des Mobilfunknetzes soll eine lokal installierter Datenkonzentrator als Pufferung dienen. Eine integrierte Lösung Datenaggregation und Router inkl. Datenkommunikation wird bevorzugt. Die Datenübertragung soll End-to-End vom Anbieter erfolgen und somit eine lückenlose Kommunikation vom Sensor bis zur Datenbereitstellung anbieten. Der Anbieter hat nachzuweisen, dass die Datenspeicherung nach dem deutschen Datenschutzgesetz in deutschen Rechenzentren erfolgt. Alternativ kann die Datenübertragung über CDMA-Router mit TCP/IP erfolgen.
Datenverwaltung:
Die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH ist Eigentümer der Daten. Der Bieter erhält unter Einhaltung des Datensicherheitsstandards ein Nutzungsrecht der Daten um seine Prozesse, Störungsmanagement und Zustandsüberwachung zu gewährleisten.
Die vom Anbieter erhobenen und übertragenen Mess- und Betriebsdaten sollen von ihm in einer Datenbank gespeichert werden. Die Mess-und Betriebswerte sollen mithilfe eines Portals visualisiert werden und abrufbar sein. Die Möglichkeit einen Alarm beim Überschreiten von parametrierbaren Werten auszulösen soll gegeben sein.
Die gewählte Datenbank des Anbieters verwendet die gängigen offenen Schnittstellen sowie offenen Datenformate (bspw. CSV-Dateien) und ermöglicht so die Möglichkeit einer Schnittstelle zu den Systemen der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH. Eine direkte Kopplung mit der Netzleittechnik ist nicht erforderlich.
Service:
Die durchgängige Überwachung des gesamten Prozesses (Hardware, Kommunikation und Datenverwaltung) wird vom Bieter übernommen. Die Fehleranalyse, Einspielung von Updates sowie die Fehlerbehebung sollte mithilfe eines Remote-Zugriffs möglich sein. Bei Störungen oder Defekten an der Hardware wird ein proaktiver Austauschprozess unter Berücksichtigung der Instandhaltungsprozesse des Anlagenbetriebs erwartet.